Student verkauft geklautes Auto - Gericht bleibt hart

Bitte um Gnade

Ganz schön abgezockt verhielt sich ein Selmer Student, der sich jetzt vor Gericht verantworten musste. Erst verkaufte er ein geklautes Auto weiter, dann gestand er und bat darum, das Ganze nicht in sein Führungszeugnis einzutragen. Schließlich sucht er demnächst einen Job. Beim Gericht biss er mit dieser Bitte auf Granit.

SELM

04.08.2014, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Käufer war in einem Online-Portal auf ein Inserat gestoßen. Der dort abgelichtete Mercedes 200 CDI gefiel ihm auf Anhieb. Am 21. April kam es am Straßenrand der Breiten Straße zu einem Treffen. Nach einer Probefahrt wurde man sich schnell handelseinig: Der Student übergab den Schlüssel für das Auto, der Interessent im Gegenzug 11.800 Euro in bar. Was der Käufer zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte: Er war just in diesem Moment gnadenlos abgezockt worden. Es dauerte nämlich gar nicht lange, bis er sein neues Lieblingsfahrzeug wieder abgeben musste. Es hatte sich nicht nur heraus gestellt, dass das Fahrzeug kurz vor dem Verkauf in Selm einem Pfarrer in Italien gestohlen worden war. Der Student hatte den Käufer außerdem auch noch mit einem komplett falschen Namen und einer falschen Anschrift auf dem Kaufvertrag in die Irre geführt. Irgendwann war die Polizei dem Studenten aber dann doch noch auf die Schliche gekommen.

Mit Blick auf seine in Kürze anstehende Jobsuche hatte der geständige Student gehofft, dass für ihn am Ende eine Geldstrafe herauskommt, die nicht in ein Führungszeugnis eingetragen wird. Beim Gericht biss er damit jedoch auf Granit. „Diese Tat war an verbrecherischer Raffinesse kaum zu überbieten“, sagte Richter Thomas Gessert. „Wenn Sie keinen Job kriegen, bedanken Sie sich nicht bei mir, sondern bei sich selbst.“

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