Nach einer langen Phase des Lernens Zuhause dürfen Schüler im Kreis Unna seit dieser Woche wieder gruppenweise zur Schule. © Sylvia vom Hofe
Schule

Selmer Schüler kehren zurück: Wechselunterricht hat wieder begonnen

Geschlossen waren die Schulen nie, aber jetzt gibt es wieder Präsenzunterricht für alle Schüler im täglichen Wechsel. Manche Grundschulen müssen wegen der neuen „Lolli-Tests“ aber umstellen.

Kontinuität geht anders: Das Schuljahr 2020/2021 war ein Hin und Her aus Unterricht in Präsenz und Distanz und einer Mischung aus beidem. Fragt man die Selmer Grundschul-Leiterinnen nach einer Chronologie, können sie die gar nicht so genau benennen. Fest stehen aber aktuell immerhin mehrere Dinge: Es gab mehr Distanz- als Präsenzunterricht. In diesem Kalenderjahr begann der Wechsel-Unterricht am 22. Februar und ging bis zu den Osterferien Anfang April; dann lernten die Schüler wieder von Zuhause aus. Und: Seit Montag (17.5.) sind sie wieder zurück in den Schulen, denn der Inzidenzwert für den Kreis Unna liegt unter 165, sodass nun wieder im Wechselunterricht gelernt wird: Einen Tag von Zuhause aus, anschließend einen Tag in der Schule.

Und noch was ist klar: „Alle freuen sich riesig darüber und wissen Schule vor Ort noch mehr zu schätzen als sonst.“ So fasst Christine Jücker, Leiterin der Overbergschule, die Situation in Worte und spricht damit auch ihren Selmer Grundschulleiter-Kollegen aus der Seele. „Wenn wir die Kinder in der Schule haben, geht´s uns gut“, sagt sie und Stephanie Brockhaus, Leiterin der Ludgerischule ergänzt: „Wir sind froh und dankbar, dass wir den persönlichen Kontakt zu den Schülern haben.“

Test klappt reibungslos und schnell

Möglich macht das neben den gesunkenen Inzidenzwerten der neu eingeführte PCR-Pooltest, wegen der Testung durch einfaches Lutschen auch Lolli-Test genannt. Er löst an den Grund- und Förderschulen den Antigen-Selbsttest ab, der weit in Rachen oder Nase gesteckt werden muss.

Aus den Selmer Grundschulen kommen eine Woche nach Einführung für die Notbetreuung und zwei Tagen im Wechselunterricht weitgehend positive Rückmeldungen dieser Art der Testung: Es klappe reibungslos und schnell. „Wir sind sehr froh diese hochwertigen Tests zu haben“, sagt Christine Jücker. Er sei auch deutlich kindgerechter und einfacher zu handhaben. Nur sei die Vorbereitung der Selbst-Tests, die für den Fall, dass das Ergebnis des Pools positiv ist, für den nächsten Tag mit nach Hause genommen werden, an der Ludgerischule aufwändig gewesen. Die Testmaterialien seien lose angeliefert worden und mussten für jeden Schüler einzeln zusammengestellt werden. „Das bedeutet für uns als Schule natürlich einiges an Organisation“, sagt Leiterin Stephanie Brockhaus. „Man hatte sich gerade auf das andere System eingestellt. Aber unterm Strich sind wir froh jetzt diese sicheren PCR-Tests zu haben.“ Und Christine Jücker spricht davon, abends lange im Einsatz zu sein, um auf die Ergebnisse zu warten und sie weiterzuverbreiten. Die Grundschule Auf den Äckern arbeitet hingegen mit einem anderen Labor zusammen, das die Tests fertig vorbereitet liefert.

Hauptsache Kontinuität

Am Dienstag will Landes-Schulministerin Yvonne Gebauer Gespräche führen zu der Frage, ob noch in diesem Schuljahr zu reinem Präsenzunterricht zurück gekehrt werden soll. Auch hier sind sich alle drei Schulleiterinnen einig: Nur wenn es eine Aussicht auf Kontinuität und kein Hin und Her mehr gibt. „Immer wieder etwas Neues, sich immer wieder auf Veränderungen einzustellen, das ist verwirrend und stresst alle Beteiligten“, sagt Christine Jücker. Bei in diesem Schuljahr effektiv 14 Tagen verbleibendem Unterricht pro Schüler ergebe sich die Frage nach dem Mehrwert. „Ich würde bevorzugen im Wechselmodell zu bleiben, um die Zahlen runter zu bekommen“, sagt sie. Und Anja Knipping, Leiterin der Grundschule Auf den Äckern, fügt hinzu: „Das Wechselmodell ist ein sicheres System. Mit den halbierten Klassen können wir alle Hygienemaßnahmen einhalten und die Ansteckungsgefahr minimieren. Außerdem ist es mit den kleineren Klassen ein tolles Unterrichten. So ist richtig präventives Fördern möglich.“

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier
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