Selmer legt im Drogenprozess Geständnis ab

Staatsanwalt nicht überzeugt

Ja, er habe kiloweise mit Rauschgift gehandelt. Im Drogenprozess am Landgericht Münster gegen vier Männer aus Lüdinghausen, Selm, Sendenhorst und Rietberg legte der 27-jährige Selmer am Mittwoch sein Geständnis ab. Allerdings nicht so, wie es sich der Staatsanwalt für ein mildes Urteil vorstellte.

SELM/LÜDINGHAUSEN/MÜNSTER

16.03.2016, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der 27-jährige Selmer legte zwar ein Geständnis ab, wichtige Details im Prozess sind aber noch offen.

Der 27-jährige Selmer legte zwar ein Geständnis ab, wichtige Details im Prozess sind aber noch offen.

Parallel zum großen Drogen-Prozess um mehrere Bandidos - darunter einer aus Selm - läuft eine weitere Verhandlung in einem kleineren Fall. Der dort angeklagte Selmer räumt wohl die gegen ihn erhobenen Tatvorwürfe ein. Er habe Rauschgift gehandelt, vor allem, um damit den eigenen Konsum zu finanzieren. Aber wenn es um seinen Lieferanten geht, kommt ein unbekannter Halbalbaner ins Spiel. Der Staatsanwalt hat eine ganz andere Vermutung.

In Kilopaketen, so der 27-Jährige, habe er Amphetamin oder Marihuana an seine Kunden verkauft. Meist hat er die Tüten in Kofferräume von Autos auf dem Parkplatz des Hellweg-Baumarktes oder des K+K-Marktes gelegt. Einmal fand die Übergabe vor einem chinesischen Restaurant an der Kreisstraße statt. In einem anderen Fall vor der Halle eines 46-jährigen Selmers, der im parallel laufenden Bandidos-Prozess angeklagt ist.

Lieferant der Amphetamine unklar

Und hier scheiden sich nun die Geister. Denn der Lüdinghausener und der Rietberger Mitangeklagte nannten in diesem Fall den Selmer Bandido als Lieferanten eines Kilogramms Amphetamin. Der 27-Jährige aber will das Rauschgiftpaket zwar zwischen den Autos vor der Halle des Bandidos abgelegt haben. Dem Rocker habe er erklärt, dass es sich um Nahrungsergänzungsmittel handele, die ein Kunde abholen wolle.

Erhalten habe er das Amphetamin und auch Marihuana von einem Albaner, den er bei einem Kokain-Geschäft kennengelernt habe. Man habe sich dann auf regelmäßige Treffen in einem griechischen Lokal in Dortmund geeinigt, um dort die Einzelheiten zu besprechen. Kuriere des Albaners hätten ihm die Pakete nach Selm bis vor die Haustür gebracht. Manchmal fünf Kilo auf einmal.

Entlastet Selmer Bandido

Bei dem Selmer Rocker, so der 27-Jährige auf Nachfrage des Staatsanwaltes, habe er nur sein Auto und sein Motorrad abgestellt. Dass der etwas mit Drogen zu tun haben soll, sei ihm nicht bekannt. Auch der Lüdinghausener Angeklagte erinnerte sich im Zusammenhang mit Drogengeschäften an ein griechisches Lokal im Besitz eines Albaners. Das sei aber nicht in Dortmund, sondern in Drensteinfurt gewesen.

Der Prozess wird nach den Osterferien am 6. April fortgesetzt.

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