Selmer (24) verkaufte Drogen an Bekannten - nun wird es teuer für ihn

mlzProzess

Sein Bekannter wollte Drogen. Ein 24-jähriger Selmer belieferte ihn regelmäßig damit. Nicht nur das: bei einer Durchsuchung fand die Polizei so einiges. Nun wird es teuer für ihn.

von Sylvia Mönnig

Selm

, 07.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Regelmäßig versorgte ein Selmer (24) einen Bekannten mit Amphetamin. Auch wurden bei ihm weitere Drogen gefunden. Handel mit Betäubungsmitteln wurde ihm nun in einem Prozess vor dem Amtsgericht Lünen vorgeworfen.

Ab Jahresbeginn 2018 verkaufte der Selmer in fünf Fällen jeweils zehn Gramm Amphetamin für Beträge zwischen 40 und 50 Euro an seinen Bekannten. Die Bestellungen, Preise und die Vereinbarungen der Treffpunkte erfolgten über WhatsApp und mit phantasievoller Sprache.

Synonyme für Drogen

So wurde beispielsweise aus Speed, einem Synonym für Amphetamin, „Schnelles“. Man verstand sich, auch ohne das Kind beim Namen zu nennen. Dennoch kamen die Geschäfte ans Licht. Im vergangenen März wurde dann das Zimmer des 24-Jährigen im Haus seiner Eltern durchsucht. Dort stießen die Ermittler auf etwas Marihuana, mehrere Ecstasy-Pillen, Viagra-Imitat, Amphetamin-Reste, eine Feinwaage, einen Teleskop-Schlagstock und eine Spardose mit 125 Euro.

In der Verhandlung geriet der Selmer am Mittwoch in Erklärungsnöte. Der Abnehmer des Amphetamins sei ein „Kollege“ gewesen, dem er die Drogen quasi zum Selbstkostenpreis überlassen habe. Das bei ihm gefundene Marihuana sei für den eigenen Konsum bestimmt gewesen und er habe nur etwas verkauft, um seinen Bedarf zu finanzieren.

„Feiern in Holland“

Zum Thema Ecstasy-Pillen bekundete er: „Das waren Reste von Silvester. Ich war Feiern in Holland.“ Den Teleskop-Schlagstock habe er sich vor etwa zehn Jahren angeschafft. Warum wisse er auch nicht. Besonders wichtig war es ihm jedoch, dem Gericht mitzuteilen, dass es sich bei den 125 Euro keinesfalls um Drogengeld gehandelt habe. Das seien seine Ersparnisse für den Führerschein gewesen.

Konkrete Erinnerungen an besagte Spardose und die Stückelung des Geldes hatten die beiden Polizeibeamten, die an der Durchsuchung beteiligt waren, nicht. Dafür war einem von ihnen im Gedächtnis haften geblieben, dass sie die Drogen nicht lange suchen mussten. „Man hatte wohl nicht mit unserem Erscheinen gerechnet“, formulierte er es trocken im Zeugenstand.

Sein Kollege sprach von einem etwas chaotischen, unaufgeräumten Zimmer. Auch wurde der Käufer des Amphetamins gehört. Er bezeichnete den Selmer als Jemanden, von dem er wusste, dass er etwas haben oder besorgen könne.

Den bereits einschlägig in Erscheinung getretenen Angeklagten kamen seine Taten in jeder Hinsicht teuer zu stehen. Neben der Verurteilung zu 4500 Euro Geldstrafe ordnete das Gericht nicht etwa die Einziehung der 125 Euro an, sondern die in Höhe von 210 Euro – der Gesamterlös der Amphetaminverkäufe. sam

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Raubüberfall auf Tedi-Filiale
Kassiererin bei Tedi verblüfft Räuber mit Pistole - Urteil nach Pannen-Überfall in Selm