Etwas Feuerwerk ging hoch im Zentrum. Zumeist waren die Straßen (hier die Kreisstraße) aber menschenleer. © Jura Weitzel
Corona und Jahreswechsel

Silvester in Selm: Weniger Böller, aber dennoch Polizeieinsätze

Der Nachthimmel über Selm ist Silvester nicht schwarz geblieben. Dennoch haben die Menschen deutlich weniger geböllert. Hitzig geworden ist es dennoch auf der einen oder anderen Feier.

Ein großes Lob hat Polizeisprecher Christian Stein am Neujahrstag den Menschen im Kreis Unna gemacht. Im gesamten Zuständigkeitsbereich – also im gesamten Kreisgebiet bis auf Lünen – habe es „38 Einsätze mit Silvesterbezug“ gegeben. Das sei eine positive Bilanz. Für Selm muss die Polizei auf Nachfrage aber etwas Wasser in den Wein schenken. Denn die Selmerinnen und Selmer haben sich besonders feierwütig gezeigt – mit Betonung auf „wütig“.

Zwischen 21 Uhr am Silvesterabend und 8 Uhr am Neujahrsmorgen hat die Polizei allein für Selm zwölf Einsätze registriert. Eine der neun Städte und Gemeinden, für die die Kreispolizei zuständig ist, zeichnet sich verantwortlich für fast ein Drittel aller Einsätze im gesamten Gebiet. „Nichts Dramatisches“ sei dabei gewesen, heißt es auf Nachfrage. Meistens habe es sich um Ruhestörungen gehandelt. Nach einer mündlichen Ermahnung sei dann aber in der Regel Ruhe gewesen. Eine Anzeige wegen Körperverletzung mussten die Beamtinnen und Beamten aber auch aufnehmen. So etwas gilt bei ihnen jedoch als „silvesterüblich“. Allerdings wohl nicht als besonders ruhig, wie Kanzlerin Angela Merkel es sich in ihrer Neujahrsansprache gewünscht hatte.

Feiervolk hat Masken getragen

Immerhin: Die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung haben auch die unverdrossen Feiernden offenbar beherzigt: Sie haben Masken getragen und sich nicht in zu großen Gruppen zusammengefunden. „Besonders erfreulich:“, schreibt Polizeisprecher Stein: „Dabei wurden keine Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt“ – auch nicht in Selm.

Wunderkerzen waren eine sichere und erlaubte Alternative.
Wunderkerzen waren eine sichere und erlaubte Alternative. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Der Nachthimmel blieb zwar in der Silvesternacht nicht schwarz. Aber wer geböllert hat, ließ die Raketen in der Regel von seinem privaten Grundstück steigen. Auf der Kreisstraße und vor dem Bürgerhaus am Willy-Brandt-Platz, wo sich sonst die Menschen versammeln, um zu böllern und sich ein frohes Jahr zu wünschen, blieb es nahezu menschenleer, wie unser Reporter feststellte. Und wen er doch traf auf den öffentlichen Plätzen, der hatte bestenfalls Wunderkerzen dabei. Die waren genauso wie Tisch-Feuerwerk frei verkäuflich – anders als das übrige Feuerwerk.

Landrat Mario Löhr lobt die Mehrheit

Dessen Verkauf war in diesem Jahr verboten. Woher dann die Raketen stammten, die den Selmer Himmel erleuchteten? Wer gefragt wurde, behauptete, er habe sie noch vom letzten Jahr im Keller liegen gehabt.

„Wir sind mit der Einsatzbilanz zufrieden“, sagt auch Mario Löhr aus Selm, der neue Landrat des Kreises. „Bis auf ein paar Unbelehrbare“ habe sich die große Mehrheit der Bevölkerung im gesamten Kreis Unna in der Silvesternacht vorbildlich verhalten. Er bedankte sich für das Verständnis.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
Zur Autorenseite
Sylvia vom Hofe

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt