Selmerin heiratete Inder nur zum Schein

Strafe und keine Einreise

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen eine 23-jährige Selmerin klingt ungeheuerlich. Sie soll im September vergangenen Jahres einen Inder geheiratet haben - nur, damit der Mann wieder nach Deutschland einreisen kann.

UNNA / SELM

von Von Jens Krömer

, 29.03.2011, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Heirat der beiden mutmaßlichen Verliebten stand offenbar von Anfang an unter keinem guten Stern. Eine Standesbeamtin sei bereits früh misstrauisch geworden, hieß es im Strafprozess. Ein Mitarbeiter des Kreishauses sagte aus, dass der Frau und ihrem Ehemann in Indien identische Fragen rund um die Eheschließung gestellt worden seien. "Wann haben Sie geheiratet?", "Wie viele Gäste waren dabei?", "Wie sahen die Ringe aus?". Alles Fragen, auf die eigentlich identische Antworten hätten fallen müssen - in Unna und in Neu-Delhi. Doch die Angaben bei der deutschen Botschaft in Indien vom Inder und die Angaben im Kreis Unna wichen erheblich voneinander ab. Sowohl der Hochzeitstag, als auch die Einzelheiten zur Zeremonie schilderten beide abweichend voneinander.  "Und deshalb haben wir entschieden, dass es sich hier nicht um eine schutzwürdige Ehe handelt", erklärte der Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Eine Einreise des Ehemannes nach Deutschland sei daher nie möglich gewesen.

In einem Strafbefehl war die Selmerin bereits zur Zahlung von 400 Euro Geldstrafe, 40 Tagessätze zu je zehn Euro, verdonnert worden. Dagegen legte sie Widerspruch ein, nur deshalb kam es zu dem Prozess vor Richter Jörg Hüchtmann am Amtsgericht Unna. Der hatte indes kaum einen Zweifel an der offensichtlich geschlossenen Scheinehe. Nach deutlichen Hinweisen des Juristen, dass es bei einem Urteil durchaus schlimmer hätte kommen können, zog die 23-Jährige ihren Einspruch zurück. 400 Euro muss sie nun an die Landeskasse überweisen.

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