Stadtwerke Selm: "Sind auf den Winter vorbereitet"

Salzvorräte und Fahrzeugflotte

Schon Mitte Oktober überraschte der erste Schneeregen die Selmer: 2 Grad, "Öselwetter". Das war aber noch nicht der Winter-Einbruch. Bald aber könnte er da sein. Wir haben uns angeschaut, wie gut die Stadtwerke Selm vorbereitet wären.

SELM

, 18.10.2015, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadtwerke Selm: "Sind auf den Winter vorbereitet"

Gelagertes Streusalz: Die Stadt Selm ist nach eigenem Bekunden bestens auf den Winter vorbereitet.

Eine Witterung für den Winterdienst gab es diesen Herbst/Winter noch nicht. Denn der Schneeregen Mitte Oktober war bei Auftreffen auf den Untergrund Wasser. „Ab dem 1. November sind wir vertraglich verpflichtet, Vorsorge zu betreiben“, so Stadtwerke-Chef Stephan Schwager. „Ab dem 1.11. ist also aufgesattelt – und wenn vorher schon Schnee gekommen wäre, hätten wir kurzfristig reagiert.“

Überwiegend Salz-Sole kommt in Selm zum Einsatz, nur ganz wenig von dem körnigen Lava-Granulat. Das Granulat, ähnlich dem Rollsplit, bleibt nämlich auf den Wegen und muss mit den Kehrmaschinen wieder aufgenommen werden. Das ist umständlich. Außerdem ist es nicht so effektiv wie das schmelzende Salz – das wiederum bei sehr starkem Schneefall seine Schwächen hat.

Salz-Rekord aus dem Jahr 2010

Zu Jahresbeginn stellten die Stadtwerke nach den Erfahrungen aus dem Schneerekord-Winter 2010 in jedem Fall ein zusätzliches Salzsilo auf den Hof: Dadurch verdoppelte sich die Lagerkapazität auf 150 Tonnen. „Wir gehen davon aus, dass wir damit durch einen ganzen Winter kommen“, so Schwager. 2010 streute man allerdings rund 400 Tonnen. Auch für einen solchen Extremfall habe man aber vorgesorgt: „Dann erfolgen Nachlieferungen zu schon vereinbarten Konditionen“, so Schwager.

2010 musste das Salz aus Osteuropa importiert werden. Der Salzpreis stieg wegen der extremen Nachfrage von 50 Euro pro Tonne auf 350 Euro. Das sind Mondpreise, die man nicht zahlen will. Selm hat sich über Straßen.NRW darum einer kommunalen Initiative angeschlossen, die Preise sind vertraglich gesichert. 150 Tonnen sind in Selm trotzdem nicht eingelagert. „Man muss aufpassen, dass das Salz nicht verklumpt. Wir können aber binnen drei Tagen das Lager komplett füllen“, sagt Schwager.

Kleintraktoren werden angemietet

Die Fahrzeugflotte ist überprüft und winterbereift – aber noch nicht ganz komplett: Kleintraktoren, für die es im restlichen Jahresverlauf keine Verwendung bei den Stadtwerken gäbe, mietet man von November bis April von Agravis an. Das ist effizienter und günstiger, als sie selbst im Bestand zu haben.

Wer ist für Winterdienst zuständig? Das ist via Straßenreinigungssatzung exakt geregelt: Die Stadtwerke haben die öffentlichen Verkehrsflächen verkehrstechnisch in Ordnung zu halten, die Anwohner oder Eigentümer die direkt ans Grundstück angrenzenden Geh- und Radwege und Stichstraßen. Hier ist zwischen 7 und 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte unverzüglich zu beseitigen, sonn- und feiertags ab 9 Uhr. Schnee ist auf den Fahrbahnrand oder den daran angrenzenden Teil des Gehwegs zu schieben, sodass Fußgänger, Radfahrer und Autos nicht mehr behindert werden. Grünränder und Baumscheiben dürfen nicht mit Salz bestreut werden.

Zum Nachlesen: Die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung der Stadt Selm

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt