So sollen Polizei-Studenten den Karneval sichern

Vom LAFP in Selm-Bork

Im Karnevalstrubel werden in diesem Jahr Polizei-Auszubildende eingesetzt. Das hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) in der vergangenen Woche verkündet. Was die Polizei-Akademie (LAFP) in Bork zu diesem Spezial-Einsatz sagt und wie er genau ablaufen soll, erfahren Sie hier.

BORK

, 22.01.2016, 11:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist die Ursache für diesen Vorstoß?

Die NRW-Polizei steht vor neuen Herausforderungen: Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und das Vertrauen in die Polizei sind durch die „gravierenden Ereignisse in der Silvesternacht“, so LAFP-Sprecher Victor Ocansey beeinträchtigt. Michael Frücht, LAFP-Direktor, sagt: „Die Sicherheit der Bürger hat höchste Priorität. Für uns geht es darum, Vertrauen zurückzugewinnen. Insbesondere durch Präsenz vor Ort werden wir den Schutz der Bürger sicherstellen. Dazu leisten unsere Studierenden einen wichtigen Beitrag.“

 

Wer wird wann und wo eingesetzt?

Studenten der Einstellungsjahrgänge 2013 und 2014 werden die Polizeibehörden des Landes an den Karnevalstagen unterstützen. „Die Studierenden des Einstellungsjahrgangs 2014 befinden sich aktuell im Training am LAFP“, so Ocansey, „die 2013er an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung.“

 

Sind die jungen Leute dazu bereit?

„Beide Jahrgänge haben Erfahrungen im Wachdienst gesammelt“, erklärt Ocansey. Bei der dreijährigen Bachelor-Ausbildung sind Theorie, Training (ein Hauptschwerpunkt in Bork) und Praxis in den Polizeidienststellen in einem regelmäßig wechselnden Turnus verzahnt. Die Polizeiausbildung in NRW genieße auch aus diesem Grund hohe Anerkennung, so der LAFP-Sprecher. Die Studenten seien schon gut ausgebildet und würden entsprechend ihres Ausbildungsstandes Dienst tun.

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Wann beginnen die Einsätze und wo finden sie statt?

Von Weiberfastnacht bis spätestens Aschermittwoch sollen sie sowohl in Karnevalshochburgen als auch in den übrigen Polizeibehörden laufen – und zwar für jede Person aus dem Anfangsjahrgang 2013 auf der Wache, wo sie schon ihren Praktikumszeitraum verbracht hat, und immer im Duo mit einem erfahrenen Wachdienstbeamten.

Der Einstellungsjahrgang 2014 wird gemeinsam mit über 200 Ausbildern des LAFP als Schwerpunkt in den Karnevalshochburgen für Bürger ansprechbar sein. Ocansey: „In den zurückliegenden Jahren wurden im Rheinland bereits mehrfach Polizeianwärter erfolgreich beim Karneval eingesetzt. Sie wurden von ihren Ausbildern begleitet und angeleitet. Auf die Erfahrungen bauen wir auf.“

 

Erkennt man die Auszubildenden?

Sie tragen ihre Wachdienstuniform wie in ihren regulären Praktika auch. Das bedeutet: weiße Schirmmütze, blauer Pullover und Hose, Hemd/Bluse, Krawatte und Schuhe. Zum Vergleich: Bei der Bürodienstuniform wird eine blaue Schirmmütze getragen.

 

Fällt dafür Unterricht aus?

Ja, aber das wollen Fachhochschule und LAFP kompensieren.

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