So bringt der Verleih-Roboter „Dash“ Kindern spielend Programmieren bei

mlzStadtbibliothek Selm

Mathematik und Informatik sind nicht unbedingt beliebt im Schulunterricht. Das soll ein lustiger kleiner Roboter namens „Dash“ ändern, den die Selmer Stadtbücherei ab sofort verleiht.

von Angelika Steger

Selm

, 03.02.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den ersten Blick sieht der Neuankömmling der Stadtbibliothek (Bib) Selm aus wie eine vergrößertes Modell eines Moleküls. Vier blaue Kugeln mit je einem Durchmesser von circa zwölf Zentimetern, einem Auge, mehreren orangefarbenen runden Tasten und einer Höhe von rund 25 Zentimetern ergeben äußerlich den Roboter „Dash“, der nun ab sofort in der Bib ausgeliehen werden kann.

Sieht nicht spektakulär aus. Aber das Innenleben hat es in sich, wie Bibliotheksleiterin Margit Breiderhoff erläutert. „Man kann dem Roboter Dash verschiedene Tätigkeiten beibringen. Das geht über die Bedienung am Tablet oder Smartphone mithilfe von Apps“, so Breiderhoff weiter. Durch die Beschäftigung mit den Apps und dem Roboter soll den Kindern und Jugendlichen Lust auf naturwissenschaftliche Schulfächer gemacht werden. „Denn dieses Interesse an bestimmten Schulfächern hat auch Auswirkungen auf die Berufswahl. Die Industrie spricht immer vom ‚Fachkräftemangel‘, dem wollen wir mit unserem Angebot an elektronischen Medien entgegenwirken.“

Ab sofort kann man den Lernroboter "Dash" mitsamt Zubehör in einer Box ausleiehen.

Ab sofort kann man den Lernroboter "Dash" mitsamt Zubehör in einer Box ausleiehen. © Angelika Steger

Bei den Apps gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade. Margit Breiderhoff führt am Tablet die App „Rob-Saga“ vor. „Es ist eine grafische Programmiersprache. Man kann Dash sagen, dass er „Hallo“ sagen soll oder Freudentänze aufführen.“ Der „Freudentanz“ ist eine Bewegung im Kreis, die Robotersprache klingt sehr mechanisch, wie aus dem Telefon oder den Spielzeugradios mit Mikrofon aus früheren Zeiten.

Beim nächsten Schwierigkeitsgrad geht es nicht nur um die Programmierung von Zuständen, sondern um Tätigkeiten: „Dash“ kann fahren, in eine bestimmte Richtung schauen, Klänge erzeugen. Es blinkt einmal rot, der Roboter fährt rückwärts. Die Bibliotheksleiterin betont: „Das ist kein automatisch ferngesteuertes Ding. Alles, was Dash machen soll, muss man ihm beibringen.“ Das neue Ausleihmedium an der Stadtbibliothek Selm ist für Kinder von sechs bis zwölf Jahren geeignet.

„Dash“ ist für die ganze Familie gedacht

Margit Breiderhoff weist ausdrücklich darauf hin, dass der Roboter „Dash“ etwas für die gesamte Familie ist. „Bei der Vielzahl von Apps können Kinder leicht überfordert sein. Deshalb: Kinder nicht damit allein lassen, auch wenn „Dash“ ein Angebot für junge Bibliotheksnutzer ist. In der ausleihbaren Box ist auch Zubehör enthalten: Man kann man den Roboter so programmieren, dass er um Pylonen herum fährt. Auch musizieren nach einer vorher selbst komponierten Melodie könnte Dash, dazu muss aber zuerst noch Zubehör bestellt werden.

Die Vorteile dieses neuen Mediums sind für Margit Breiderhoff klar: „Dash“ hat eine lustige Art, die Optik regt die Kinder an, damit zu spielen, also zu programmieren.

In der „Bibliothek der Dinge“ möchte die Stadtbibliothek Selm den Bürgern die digitale Welt zugänglich machen, wie Breiderhoff erklärt. Elektronische Medien seien bei den Nutzern sehr gefragt.

Auf der Website der Bibliothek gibt es auch Internetlinks für Eltern, die sich über das Programm informieren möchten. Für die Ausleihe von „Dash“ benötigt man nur einen gültigen Bibliotheksausweis.

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