Reaktion auf Krawalle in anderen Bädern: Sicherheitsdienst für Selmer Freibad

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Die Nachrichten aus Freibädern umliegender Städte waren verstörend: Krawalle, Prügel, Messerattacken führten zu teils schweren Verletzungen. So weit soll es in Selm gar nicht erst kommen.

Selm

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ab sofort wird im Freibad Selm an Tagen, an denen es richtig voll ist, ein Sicherheitsdienst im Einsatz sein. „Ich habe eine Fachfirma beauftragt“, erklärt Markus Jungeilges, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gmbh, die das Bad betreibt. „Mit jeweils zwei zusätzlichen Kräften werden die als Betreuungspersonal auf den Liegewiesen eingesetzt.“

Jungeilges spricht auch lieber von Betreuung, denn die beiden Mitarbeiter sollen in erster Linie die Beckenaufsicht entlasten, die die Augen auf das Wasser richten sollen. „Früher hat das Beckenpersonal im Einzelfall auch Streitigkeiten auf der Wiese geschlichtet, aber wenn es richtig voll ist, werden die unbedingt am Schwimmbecken gebraucht.“

Sicherheitsdienst soll deeskalierend wirken

Die Aufsicht an der Wiese soll in erster Linie Ansprechpartner sein: für Fragen, für Probleme. „Sie sollen deeskalierend einwirken, wenn Musik zu laut ist, wenn quer über die Handtücher Fußball gespielt wird oder sich Gäste einfach gestört fühlen“, erklärt Jungeilges. Und natürlich sollen sie darauf achten, dass die Hausordnung eingehalten wird - oder dass es nicht zu Diebstählen kommt.

Schwere Vorfälle wie im Umland gab es im Freibad Selm noch nicht - und geht es nach den Betreibern, soll es auch gar nicht erst soweit kommen. „Aber man merkt schon, dass wenn es richtig voll ist, die Leute aggressiver sind als sonst“, schildert Jungeilges Beobachtungen, die in den letzten achten Jahren stetig zunahmen. „Der Umgang miteinander ist schleichend agressiver geworden“, sagt Jungeilges rückblickend. Und: „Es ist ja auch so, dass uns unsere Gäste zurückspiegeln, dass sie sich manchmal nicht mehr wohl- oder unsicher fühlen“, erklärt der Geschäftsführer, warum man Handlungsbedarf sah.

„Im schlimmsten Fall Hausrecht durchsetzen“

In erster Linie soll der neue Sicherheitsdienst daher präventiv wirken, teils erziehend eingreifend, aber unterm Strich ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. „Nur im schlimmsten Fall sollen sie das Hausrecht durchsetzen und Leute auffordern, das Gelände zu verlassen, aber das ist wirklich die letzte Maßnahme“, sagt Markus Jungeilges.

Zum Einsatz kommt der Sicherheitsdienst jedoch nur an Tagen, wo viel Publikum erwartet wird. „Aus unserer Erfahrung heraus können wir das gut abschätzen - und müssen dann ja auch genügend normales Personal einteilen. Das ist unser tägliches Geschäft“, erklärt Jungeilges, warum die Unkalkulierbarkeit kein großes Problem ist.

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In anderen Bädern gehört ein Sicherheitsdienst längst zum gewohnten Bild. „Bei Veranstaltungen mit 1500 Leuten braucht man heute auch ein Sicherheitskonzept“, zieht Jungeilges einen Vergleich. Auch im Freibad wären zu Spitzenzeiten 1500 Leute. „In unserem bestehenden Badkonzept ist der Sicherheitsaspekt daher auch nur ein Baustein.“

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