Konzert in der Stiftskirche ist für Organist Michał Markuszewski wie Rückkehr nach Hause

Cappenberger Orgelsommer

Es ist das vierte Konzert im Cappenberger Orgelsommer. Für Dr. Michał Markuszewski wird das Orgelkonzert am Sonntag, 21. Juli, in der Stiftskirche besonders. Auch wegen eines Silberlings.

Cappenberg

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Konzert in der Stiftskirche ist für Organist Michał Markuszewski wie Rückkehr nach Hause

Dr. Michał Markuszewski gibt am 21. Juli in der Stiftskirche ein Orgelkonzert. © Arndt Brede

Das Konzert wird um 17 Uhr beginnen. Organist Michał Markuszewski wird schon am Abend vorher anreisen. Ganz Profi, wird er sich auf der Orgel der Stiftskirche einspielen, ein Gefühl dafür bekommen wollen, was Musiker und Instrument voneinander zu erwarten haben. Obwohl, eigentlich bedürfte es einer solchen sensiblen Annäherung nicht. Die historische Vorenweg-Orgel von 1788 und der 39-jährige Organist aus Warschau sind gute alte Bekannte.

Zwischen Dortmund und Warschau

„2007 oder 2008, das weiß ich nicht mehr so genau, habe ich mein erstes Konzert in der Stiftskirche gegeben“, erzählt Markuszewski. Für das Gespräch in der Stiftskirche hat sich der Künstler rund eine Stunde Zeit genommen. Am Abend zuvor hat er in der Heilig-Geist-Kirche in Dortmund konzertiert, am Mittag darauf fährt er mit dem Zug nach Warschau. Diese Stunde in der Cappenberger Kirche bringt dem Journalisten die Orgel und den Künstler näher als er vorher gedacht hätte.

Enge Bindung

Markuszewski macht es einem einfach, ihn kennen zu lernen. Offen, ja, auch fröhlich, aber vor allem mit einer tiefen Ernsthaftigkeit spricht er über Orgel, Konzert und sich. Was er erzählt, zeugt von einer engen Bindung zur Vorenwegorgel in Cappenberg.Ja, das sei möglich, sagt er. Auch wenn er Dutzende von Konzerten pro Jahr gibt, allein 300 davon in den letzten 15 Jahren mit Unterstützung von Ernst Haubner. Der Dortmunder Haubner bezeichnet sich als „Mann hinter Markuszewski“, organisiert Konzerte für den Polen. So eben auch das Konzert an dieser besonderen Orgel.

Organist gerät ins Schwärmen

Immer wieder geht Markuszewskis Blick hinauf zur Orgelempore. So, als wüsste das Instrument, dass der Organist über es spricht. Das Wort „spricht“ trifft es nicht. der begriff „schwärmt“ wäre besser gewählt. „Mein erstes Konzert auf der Vorenwegorgel war auch eines meiner ersten Konzerte in Deutschland“, erinnert sich Markuszewski. „Es war faszinierend, wie schön sie klingt. Wie sanft, aber auch elegant der Klang ist.“ Er habe einen ganzen Tag auf der Orgel gespielt. Der Klang der Orgel ist dem jungen Organisten seitdem stets präsent gewesen. Auch, wenn er seitdem auf vielen Instrumenten in der Welt gespielt hat, etwa in der französischen Kathedrale Notre Dame.

CD-Programm live in Cappenberg

Die Liebe zur Cappenberger Vorenweg-Orgel brach sich letztendlich Bahn in einem besonderen Projekt: „Irgendwann habe ich mir gedacht, dass wir auf der Cappenberger Vorenweg-Orgel eine CD einspielen müssten.“ Gesagt, getan. Ernst Haubner und Michał Markuszewski haben es hinbekommen und die CD „In dir ist Freude“ aufgenommen. 2012 war das. Und das Programm des Konzerts am 21. Juli in der Cappenberger Stiftskirche deckt sich mit wenigen Ausnahmen mit den Stücken der CD. Johann Sebastian Bachs „In dir ist Freude“ (Bachwerkeverzeichnis 615) ist darunter. Dietrich Buxtehudes „Präludium, Fuge und Ciacona in C“ auch. Und wie im Orgelsommer üblich, wird auch Michał Markuszewski eine Improvisation des Gottfriedliedes „Sei gegrüßt, o Godefried“ bieten.

Musik umfängt Zuhörer

Viele gute Gründe also, um das Konzert am 21. Juli zu besuchen. „Viele Menschen kommen, um gute Musik zu hören“, sagt der polnische Organist. Das dürfte am Sonntag, 21. Juli, gegeben sein. Interessierte Zuhörer, der Künstler, das Instrument: Fehlt noch die vierte Säule eines gelungenen Konzerts: „Die Atmosphäre muss stimmen.“ Da kommt die besondere Akustik der Stiftskirche ins Spiel. Töne steigen empor, entfalten oben ihren Klang und fallen wie Regen auf die Zuhörer. Das ist beim regelmäßigen Kammermusikfestival nicht anders als bei einem Orgelkonzert. So dass die Musik, kreiert durch Künstler und Instrument, die Zuhörer regelrecht umfängt.

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Das ist Michał Markuszewski Michał Markuszewski ist Absolvent der Warschauer Frédéric-Chopin-Musikakademie. 2007 ansolvierte er das Studium an der Universität der Künste (Hauptfach Orgelimprovisation) mit anschließendem Aiufbaustudium und Abschluss an der Musik-Hochschule in Würzburg. Seit 2013 trägt er den Doktor-Titel im Bereich Musik (Fachgebiet Instrumentalistik). Seine musikalische Visitenkarte umfasst Erfolge bei verschiedenen Wettbewerben, Konzerte und CD-Einspielungen. Markuszewski begleitete auch zahlreiche Restaurierungsprojekte historischer orgeln und und war Berater bei Orgelneubauten.
Lesen Sie jetzt