So ist Wolfgang Tacka potenziellen Betrügern auf die Spur gekommen

mlzBetrugsversuch

Die Mail sah auf den ersten Blick unverfänglich aus. Doch wo Amazon drauf stand, war nicht Amazon drin. Zum Glück hat das Wolfgang Tacka (78) gemerkt. Er will jetzt andere Bürger warnen.

Selm

, 11.10.2019, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die angebliche Mail von Amazon war zumindest auf den ersten Blick nicht auffällig: „Das interne Anti-Betrugssystem hat festgestellt, dass auf Ihrem Kundenkonto unübliche Bewegungen stattgefunden haben. Aus diesem Anlass wurde ihr Benutzerkonto deaktiviert“, hieß es in der Mail.

Damit nicht genug: Die angebliche Amazon-Mail vermittelte den Eindruck, dass sich das Unternehmen wirklich Sorgen um den Kunden machen würde: „Somit möchten wir ihr Kundenkonto vor unberechtigten Zugriffen schützen.“

Stutzig wurde Wolfgang Tacka jedoch beim weiteren Lesen der Mail. „Damit keine unautorisierten Transaktionen getätigt werden können, hat unser internes Überwachungssystem die hinterlegten Zahlungsmethoden entfernt.“

Wolfgang Tacka hat seine Daten nicht preisgegeben

Statt die persönlichen Daten inclusive Kreditkartennummer an die angegebene Mailadresse zu schicken, überprüfte der Selmer Senior sein Kundenkonto. Und siehe da. Alles funktionierte bestens. Tacka leitete deshalb die Mail an eine besondere Mailadresse von Amazon (stop-spoofing@amazon.com) weiter.

„Wir nehmen Phishing oder Spoofing (Manipulation; die Red.) Angriffe auf unsere Kunden sehr ernst. Sollten Sie eine E-Mail erhalten haben, von der Sie denken, dass sie nicht von Amazon stammen könnte, melden Sie uns den Vorfall“, erklärt Amazon.

Ein Beleg dafür, dass Wolfgang Tacka alles richtig gemacht hat. Damit nicht genug. Der Selmer meldete sich bei der Verbraucherzentrale in Lünen und er geht auch in die Öffentlichkeit. „Ich möchte andere Menschen warnen“, sagt der rüstige Senior.

Verdächtige Mails an die Verbraucherberatung weiterleiten

Wie wichtig es ist, bei Geschäften im Internet ganz genau aufzupassen, belegt ein Blick auf die Internetseite der Verbraucherberatung. Hier gibt es die Rubrik „Phishing-Radar“ mit aktuelle Warnungen. Verbraucher, die verdächtige E-Mails erhalten haben, können sie an die E-Mail-Adresse phishing@verbraucherzentrale.nrw weiterleiten.

Ganz aktuell sind danach PayPal-Phishing-Mails im Umlauf: „Folgende Betreffzeilen erhielten wir am häufigsten, schreibt die Verbraucherberatung mit Datum vom 10. Oktober: „Kontoprobleme“, „Pay Pal Konto Probleme“, „Konto nicht aktiv“ und „Es gibt Probleme mit Ihrem Konto“.

Phishing-Versuche im Namen der Sparkasse

Mitte der Woche erreichte die Verbraucherzentrale vor allem Phishing-Versuche unter dem Betreff „Mitteilung zu Ihrem Kundenkonto“ im Namen der Sparkasse. Wie üblich, werden die Empfänger in der E-Mail zu einer Datenbestätigung und einer erneuten Datenhinterlegung aufgefordert.

Wie wichtig es ist, bei diesen Mails genau hinzusehen und kritisch zu hinterfragen, zeigt gerade jetzt wieder der Selmer Fall.

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