Sonnenkinder erlebten Johannes Paul II. bei zwei Audienzen

Seligsprechung

Er war der Papst der Herzen, nun wird Johannes Paul II. in Rekordzeit nach seinem Tod im Jahre 2005 am 1. Mai selig gesprochen. Das dauert normalerweise Jahrzehnte. Der Chorleiter der Selmer Sonnenkinder versteht, warum die Katholische Kirche diesmal nicht so viel Zeit verliert.

SELM

von Von Malte Woesmann

, 30.04.2011, 00:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sonnenkinder-Chorleiter Hans W. Schumacher 2003 bei Papst Johannes Paull II. Es war ein ganz wichtiger und besonderer Moment für ihn.

Sonnenkinder-Chorleiter Hans W. Schumacher 2003 bei Papst Johannes Paull II. Es war ein ganz wichtiger und besonderer Moment für ihn.

„Ich finde das auch absolut gerechtfertigt! Wer es in 30 Jahren verdient hat, der hat es auch jetzt verdient.“ Hans W. Schumacher spricht damit aus, was viele Katholiken denken. Der Chorleiter der Selmer Sonnenkinder kam dem Papst gleich zwei Mal ganz nah. Zum zehn- und zwanzigjährigen Jubiläum des Selmer Kinderchors war eine Selmer Delegation in Rom. „Beide Male haben wir dort auch gesungen“, erinnert sich Schumacher.

1993 fuhr eine fast 100-köpfige Selmer Reisegruppe mit zwei Bussen nach Rom. In der großen Audienzhalle waren die Selmer zwar nur Teil von 10.000 anderen Gläubigen, doch Papst Johannes Paul II. kam direkt auf den Selmer Chor zu. „Er fragte uns, woher wir kommen; sogar auf Deutsch“, erinnert sich Schumacher. Der Selmer Chorleiter übergab dem Papst zwei CDs, worauf Johannes Paul II. den Chor sogar noch segnete. Zehn Jahre später ging es erneut in die ewige Stadt. Bei der Papstaudienz zu Ostern waren die Selmer mit Zehntausenden anderen auf dem Petersplatz versammelt. „Wir durften da sogar singen und waren damit live im italienischen Fernsehen“, erinnert sich Schumacher.

Als die Audienz eigentlich schon vorbei war, kam die große Überraschung. „Wir durften zum Papst auf die Bühne“, sagt Schumacher. Die Sonnenkinder gaben dem Papst so noch ein kleines Ständchen. „Ich habe ihm meine Stimmgabel und eine CD geschenkt.“ Zwar war Papst Johannes Paul II. dort schon schwer von seiner Parkinson-Krankheit gekennzeichnet, doch Hans W. Schumacher spürte trotzdem den besonderen Moment: „Er hatte eine Aura, das kann man gar nicht beschreiben.“ Als herzlichen und liebenswürdigen Menschen hat Schumacher Papst Johannes Paul II. in Erinnerung. „Und da war nichts Aufgesetztes. Es kam bei ihm einfach aus dem Inneren.“

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