Selmer Pestalozzischule soll Platz machen für Kita und Mehrfamilienhäuer im Grünen

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Vier fensterlose Klötze im Grünen: Auf den ersten Blick irritiert die Skizze für die Bebauung am Zechenbusch. Auf den zweiten Blick wird eine Kita mit Wohnhäusern daraus.

Selm

, 03.02.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fensterlose, dunkle Kisten? Etwas ratlos blicken die Mitglieder des Planungsausschusses und die rund 30 Bürgerinnen und Bürger im Zuschauerraum auf das Bild, das der Projektor an die Wand wirft: eine erste Ansicht der künftigen Bebauung am Pädagogenweg. „Eine allererste“, wie Architekt Alexander Benthaus betont. „In diesem frühen Stadium“, sagt er, „verzichten wir noch darauf, Fenster, Türen und Fassaden darzustellen“. Ob er das Aufatmen um ihn herum hört, ist ungewiss.

Noch liegt die ehemalige Pestalozzischule am Zechenbusch im Dornröschenschlaf. Wenn es nach dem Willen der Politik geht, sollen dort schon bald die Bagger rollen – nicht nur für eine neue Vier-Gruppen Kita, sondern auch für eine Wohnbebauung. Wie beides aussehen könnte, sehen die Besucher des Planungsausschusses an diesem Donnerstag zumindest schemenhaft an der Wand. Vor ihrem geistigen Auge malt mancher sich das aber schon ganz farbenfroh aus. „Sie haben gut aufgegriffen, was wir uns vorgestellt haben“, sagt Bürgermeister Mario Löhr.

Einbahnstraße führt zu Mehrfamilienhäusern

Von der Buchenwaldstraße führt der Pädagogenweg auf die ehemalige Pestalozzischule: eine Stichstraße. Auf Benthaus‘ Klötze-Skizze ist der Pädagogenweg eine Rundfahrt, die wieder auf der Buchenwaldstraße mündet: sowohl Zufahrt zu der neuen Vier-Gruppen-Kita als auch Erschließung der drei Mehrfamilienhäuser daneben.

Erweiterungsmöglichkeiten bedenken

„Ich stelle mir das so vor“, sagt der Architekt und deutet auf den größten Klotz ganz links: „Das ist die Kita“: Platz für 70 Mädchen und Jungen zum Spielen, Toben, Lernen, Essen und Schlafen. Dass die Grundfläche vergleichsweise groß ist, hat mit der Höhe zu tun. Nur ein Geschoss ist vorgesehen – damit der Neubau neben dort existierenden Einfamilienhäusern nicht zu mächtig wirkt. Aber vielleicht auch, um später noch einmal aufstocken zu können oder zumindest anzubauen. „Wir sollten auf jeden Fall jetzt schon Erweiterungsmöglichkeiten mitdenken“, so UWG-Chef Seier. Der Bedarf an Kita-Plätzen, der in den vergangenen Jahren gegen die Erwartung deutlich gestiegen ist, könne weiter wachsen.

Bei den drei Klötzen rechts neben der Kita handelt es sich ebenfalls um Grundrisse. „Hier haben wir drei Mehrfamilienhäuser vorgesehen“, so Benthaus: die ersten beiden mit fünf bis sechs Wohnungen und das rechte mit acht Wohnungen. Obwohl er sich in der Gestaltung der Gebäude zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen will. In einem Punkt hat der Planer bereits konkrete Vorstellungen. „Die Häuser werden zweieinhalbgeschossig werden“, sagt er. Und im Erdgeschoss wolle er jeweils Garagen unterbringen. Damit lasse sich das Parkplatzproblem lösen – ohne Säge.

Wald bleibt bestehen

„Da stehen wir im Wort“, sagt Bürgermeister Löhr: „Der Waldbestand bleibt erhalten“ – der hintere, also der unmittelbar angrenzende Stadtwald Zechenbusch, sowieso. Er steht unter Schutz. Ein 25 Meter breiter Abstand vom Waldsaum ist vorgeschrieben. Aber auch das Wäldchen vor der Pestalozzischule und der künftigen Bebauung in Richtung Buchenwaldstraße werde nicht angetastet, auch wenn diese Fläche nicht unter Schutz stehe. In einem ersten Entwurf für eine Bebauung auf dem Gelände hatte die Verwaltung noch vorgesehen, Teile dieses Wäldchens zu überbauen. Die Folge: ein Aufschrei von Anwohnern und Naturfreunden. Der Zechenbusch inklusive des vorgelagerten Wäldchens sei schließlich die grüne Lunge der Stadt.

Stadt drückt aufs Gaspedal

Außer Puste kommt, wer sich den Zeitplan für die Umsetzung anschaut: „Unser Ziel ist es, dass wir die Kita im nächsten Jahr fertig haben“, so Löhr. Denn der Bedarf an Kita Plätzen sei groß. Ein Träger für die neue Einrichtung ist bereits gefunden: das Deutsche Rote Kreuz. Alexander Benthaus hat seit Donnerstagabend den Auftrag des Planungsausschusses, möglichst schnell den fensterlosen Kästen ein Gesicht zu geben.

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