Ternscher See: Ausgezeichnete Wasserqualität - aber Baden ist verboten

mlzTernscher See

Der Ternscher See hat als Badesee erneut intensive Prüfkriterien gemeistert. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Kann die Corona-Pandemie daran was ändern?

Selm

, 02.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von 108 Badestellen in Nordrhein-Westfalen weisen 104 eine ausgezeichnete und drei eine gute Wasserqualität auf. Unter den Badeseen, deren Wasserqualität für das Jahr 2019 als ausgezeichnet bewertet wird, ist der Ternscher See in Selm. Das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat dem Gewässer erneut eine hohe Qualität bescheinigt. So, wie in den vergangenen Jahren auch.

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Laut dem Landesamt soll die routinemäßige Überwachung der Badestellen sicherstellen, „dass das Baden in den ausgewiesenen EU-Badegewässern nur bei hygienisch einwandfreien Bedingungen erlaubt ist.“

Wasserproben zur Analyse

Die Qualität eines Badegewässers wird laut Landesamt anhand von Messwerten aus den zurückliegenden vier Jahren beurteilt. Zusätzlich nehmen die Gesundheitsämter während der Badesaison mindestens alle vier Wochen Wasserproben zur Analyse. Geprüft werde das Auftreten der Darmbakterien „Intestinale Enterokokken“ und „Escherichia coli“, die – als natürliche Darmbewohner von Mensch und Tier – durch Ausscheidungen in das Badegewässer gelangen und bei erhöhten Konzentrationen zu Krankheiten wie Übelkeit oder Durchfall führen können. Wenn eine erhöhte Konzentration dieser Keime vorliegt, werde zum Schutz der Badegäste ein zeitweiliges Badeverbot erlassen.

Kein Anlass zur Sorge

Die Prüfungen haben für 2019 keine Unregelmäßigkeiten im Ternscher See ergeben. Aber wie sieht es für 2020 aus? Hat die Corona-Pandemie irgendwelche Auswirkungen, die auf das Wasser übertragen werden können? Das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erklärt dazu Folgendes: „In diesem Zusammenhang besteht nach derzeitigem Kenntnisstand und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zudem kein Anlass zur Sorge, dass Covid-19 (Sars-CoV-2) über den Wasserweg übertragen wird. Auch nach Auskunft des Umweltbundesamtes sind nach aktuellem Kenntnisstand in Badegewässern keine relevanten Konzentrationen an Sars-CoV-2 zu erwarten, die zu einer Infektion führen können.“

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Also alles klar für die Badesaison am Ternscher See? Eigentlich schon. Aber laut Aussage von Betriebsleiter Philip Grasekamp aus der vergangenen Woche stehen noch Gespräche mit der Stadt Selm aus, um abzuklären, unter welchen Bedingungen ein Saisonstart möglich wäre.

Ein Thema bei diesem Gespräch werde die Frage sein, wie viele Personen gleichzeitig ins Wasser dürfen und wie die Zahl bei der Größe des Geländes überhaupt kontrolliert werden kann. „Unser Fokus ist auf die Gesundheit der Gäste ausgerichtet“, sagt Grasekamp.

Der Horstmarer See in Selms Nachbarstadt Lünen - etwas mehr als 20 Kilometer vom Ternscher See entfernt - hat übrigens nur die Bewertung „ausreichend“ bekommen.

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