St. Martin: Borker hatten kein Pferd zu St. Martin - die Cappenberger dafür gleich zwei

mlzSt. Martin

In Bork musste der St. Martin Auto fahren, weil kein Pferd zur Verfügung stand. Ganz anders war das nur einen Tag später in Cappenberg: Dort waren gleich zwei Pferde unterwegs.

Cappenberg

, 12.11.2019, 20:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Kinder machten am Sonntag große Augen, als der Heilige Martin in Bork nicht wie gewohnt auf seinem Pferd zu sehen war, sondern von der Ladefläche eines Autos grüßte.

Dem bisherigen Martinspferd Memo sollte aus Altersgründen nicht zugemutet werden, noch einmal in den St. Martin zu tragen - und das neue Pferd Ella hatte sich bei einem Testlauf in Lünen noch als etwas unsicher erwiesen. Das waren die Gründe, die der Borker St. Martin Heinz-Willi Quante und Jochen Beese von der Martinsgesellschaft erhalten hatten. Also hatten sie improvisiert und waren auf die Lösung mit dem Auto umgesprungen.

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Kein Pferd für die Borker - dafür gleich zwei für die Cappenberger

Einen Tag später, beim Martinsumzug in Cappenberg, waren dann aber sogar zwei Pferde im Einsatz: Ella und Memo. Wieso konnten die Pferde in Bork nicht dabei sein, dann aber am Montag in Cappenberg den Zug begleiten?

Heino Janssen, Vorsitzender des Heimatvereins Cappenberg, der den Zug organisiert, spricht von „engen Verbindungen“ zu dem Hof, von dem die Pferde kommen. Er sagt außerdem, der Zug sei „kleiner und zentraler“ als der in Bork und „nicht so gefährlich für ein junges Pferd“. Der Cappenberger St. Martin Holger Lipke ritt auf Ella. Memo sei nur als Unterstützung dabei gewesen, musste also keinen Martin mehr tragen. Für Ella gab es außerdem einen besonders großen Abstand zum Zug, der mit einem Seil erreicht wurde.


Zwei Martinszüge hintereinander zu viel für junges Pferd

Zudem habe es eine Rolle gespielt, dass zwei Martinszüge hintereinander für das noch unerfahrene Pferd Ella möglicherweise etwas viel gewesen wären, sagt Janssen. „Ich bin natürlich froh, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, fügt er hinzu.

Und die Borker? Für die sei das natürlich blöd, „keine Frage“, sagt Janssen. „Man muss vielleicht in Zukunft noch mal prüfen, dass die Termine nicht so nah beieinander liegen“, schlägt er vor. Der Cappenberger Termin sei jedenfalls traditionell am 11. November, egal welcher Wochentag es sei.

St. Martin: Borker hatten kein Pferd zu St. Martin - die Cappenberger dafür gleich zwei

Die Kinder, mit ihren bunten Laternen, waren zahlreich zum Zug gekommen. © Günther Goldstein

Neben den zwei Pferden gab es in diesem Jahr noch eine Besonderheit für die Cappenberger. Um 17.30 Uhr sollte der Zug losgehen. Kurz vorher, um 17.10 Uhr, gingen die Sirenen, um die Feuerwehrleute zu dem Großbrand bei der Fleischerei Brüning zu rufen. „Das hat uns natürlich im ersten Moment schockiert“, sagt Janssen. Der Beginn des Martinszugs sei immer besonders wichtig. Allerdings hätten sich schnell genügend freiwillige Helfer gefunden, die bei der Absicherung des Zuges geholfen hätten. So ging es mit etwa acht Minuten Verspätung los. Gut angekommen sei der Zug, sagt Janssen. „Das haben alle gesagt.“

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