Selmer spenden großzügig für Dattelner Kinderklinik

RN-Bulli bei Düt und Dat

Auf seiner Sommertour "Bei Anruf dort" machte unser Ruhr-Nachrichten-Bulli Donnerstag Station am Düt-und-Dat-Laden in Selm. Eingeladen hatte uns die Betreiberin Marita Melchert. Denn sie hatte einen besondere Aktion vorbereitet, die den Kindern aus der Kinderschutzambulanz der Dattelner Kinderklinik zu Gute kommt.

SELM

, 19.08.2017, 06:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Team von Düt und Dat - zumindest alle, die an diesem Donnerstagmittag Zeit hatten - beim RN-Bulli vor dem gemeinnützigen Laden.

Das Team von Düt und Dat - zumindest alle, die an diesem Donnerstagmittag Zeit hatten - beim RN-Bulli vor dem gemeinnützigen Laden.

Die Waffeln schmecken so, wie das Leben sein sollte: warm, weich, zuckersüß. Die Kunden stehen Schlange am Stand vor „Düt und Dat“ in Selm. Sie hören, was Hannah Iserloh, Sprecherin der Dattelner Kinderklinik berichtet: von widerlichen Misshandlungen und grausamer Gewalt, die Kinder erleben müssen und den Versuch, ihnen zu helfen. Nämlich mit der bundesweit einzigen Vollzeit-Kinderschutzambulanz. Und auch mit Waffeln. Die sind Teil einer Spendenaktion, die die Betreiber der Düt-und-Dat-Läden, Marita und Dieter Melchert, zugunsten des Klinikums organisieren. 

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Der Ruhr-Nachrichten-Bulli bei Düt und Dat

Normalerweise unterstützen Marita und Dieter Melchert von Düt und Dat nur Selmer Projekte. Bei der Kinderschutzambulanz der Dattelner Kinderklinik machten sie aber eine Ausnahme.
18.08.2017
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Cilly Weißner (l.) ist froh, das Ehepaar Melchert als Mieter gefnden zu haben.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das Ist noch Service: Rene Roth trägt einer Kundin das gerade erworbene Essgeschirr zum Auto.© Foto: Sylvia vom Hofe
Hildegard Sppiepmann (l.) und Gertrud Schmidt backen Waffeln.© Foto: Sylvia vom Hofe
Von Mode über Haushaltswaren bis Deko: Bei Düt und Dat ist alles vorrätig.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das Team von Düt und Dat - zumindest alle, die an diesem Donnerstagmittag Zeit hatten - beim RN-Bulli vor dem gemeinnützigen Laden.© Foto: Sylvia vom Hofe
© Foto: Sylvia vom Hofe
Romina (7) freut sich, dass sie ihre Eltern zum Einkaufen bei Düt und Dat begleiten darf. Denn da gibt es immer etwas zu stöbern, etwa in der Kiste mit Kuscheltieren.© Foto: Sylvia vom Hofe
Schön dekoriert: das Schaufenster.© Foto: Sylvia vom Hofe
Alles zum halben Preis - zu Gunsten der Kinderschutzambulanz.© Foto: Sylvia vom Hofe
Das Ziel der vierten Station der RN-Sommertour ist der Laden Düt und Dat auf der Ecke Ludgeristraße/Breite Straße.© Foto: Sylvia vom Hofe
"Darüber sollten Sie schreiben", meint das Team von Düt und Dat und hat den RN-Bulli gerufen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Hannah Iserloh, Sprecherin der Kinder- und Jugendklinik, wirbt bei Düt und Dat für die Arbeit der Kinderschutzambulanz.© Foto: Sylvia vom Hofe
Hochbetrieb im Laden.© Foto: Sylvia vom Hofe
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„Kommen Sie doch bei uns vorbei und berichten Sie“, hatte Marita Melchert am Telefon gesagt. Für die Initiatorin der drei gemeinnützigen Düt-und-Dat-Läden – zwei gibt es in Werne und einen seit Ende Januar an der Ecke Ludgeristraße/Breite Straße in Selm – kam die RN-Sommerserie „Bei Anruf dort“ gerade richtig.

„Wir können eben immer Werbung gebrauchen“, sagt sie. Schließlich arbeiten nicht nur sie und ihr Mann, sondern auch alle rund 50 Mitarbeiter aus den beiden Städten ehrenamtlich. Und die Waren sind gespendet. „Wir brauchen immer Nachschub“- sowohl für die Mode- und Haushaltsartikel als auch für das Verkäuferteam.

Eigentlich ausschließlich für lokale Projekte

„Eigentlich“, sagt Ehemann Dieter Melchert, nachdem Sylvia vom Hofe den cyanblauen RN-Bulli vorm Laden geparkt hat, „wollen wir das eingenommene Geld ausschließlich für örtliche Projekte spenden.“ 6000 Euro hatte er so bereits an Selmer Gruppen und Vereine wie „Ehrenamt Rat und Tat“ verteilt.

„Als ich von der Kinderschutzambulanz der Kinderklinik Datteln hörte, stand aber sofort fest: Da müssen wir ebenfalls helfen.“ Alle Einnahmen des Donnerstags – sowohl aus dem Verkauf der um 50 Prozent ermäßigten Waren als auch der Waffeln – seien für deren Arbeit bestimmt.

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Entsprechend voll ist es. Anna Lange schaut an diesem Tag schon zum zweiten Mal rein. „Heute Morgen kam ich zufällig vorbei, sagt die Borkerin, die gerade aus dem Geschäft tritt. „Da hatte ich sieben Likörgläser für zwei Euro gekauft.“

Kiste mit Kannen und Tassen

Die habe sie gut mit dem Fahrrad transportieren können – anders als das Geschirr, das sie jetzt abholt.“ René Roth (35) trägt der Floristin die Kiste mit Kannen und Tassen zum Wagen. „Ich war vor einiger Zeit als Kunde gekommen“, sagt er auf dem Rückweg. Das habe ihm so gut gefallen, dass er sich entschloss, fortan selbst mitzuarbeiten. „Die Stimmung ist einfach gut.“ „Und die Arbeit sinnvoll“, ergänzt seine Kollegin Angela Schnell.

Hannah Iserloh sitzt auf einer der Bänke zwischen Waffelstand und Laden und schaut dem Kommen und Gehen lächelnd zu: Der Kassensturz am Abend wird einen aufgerundeten Betrag von 1500 Euro ergeben: alles Spenden für die Arbeit der Kinderschutzambulanz, für die die Kliniksprecherin unermüdlich wirbt.

„Im vergangenen Jahr haben sich unsere beiden Ärztinnen und der Sozialarbeiter um 1060 Kinder gekümmert“: aus dem ganzen Kreis Recklinghausen, aus Teilen Dortmunds, aus dem Kreis Unna – „und dabei auch aus Selm“. Die Zahl der Hilfesuchenden habe sich damit seit der Gründung der Anlaufstelle vor sechs Jahren fast verzehnfacht.

„Wie“, fragt Cilly Weißner, „sie sind auf Spenden angewiesen?“ Die 92-Jährige, die sich Waffel und Kaffee schmecken lässt, schüttelt den Kopf, als Iserloh das erzählt. „So eine wichtige Arbeit muss man doch unterstützen“, sagt sie und greift ins Portemonnaie. Nicht lange nachdenken, sondern sofort helfen: Das mag die Selmerin auch bei anderen. Darum habe sie auch sofort zugestimmt, als die Melcherts fragten, ob sie ihr einstiges Modegeschäft, das zuletzt leerstand, als Düt-und-Dat-Laden zur Verfügung stellen wolle.

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