In Nordhastedt (Schleswig-Holstein) gibt es schon einen Klimawald, den die Landjugend angepflanzt hat. © picture alliance / dpa
Klimawald

Selm forstet auf: Planungen für einen Klimawald am Cappenberger Damm

Am Cappenberger Damm könnte schon im Herbst des nächsten Jahres ein Klimawald entstehen. Der Rat der Stadt entscheidet jetzt darüber.

Die Fläche ist circa einen Hektar groß und nennt sich Gemarkung Bork, Flur 40, Flurstück 8: Hier soll – wenn der Rat der Stadt Selm am Donnerstagabend (30. September) zustimmt – ein sogenannter Klimawald entstehen. Die SPD hatte das in einem Antrag im Februar dieses Jahres vorgeschlagen. Solche Wälder, die möglichst naturnah sind und nach der Bepflanzung auch unberührt bleiben sollen, gibt es schon in mehreren Städten in Deutschland.

Der Plan, den die Stadt Selm jetzt in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Initiative „Selm pflanzt“ ausgearbeitet hat, ist schon im Hauptausschuss und im Planungsausschuss besprochen worden – die Politiker und Politikerinnen signalisierten größtenteils Zustimmung. Jochen Westermann (CDU) bat jedoch, prüfen zu lassen, ob man durch einen Grundstückstausch eine Freifläche zur Straße belassen könne, um Wildunfälle zu vermeiden. Hintergrund: Die Fläche, auf der der Klimawald aufgeforstet werden soll, liegt direkt am Cappenberger Damm.

Der Wald und seine Ökofunktionsleistungen

Die Fläche soll, wenn es das Go vom Rat gibt, allerdings von einem Wildzaun umgeben sein. Sie ist Eigentum der Stadt Selm – muss also für die Umgestaltung nicht extra angeschafft werden. „Neben den wichtigen Nutz- und Erholungsfunktionen, die Wälder erfüllen können, erfüllt ein Wald zudem vielfältige Ökofunktionsleistungen, die dem Schutz von Mensch und Umwelt dienen. Er leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Dieser Ansatz steht bei der Aufforstung am erwähnten Standort im Vordergrund“, heißt es in den Unterlagen zur Ratssitzung.

Der Wald reguliere den Wasserhaushalt, sichere die Trinkwasserversorgung und sei ein wichtiger Sauerstofflieferant, erklärt Julia Bramkamp, Klimaschutzbeauftragte bei der Stadt, und holt noch ein bisschen weiter aus, um die Relevanz des Projekts zu erklären: „Bepflanzung und Grün wirken ausgleichend auf unser Klima und reinigen die Luft durch Filterung von Schadstoffen. Zugleich bietet dies einen kühlenden Effekt an heißen Sommertagen. Wald bindet Kohlendioxid und trägt dadurch zur Verminderung des sogenannten Treibhauseffektes bei, während er gleichzeitig vor Elementargefahren und schädigenden Umwelteinflüssen wie vor Erosion schützt. Auch vor Lärm und weiteren Immissionen bieten Wälder Schutz. Wälder tragen wesentlich zum Biotop- und Artenschutz bei, indem sie Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten.“

Wert gelegt werden müsste auf eine standortgerechte Anpflanzung: Deshalb soll eng mit Forstfachleuten zusammengearbeitet werden. Wenn der Rat am Donnerstag zustimmt, dann könnte auf der Fläche im Herbst 2022 mit der Bepflanzung begonnen werden.

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Marie Rademacher

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