Skulptur darf mit zwei Jahren Verspätung jetzt doch auf Selmer Kreisverkehr

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Jetzt also doch: Nachdem Straßen.NRW erst keine Genehmigung dazu gegeben hatte, darf das Kunstwerk von Alfred Gockel nun doch auf den Kreisverkehr Kreisstraße/Sandforter Weg umziehen.

Selm

, 30.06.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist zwei Jahre her, da haben sich Bürgermeister Mario Löhr und Künstler Alfred Gockel ziemlich geärgert: Eigentlich hatte da zur Eröffnung des Stadtfestes in Selm im Jahr 2018 die neue Skulptur auf dem Kreisverkehr Sandforter Weg/Kreisstraße/Ludgeristraße feierlich enthüllt werden sollen. Daraus wurde aber nichts: Der Landesbetrieb Straßen.NRW hatte dem Plan keine Genehmigung erteilt. Die Skulptur könne den Straßenverkehr gefährden, hieß es damals. Sie wurde also erst mal auf die Wiese an Hallenbad gestellt - eine Lösung, mit der der Künstler Alfred Gockel und die Stadt Selm nicht so richtig zufrieden waren. Damals sagte er im Gespräch mit der Redaktion: „Wir geben nicht eher Ruhe, bis das Kunstwerk auf dem Kreisverkehr steht.“

Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Und am Donnerstag verkündete Mario Löhr in der Ratssitzung der Stadt Selm: „Nach vielen guten Gesprächen mit Straßen.NRW ist es uns gelungen, nun die Genehmigung dafür zu bekommen.“

Skulptur soll kurzfristig umziehen können

Das bestätigte der Landesbetrieb auch auf Anfrage der Redaktion. Mit der Stadt werde es einen Nutzungsvertrag für die Fläche auf den Kreisverkehr geben, sagte eine Sprecherin von Straßen.NRW. „Die Stelle gilt als Unfallhäufungspunkt“, sagte sie als Begründung dafür, dass die Genehmigung zunächst nicht erteilt worden sei. „Wir haben die Stelle jetzt aber über ein Jahr hinweg beobachtet und es ist dort nichts passiert“, sagte sie. Deshalb stünde dem Aufstellen der Skulptur an dieser Stelle jetzt auch nichts mehr im Wege.

„Wir danken Straßen.NRW, dass wir die Skulptur nun kurzfristig auf ihrem schon immer angedachten Standplatz aufbauen können“, kommentiert Mario Löhr den Nutzungsvertrag in der Ratssitzung.

Auch der Künstler Alfred Gockel freute sich über die Nachrichten. „Super!“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion, als er von der Versetzung des Kunstwerkes hörte. Von vornherein hatte er nicht verstanden, dass die angedachte Position auf dem Kreisverkehr für das Kunstwerk „Drei Ringe“ problematisch sein sollte. „Da war ich fassungslos“, erinnert er sich an die Nachricht vor zwei Jahren. „Skulpturen wie diese stehen überall in Deutschland auf Kreisverkehren als Meilensteine für die Orientierung.“

„Drei Ringe“ stehen für die drei Ortsteile Selms

Die Edelstahlstangen, die an dem Kunstwerk circa sieben Meter in die Höhe ragen, habe Straßen.NRW laut Angaben des Künstlers problematisch gesehen. Aber wenn ein Auto innerorts in Höhe von sieben Metern „herumfliege“ und die Stangen dabei zum Problem würden, dann habe der Fahrer wohl auch schon vorher ein Problem gehabt, sagte Alfred Gockel im Gespräch mit der Redaktion, die Bedenken von Straßen.NRW offen anzweifelnd. Aber: Teile, die an die Stangen als Schutz und Abschluss noch angebracht werden können, liegen schon bei der Stadt: Wenn Straßen.NRW es fordert, könnten sie angebracht werden, so der Künstler aus Lüdinghausen.

Der Künstler Alfred Gockel freut sich, dass sein Kunstwerk jetzt umziehen darf.

Der Künstler Alfred Gockel freut sich, dass sein Kunstwerk jetzt umziehen darf. © Marie Rademacher

Er hat sich in Selm schon um viele weitere Kreisverkehr-Kunstwerke gekümmert: Zum Beispiel auf dem am Zeche-Hermann-Wall oder auf dem am Lidl in Selm. Die „Drei Ringe“ symbolisieren die drei Ortsteile der Stadt: Selm, Bork und Cappenberg. Das hatte Gockel, der in Selm geboren ist, schon bei der ersten Präsentation des Kunstwerkes beim 25-jährigen Jubiläum des Wikult gesagt.

Laut Stadt Selm soll die Skulptur nun schon zeitnah umziehen. „In Kürze beginnen die Arbeiten für das Fundament auf dem Kreisverkehr“, erklärt Norbert Zolda von der Stadt Selm in einer Pressemitteilung. Nach Aushärtung des Betons soll die Skulptur dann versetzt werden.

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