Tierheim Lüdinghausen: Platznot wegen Katzenflut

Viele ausgesetzte Tiere

Normalerweise ist im Tierheim Lüdinghausen Platz für 20 Katzen. Momentan leben dort aber doppelt so viele Miezen: Maria Eichel, Vorsitzende der Tierfreunde Lüdinghausen, klagt über so viele ausgesetzte Katzen wie nie zuvor. Den Stubentigern geht es im Tierheim gut - aber neben dem Platz wird bald auch das Geld knapp.

SELM/LÜDINGHAUSEN

, 05.08.2014, 16:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Leider mussten wir feststellen, dass das Aussetzen von Tieren noch nie so schlimm war. Seit Mai haben wir rund 25 Katzen aufgenommen, die dieses Schicksal erleiden mussten. Tiere, die in Kartons an Bushaltestellen, Müllcontainern oder anderweitig abgestellt wurden, neugeborene Katzenwelpen, die man nach der Geburt der Mutter entrissen und zum Sterben in der sengenden Sonne auf einem Feld wie Müll entsorgt hat“, berichtet Sandra Grüter, zweite Vorsitzende der Tierfreunde, wie einige dieser Tiere ins Tierheim kamen.

Von einer Katzenflut spricht sie weiter. Gründe dafür sind – vor allem für Tierliebhaber – schwer zu benennen. „Die Tiere werden bei uns gut versorgt“, versichert Maria Eichel, dass es die Katzen trotz der Überbelegung bei den Tierfreunden gut haben.

Dennoch: „Die Katzenflut sprengt mittlerweile unsere Unterbringungsmöglichkeiten“, so Sandra Grüter. „Längst müssen Tiere bei privaten Pflegestellen untergebracht werden.“

Neben dem Platz sind die Kosten ein weiteres Problem. Die medizinische Versorgung, das Futter, die Unterbringung – auf die Tierfreunde kommen mit jeder neuen Katze auch neue Kosten zu. Der Verein ist deshalb auf Spenden angewiesen. „Jeder noch so kleine Betrag hilft, Gutes zu tun und vor allem, einen geregelten Tierheimbetrieb möglich zu machen“, so Sandra Grüter. 

Die Aufnahme von Fundtieren ist eine kommunale Aufgabe. In Lüdinghausen müssen sie beim Fundbüro der Stadt gemeldet werden, von da aus erfolgt die Vermittlung zu einer Tierpension. Nur Katzen, die gechipt, tätowiert oder kastriert sind, ein Halsband tragen oder bei denen es sich um Rassekatzen handelt, können als Fundtiere gemeldet werden. In allen anderen Fällen handelt es sich um „herrenlose Tiere“ – die Stadt ist dann nicht zuständig. Viele dieser „herrenlosen Tiere“ landen, wenn sie von Menschen gefunden werden, dann meistens bei den Tierfreunden. Der Verein erhält durch die Stadt keine finanzielle Unterstützung.

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