Strenge Maßnahmen: So läuft der Schulbetrieb an der Overbergschule

mlzUnterricht in Selm

Grundschüler gehen seit dem 11. Mai wieder tageweise in die Selmer Overbergschule. Strenge Hygienemaßnahmen müssen eingehalten werden – die den Unterricht stark einschränken.

Selm

, 22.05.2020, 10:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schrittweise startet der Schulbetrieb wieder in Nordrhein-Westfalen. Nach zwei Monaten Schließung kehren die Schüler der Selmer Overbergschule in die Klassenräume zurück – wenn auch unter starken Einschränkungen nur zweimal in der Woche.

Statt der ursprünglich großen Klassen gebe es nun Lerngruppen mit jeweils 15 Kindern, der Schulhof habe Markierungen zum Einhalten des Mindestabstands, jeder Schüler müsse außerhalb des Klassenzimmers eine Maske tragen und am Eingang stehe ein Desinfektionsspender, so die Schulleiterin Christine Jücker. Außerdem habe jede Lerngruppe individuelle Zeiten für den Schulbeginn sowie die Pause. „So kann die Infektionskette verringert werden“, sagt die 51-Jährige. Überwiegend seien die Grundschüler verständnisvoll. Nur selten müsse laut der Schulleiterin ein Kind ermahnt werden.

In der Organisation ist Schnelligkeit gefragt

Nicht nur für die Schüler hat sich durch die Corona-Krise viel getan: Auch die Schulleitung und Lehrer mussten sich umorientieren. Die Schulleiterin teilt sich mit dem Konrektor Stefan Vogel die Präsenz in der Schule: „Während der eine im Büro ist, ist der andere im Homeoffice“, sagt sie.

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Zurzeit sei in der Organisation besonders Schnelligkeit gefragt. Einige von der Landesregierung festgesetzte Maßnahmen habe die Overbergschule in nur einem Tag umsetzen müssen. Zudem seien auch schon Regelungen angekündigt worden und dann ein paar Stunden später wieder zurückgenommen worden, so die Rektorin. Zum Schutz habe Jücker eine zusätzliche Maßnahme in ihrer Schule getroffen: die zur Risikogruppe gehörenden Lehrer vorübergehend zu ersetzen. „Ich mache mir besonders um die Gesundheit meiner Kollegen Sorgen“, sagt sie. Diese müsse geschützt werden.

Regelmäßiger Kontakt mit Eltern von 320 Schulkindern

Kommunikation stehe für die Schulleitung zurzeit an oberster Stelle. Für die Eltern der Schüler würde die Rektorin und der Konrektor als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung stehen – auch in der Zeit der Schließung. So habe es eine Notbetreuung gegeben, die auch am Wochenenden genutzt werden konnte. Täglich seien etwa fünf bis zehn Kinder weiterhin in die Schule gekommen.

Zusätzlich habe die Rektorin zusammen mit dem Konrektor Stefan Vogel den Kontakt zu den Eltern der 320 Kinder per Telefon sowie E-Mail gehalten. Denn auch wenn die Schule geschlossen war, sollten die Kinder keine Lernpause machen.

Jeder Schüler bekam Aufgaben für die unterrichtsfreien Wochen mit nach Hause. Durch Videokonferenzen sei der Plan mit den Kollegen geregelt worden. Anschließend habe jeder Schüler neue Aufgaben für die Kernbereiche Deutsch und Mathematik in den Briefkasten bekommen. Die Aufgaben würden jedoch alle nur der Wiederholung dienen: „Es bringt nichts, wenn nur einige Eltern neue Lerninhalte erklären können“, sagt der Konrektor. Dann würden starke Bildungsunterschiede entstehen.

Besonders den Eltern mit Sprachbarrieren könne die Schulleitung keine neuen Themen zumuten. Für diese sei es schon schwierig genug, den Kindern bei bereits gelernten Bereichen zu helfen. Außerdem gebe es auch Eltern, die mit fünf Kindern auf 60 Quadratmeter leben. Der enge Raum biete keine gute Lernmöglichkeit. Da ist sich die Schulleitung einig: Eltern seien eben kein Lehrerersatz, ergänzt Jücker. Umso glücklicher ist die Schulleitung nun über die schrittweise Wiederaufnahme des Unterrichts.

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