Das Sturmtief Hendrik II, das vom Tief Ignatz über Skandinavien angetrieben wurde, ließ auch in Selm die Weiden im Wind flattern. Aber die Böen ordnete der Deutsche Wetterdienst nur als "stürmischen Wind" ein. © Arndt Brede
Sturmtief Hendrik II

Sturmtief: Diese Auswirkungen hatte der Sturm in Selm, Nordkirchen und Olfen

Sturm Hendrik II hat an vielen Orten in NRW für Chaos gesorgt. Wie war die Situation in Selm, Olfen und Nordkirchen? Wir haben bei der Feuerwehr und einer Meteorologin gefragt.

Böse war über diesen Ausgang des Sturmtages niemand: weder die örtlichen Feuerwehrchefs noch die Bürger. Zwar wehte so manche heftige Böe über Selm, Nordkirchen und Olfen hinweg und so manche Mülltonne oder Plane machte sich selbstständig, doch große Schäden blieben aus.

„Bei uns war gar nichts, wir hatten keinen Einsatz“, sagte Selms Leiter der Feuerwehr, Thomas Isermann. Auch in Olfen war nichts. „Wir sind verschont geblieben und hatten auch eine ruhige Nacht“, sagte Karsten Nieländer vom Olfener Presseteam. Auch in Nordkirchen musste die Feuerwehr nicht ausrücken: „Hier steht noch alles“, sagte Manfred Schäper, Leiter der Feuerwehr, gut gelaunt.

Alle drei waren diesbezüglich auch ziemlich dankbar, denn Sturmeinsätze sind immer ein lokales Ereignis – und man wisse nie, was einen erwarte.

Keine Alarmbereitschaft bei Feuerwehren

In den beiden Städten wurde aber darauf verzichtetet, die Kameraden aufgrund der Unwetterwarnungen in Alarmbereitschaft zu versetzen oder sogar eine lokale Einsatzleitstelle für den Fall der Fälle einzurichten. Bei manchen Unwetterlagen, die unzählige Notrufe mit sich bringen, macht dies Sinn, weil dann die Kreisleitstelle entlasten werden kann, aber auch die Abarbeitung der gemeldeten Einsätze leichter priorisiert und koordiniert werden kann. Doch bei Ignatz war das nicht notwendig. „Es regnet und windet halt, aber das ist nicht schlimm“, so Isermann.

Wetterdienst hat auch eine Erklärung

„Es sei schon stürmisch gewesen“, erklärte Ortrun Roll, Meteorologin vom Deutschen Wetterdienst in Essen, „aber nicht mehr.“ Tatsächlich seien die Vorhersagen vielerorts eingetroffen, wie die Wetterstationen in NRW aufgezeichnet hätten. In Wuppertal gab es mit Windböen von 117 km/h durchaus orkanartigen Sturm und auch in Aachen mit 98 km/h noch schweren Sturm, doch die Selm am nächsten gelegene Station in Haltern zeichnete nur Windgeschwindigkeiten von 64 km/h in der Stunde auf. „Das gilt dann als stürmischer Wind“, erklärt Ortrun Roll. „Es war also nicht windlos.“

Doch das Zusammenspiel des großen Tiefdruckgebiets Ignatz über Skandinavien mit Tief Hendrik II über NRW habe den herrschenden Druckbereich in dieser Region aufgelockert. „Der Raum Selm lag relativ nah am Kern des kleinräumigeren Tiefes“, erklärte Ortrun Roll, und in diesem Kern sei die Druckänderung nicht so groß, als dass dort schwere Sturmböen auftreten würden. Doch wie ein Sturmtief tatsächlich verlaufen würden, lasse sich im Vorfeld nie ganz sicher vorhersagen. Daher seien die flächendeckenden Warnungen richtig gewesen, denn vielerorts kam es ja zu schweren Schäden.

Anmerkung der Redaktion: Gegen 22.15 Uhr kam ein Nachtrag der Feuerwehr Selm, dass gegen 13.26 Uhr am Donnerstagmittag auf dem Grundschulgelände in Cappenberg ein Baum aufgrund des Sturms umgefallen ist. Die Feuerwehr war vor Ort und hat den Baum beseitigt und Äste vom Flachdach entfernt.

Über die Autorin

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.