Selmer Porzellanladen von 1900 wird zur Arztpraxis

Mediziner baut Haus um

Gegenüber dem alten Postamt an der Ludgeristraße wird das Selmer Dorf langsam wieder belebter und schöner. Viele Jahre stand der frühere Selmer Porzellanladen weitestgehend leer. Jetzt hat der Selmer Arzt Wladimir Kreimann das Haus gekauft und wird bis Mitte des nächsten Jahres mit seiner Praxis dort einziehen.

SELM

18.11.2016, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sah das Haus ursprünglich aus. Gebaut wurde es in den 1890er Jahren. Die Fassade oberhalb des Ladenlokals wurde später abgerissen.

So sah das Haus ursprünglich aus. Gebaut wurde es in den 1890er Jahren. Die Fassade oberhalb des Ladenlokals wurde später abgerissen.

Mediziner Wladimir Kreimann, der seit 2011 seine Praxis an der Ludgeristraße 64 hat, suchte nach einem eigenen Haus. Er hat vor, seine Selmer Patienten noch lange zu betreuen und wollte dies in einem eigenen Haus tun, das er nun nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. „Wichtig ist mir ein ebenerdiger, behindertengerechter Zugang zur Praxis“, erklärt er. Einige Zeit hat er nach einem passenden Objekt gesucht. „Ich wollte einem alten Gebäude wieder Leben geben“, erzählt er weiter.

Haus existierte schon im 19. Jahrhundert

Die neue Praxis an der Ludgeristraße 34 wird nicht weit von der alten entfernt sein. Es gibt Parkplätze im eigenen Hof und viele Parkmöglichkeiten in der direkten Umgebung.

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Wladimir Kreimanns Projekt: Viele Bilder vom historischen Gebäude und den Umbaumaßnahmen

Gegenüber dem alten Postamt an der Ludgeristraße wird das Selmer Dorf langsam wieder belebter und schöner. Viele Jahre stand der frühere Selmer Porzellanladen weitestgehend leer. Jetzt hat der Selmer Arzt Wladimir Kreimann das Haus gekauft und wird bis Mitte des nächsten Jahres mit seiner Praxis dort einziehen.
18.11.2016
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Blick in Richtung der Gabelung Auf der Geist/ Ludgeristraße, die auch auf der alten Postkarte zu sehen ist. Vorne noch die Tür des Porzelanladens, der lange im Erdgeschoss war.© Petra Kriegler
Fast so wie auf diesem alten Foto (Jahr unbekannt) sah das Haus vor dem Umbau aus. Vorne noch das Schild vom Selmer Porzellanladen. Links daneben an der Wand der ehemaligen Gaststätte Knipping noch Klinkermuster des Baumarktes Overesch, der hier zuvor seinen Verkauf hatte.© Petra Kriegler
Die Front des Hauses auf einem alten Plan von 1967 Schon hier fehlte der obere Teil der Fassade.© Petra Kriegler
Hinten gab es noch Anbauten, die schon lange nicht mehr existieren.© Petra Kriegler
Noch einige Arbeiten stehen an, bis Wladmir Kreimann in die neue Praxis ziehen kann. Noch hängen Kabel von der Decke, die Räume müssen aufgeteilt werden. Der Fußboden angeglichen werden.© Petra Kriegler
Der Ausbau der Wohnungen über der Praxis schreitet voran.© Petra Kriegler
Blick von den Balkonen in Richtung der alten Gaststätte Knipping.© Petra Kriegler
Wladmir Kreimann auf den Balkonen im Obergeschoss.© Petra Kriegler
Es gibt noch einiges zu tun.© Petra Kriegler
So sah das Haus ursprünglich aus. Gebaut wurde es in den 1890er Jahren. Die Fassade oberhalb des Ladenlokals wurde später abgerissen.© Petra Kriegler
Noch wird fleißig umgebaut. Bauherr Wladimir Kreimann freut sich, dass man langsam sieht, wie die neue Praxis aussieht.© Petra Kriegler
Wladimir Kreimann auf den Balkonen oberhalb der Praxis. Gegenüber liegt die alte Post.© Petra Kriegler
Wladimir Kreimann guckt sich den neuen Außenputz an.© Petra Kriegler
Wladimir Kreimann vor der neu gestalteten Fassade. Grau- und Weißtöne herrschen beim Außenputz vor.© Petra Kriegler
Der Straßenabschnitt auf einer alten Postkarte. Bis zur Gabelung Auf der Geist/Ludgeristraße hieß die heutige Ludgeristraße Bahnhofstraße. Links ist das mehrfach umgebaute Haus noch mit ursprünglicher Fassade zu sehen, rechts ist das alte Postamt.© Petra Kriegler
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Das Gebäude ist schon sehr alt und hat eine Menge Selmer Geschichte erlebt. Die Fassade erinnerte in den vergangenen Jahren zwar an ein Gebäude aus den 60er Jahren, doch das lag an einem Umbau, der 1967 erfolgte. Das Haus existierte bereits vor 1900. Wilhelm Brüggemann war der ursprüngliche Besitzer und hatte dort einen Stoff- und Kurzwarenladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er eine Zeit lang Bürgermeister in Selm. Dies weiß Anni Kohls zu berichten, die im Nachbarhaus (Gaststätte Knipping) aufgewachsen ist.

Lebensmittellager für Notfälle

Der vordere Teil des Gebäudes mit den großen Fenstern, in den jetzt auch die Praxis einzieht, ist noch der ehemalige Stoffladen. Später hat die Familie Josef Spinne das Haus gekauft. Ludwig Spinne, der hier in seiner Kindheit gewohnt hat, erinnert sich, dass das Wohnhaus seiner Familie seitlich am Hof lag und später abgerissen wurde. Als Kind war er immer mal wieder im Keller, der die Gebäudeteile verband. „In den 50er Jahren wurden im Keller Lebensmittel gelagert, die wohl in Notsituationen an die Bürger ausgegeben werden sollten“, erzählt Spinne.

Die alte Bausubstanz und die baulichen Veränderungen sind für Wladimir Kreimann eine Herausforderung. Doch der stellt sich der 46-jährige Arzt gerne, und er hat Spaß daran, vieles nach seinen seinen Wünschen gestalten.

Drei Wohnungen gibt es in den beiden oberen Etagen. Auf der Dachfläche des Vorbaus befinden sich große Terassen.

Helle Praxisräume und klare Linien

In der Praxis läuft die Gestaltung ebenfalls nach Kreimanns klaren Vorstellungen. Noch hängen Kabel von der Decke, die Decke ist zu hoch, der Fußboden muss angeglichen werden. Die Größe der Praxis wird ähnlich sein wie bisher. „Bei der Gestaltung ist mir wichtig, dass es hell ist, es viel Tageslicht gibt. Klare Linien und Formen sollen dominieren“, beschreibt er seine Vorstellungen.

Wladimir Kreimann, Arzt für Allgemein- und Palliativmedizin hat 2011 die Praxis von Dr. Michael Heinemann übernommen. Aufgewachsen ist er im russischen Orenburg, wollte schon als Kind Arzt werden, und hat in seinem Heimatort Medizin studiert. Seit 2000 lebt er in Deutschland und hat sich in vielen medizinischen Bereichen weiter gebildet.

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