Erster Umzug abgesagt: Wie stehen Chancen für St. Martin 2020 in Selm, Bork und Cappenberg?

mlzSt. Martin

Eigentlich sind große Volksfeste und Veranstaltungen nur bis zum 31. Oktober in NRW verboten. Dennoch ist jetzt schon ein Martinsumzug - St. Martin ist ja im November - abgesagt worden.

Selm, Bork, Cappenberg

, 20.07.2020, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mail schließt mit einem „freundlichen Glückauf“ - auch wenn das, was Michael Feige darin verkündet, keine guten Nachrichten sind. „Der St. Martinsumzug der IGBCE Ortsgruppe Selm/Bork wird für das Jahr 2020 abgesagt“, steht da. Eine Nachricht, die sicher viele in Selm traurig stimmen wird. Inklusive Michael Feige, wie er im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

„Die Entscheidung haben wir schweren Herzens getroffen. Und das tut mir auch sehr leid - vor allem für die Kinder, die sonst mit leuchtenden Augen in der ersten Reihe stehen“, sagt der Vorsitzende der Ortsgruppe der Gewerkschaft für Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE). Aber die Verantwortung für so eine Veranstaltung in diesem Jahr zu tragen, zu gewährleisten, dass Abstände eingehalten werden, dass sich niemand ansteckt: Das könne die IGBCE einfach nicht leisten.

Verbot von Großveranstaltungen gilt bisher nur bis 31. Oktober

Zwar gilt die verordnete Absage von Großveranstaltungen wegen Corona in NRW bisher nur bis zum 31. Oktober. Eine Verlängerung des Verbots - St. Martin ist ja erst im November - ist aber nicht auszuschließen. Weil die IGBCE sonst schon jetzt mit den Planungen eingestiegen wäre, sich um Pferd, um Musikgruppen, den Vorplatz des Bürgerhauses und noch vieles weitere für den Umzug hätte kümmern müssen, haben sich die Verantwortlichen zur Absage entschieden. „Wir wollten jetzt einfach Planungssicherheit haben“, sagt Michael Feige. Also wird der Selmer St. Martin (alias Klaus-Dieter Viebranz) in diesem Jahr nicht hoch zu Ross durch die Selmer Straßen reiten.

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Schon seit 1998 organisiert Michael den Umzug in Selm. Eine Absage des Umzuges hat es erst einmal in den 80er-Jahren gegeben, erinnert er sich. „Damals war das, weil das Wetter so schlecht war.“ In all den anderen Jahren - über 50 Mal schon hat die IGCE den Umzug in Selm ausgerichtet - konnte die Veranstaltung stattfinden und hat viele Besucher angezogen. Gerade in den letzten Jahren, so sagt es Michael Feige, seien wieder viele Familien gekommen, hätten das Angebot gerne angenommen. Umso mehr habe sich der Ortsverein die Entscheidung wirklich schwer gemacht.

Wie sieht es mit Umzügen in Bork und Cappenberg aus?

Bisher ist der Umzug in Selm aber noch der einzige in der Stadt, der definitiv schon angesagt ist. Auch Bork und Cappenberg haben jeweils immer große Umzüge. Wie sieht es mit denen aus?

In allen Selmer Ortsteilen - hier in Cappenberg - kommen Hunderte Menschen zu den Martinsumzügen. Da auf Abstände zu achten, ist schwierig.

In allen Selmer Ortsteilen - hier in Cappenberg - kommen Hunderte Menschen zu den Martinsumzügen. Da auf Abstände zu achten, ist schwierig. © Günther Goldstein

„Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt Heinrich Janssen, der sich für den Arbeitskreis St. Martin um den Martinsumzug in Cappenberg kümmert. „Bei uns beginnen die Vorbereitungen immer erste Mitte September - bis dahin warten wir noch ab“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Aber, so erzählt er, wenn die Lage dann so ist wie derzeit, dann würde er den Umzug auch absagen. Zu gewährleisten, dass sich niemand ansteckt, das könne man bei so einer Veranstaltung nicht leisten, sagt auch Heinrich Janssen.

Ähnlich sieht die Lage in Bork aus: „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen“, sagt Jochen Beese von der Borker Martinsgesellschaft auf Anfrage der Redaktion. Auch er erklärt, dass erst im September die konkreten Planungen losgehen. Bis dahin wartet der Verein erst mal noch ab. Allerdings, so sagt es auch Jochen Beese jetzt schon, habe er „wenig Hoffnung“, dass 2020 alles so über die Bühne gehen kann wie sonst.

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