Christian Reuter vom Geschäft Knümann ist, genau so wie die anderen Selmer Einzelhändler, bereit für die Wiederöffnung ab Montag, 8. März. Die bewährten Services wie Abholschalter und Lieferungen bleiben bestehen. © Reuter
Terminshopping ab 8. März

Selmer Einzelhändler dürfen wieder öffnen: Sind sie bereit?

Der örtliche Einzelhandel darf ab Montag, 8. März, unter gewissen Voraussetzungen wieder Kunden empfangen. Ist der Selmer Handel vorbereitet? Und wie reagieren Selmer Einzelhändler darauf?

Seit Mittwochabend, 3. März, – also seit der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – ist es klar: Der Einzelhandel hat wieder eine Öffnungsperspektive. Ab Montag, 8. März, dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Abhängig von der jeweiligen Infektionslage, ist die Öffnung für mehr oder weniger Kunden erlaubt. Für Selm ist möglicherweise der Inzidenzwert des Kreises Unna maßgeblich. Die Zahl der Coronainfektionen der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner gerechnet also. Ob aber doch der landesweite Wert Maßgabe ist, wird laut NRW-Gesundheitsministerium noch erarbeitet.

Fakt ist: Liegt der Inzidenzwert unter 50, darf der Einzelhandel einen Kunden pro 10 beziehungsweise 20 Quadratmeter, abhängig von der Verkaufsfläche, ins Geschäft lassen. Liegt der Inzidenzwert zwischen 50 und 100, ist Terminshopping erlaubt. Mit Terminbuchung ist ein Kunde pro 40 Quadratmeter erlaubt.

„Wir sind bereit“

Im Kreis Unna liegt der Inzidenzwert (Stand 4. März) bei 68,4, landesweit bei 63. Also: Terminshopping erlaubt. Hat das den Selmer Handel überraschend getroffen? „Nein“, sagt Nicole Reuter, Sprecherin der Werbegemeinschaft für die Selmer Altstadt, auf Anfrage der Redaktion. „Wir sind bereit.“ Den Kunden gegenüber zu stehen, wieder eine vernünftige Beratung anzubieten, darauf freuen sie sich alle in der Selmer Altstadt. „Wir machen das alle seit Jahrzehnten. Das ist unser Leben. Unsere Heimat ist unser Laden.“

Bei der Firma Knümann sei bereits möglich, Termine zu buchen für einen Besuch im Geschäft ab Montag, berichtet Nicole Reuter. Abholschalter und Lieferservice bleiben weiter bestehen. Nun darf der Handel einen Kunden pro 40 Quadratmeter begrüßen. Wie wird es konkret bei Knümann gehandhabt? „Wir haben unsere Ladenfläche mal durchgemessen. Wir haben 250 Quadratmeter, machen es aber wie immer: Lieber mit mehr Abstand als zu wenig. Im ersten Lockdown haben wir sieben Leute maximal gemeinsam ins Geschäft gelassen.“

Fahren die Geschäfte der Selmer Altstadt, was das betrifft, eine gemeinsame Linie? „Jeder wartet natürlich darauf, dass er wieder öffnen darf“, erklärt Nicole Reuter. „Ich gehe davon aus, dass jeder sich jetzt seine Strategien sucht und das auch immer mit Terminvergabe machen wird.“

Terminshopping keine langfristige Lösung

Was aber auch klar sei: „Das kann nicht langfristig das Ziel sein, so zu verkaufen“, erklärt Nicole Reuter. „Ich glaube nicht, dass die Kunden perspektivisch Lust haben, mit Terminvergabe von einem Geschäft zum anderen zu gehen. Das ist keine langfristige Lösung. Das hält die Geschäfte nicht langfristig am Leben. Das haben ja auch alle Handelskammern und Wirtschaftsexperten gesagt. Ich hoffe, dass wir es durch Impfen und durch Tests schaffen, zumindest unter den Inzidenzwert von 50 zu kommen, damit wir eine Perspektive haben, wieder vernünftig zu arbeiten.“

Für das, was ab Montag, 8. März, möglich ist, haben sich die Geschäfte jedenfalls seit langem vorbereitet. Bei der Firma Lonnemann Schreiben und Schenken sei alles bereit für die Kunden, sagt Petra Lonnemann im Gespräch mit der Redaktion. Terminvergabe und dann die Termine zu den gewohnten Öffnungszeiten, das sei das Zeitkonzept. „Wenn die Kunden noch außerhalb der Öffnungszeiten Wünsche haben, ist das in der Mittagszeit oder abends auch möglich.“ Im Laden sei alles vorbereitet: Ein neuer Fußboden, die Lauffläche vergrößert, damit der Kunde sich weiträumig im Geschäft bewegen könne. Es laufe darauf hinaus, dass ein Kunde pro Besuch ins Geschäft darf. „Da muss ich mich aber noch erkundigen, was möglich ist.“

„Das ist eine Chance für uns“

Petra Lonnemann freut sich jedenfalls auf Montag. „Das ist eine Chance für uns.“ Gleichzeitig können die Kunden aber auch den Abholschalter nutzen. Und Terminvergabe funktioniere über Anruf, Facebook und Instagram.

Gabriele Redemann vom Geschäft PeGa-Moden freut sich, dass sie ab Montag, 8. März, wieder öffnen kann. Mit Terminabsprache.
Gabriele Redemann vom Geschäft PeGa-Moden freut sich, dass sie ab Montag, 8. März, wieder öffnen kann. Mit Terminabsprache. © Daniel Claeßen (Archiv) © Daniel Claeßen (Archiv)

Auch im Selmer Zentrum stehen die Zeichen auf Aufbruch. „Es freut mich sehr, dass wir wenigstens etwas arbeiten dürfen“, sagt Gabriele Redemann vom Geschäft PeGa-Moden. „Die Kunden fragen ja schon nach und würden gern bei uns einkaufen.“ Ihnen jetzt die Möglichkeit zu geben, ganz allein im Geschäft zu sein, sich umzuschauen, sei schön. Zwar habe sie 90 Quadratmeter im Geschäft zur Verfügung, dürfte also zwei Kunden gleichzeitig bedienen. „Aber ich werde es tunlichst nicht machen. Es gibt viele Kunden, die vielleicht verunsichert sind.“ Nach Absprache mit den Kunden gebe es aber immer noch die Option, einen zweiten Kunden mit ins Geschäft zu nehmen. Die Coronaregeln könne sie in jedem Fall einhalten.

Die Öffnungsbeschlüsse kommen für Gabriele Redemann übrigens zur richtigen Zeit: „Ich stehe hier in einem Laden voller frischer Frühlingsmode.“ Terminabsprachen seien bereits jetzt möglich.

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Arndt Brede

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