31-jähriger Selmer soll Autopapiere gefälscht haben - Zeugen sind vor Gericht ratlos

mlzLüner Amtsgericht

Vor dem Lüner Amtsgericht muss sich ein 31-Jähriger Selmer wegen Hehlerei verantworten. Die Zeugen, denen er Autos mit gefälschten Papieren verkauft haben soll, waren beim Prozess ratlos.

von Heinrich Höckmann

Selm

, 08.11.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 31-jähriger Selmer sollte sich am Freitag vor dem Lüner Amtsgericht verantworten. Dem Angeklagten wird Hehlerei vorgeworfen. Alle Beteiligten waren erschienen - bis auf einen.

Richter Ulrich Oehrle, zwei Schöffen, die Staatsanwältin, der Verteidiger und zwei Zeugen waren alle im Lüner Amtsgericht und warteten. Doch der Platz auf der Anklagebank, der für den Selmer reserviert war, blieb leer.

Mercedes S-Klasse mit gefälschten Papieren

Der 31-Jährige hätte wissen müssen, dass er an diesem Freitag zum Amtsgericht kommen musste. Richter Oehrle stellte fest, dass der Selmer ordnungsgemäß zu dem Termin geladne worden war. Auf Antrag der Staatsanwältin wurde ein Haftbefehl erlassen.

Die beiden Zeugen zeigten sich ratlos. Sie waren davon ausgegangen, ihren vermeintlichen Autoverkäufer vor Gericht wiederzusehen. Beiden hatte der Angeklagte Autos mit gefälschten Papieren verkauft. In einem Fall handelte es sich um einen Mercedes der S-Klasse für etwa 7.000 Euro, wie der Zeuge erzählte.

Dieser Zeuge, der zahlte, ohne ein nutzbares Auto zu bekommen, war schon vor dem Termin am Freitag beim Gericht gewesen. Er hatte einen sogenannten Titel erwirkt. Dabei handelt es sich um eine offizielle Bestätigung darüber, dass der Angeklagte ihm Geld schuldet. Das half aber nichts: Bei dem Angeklagten, so der Zeuge, sei kein Geld zu holen.

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