Mit dem Mofa von Bork nach Hamburg. Eine Freundesgruppe aus Bork hat diesen Trip gewagt. Hier zu sehen ist der Startpunkt am Feuerwehrgerätehaus in Bork. © Privat
Ungewöhnlicher Trip

Tour mit nur 25 km/h: Freunde fahren mit Mofa von Bork nach Hamburg

Im Film 25 km/h fahren Lars Eidinger und Bjarne Mädel mit dem Mofa im Schneckentempo durch Deutschland. Eine Freundesgruppe aus Bork hat nun einen ähnlich verrückten Trip gemacht.

Der Weg ist das Ziel. Im Film „25 Km/h“ mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel mimen die Schauspieler ein ungleiches Brüderpaar, das sich nach dem Tod des Vaters einen Jugendtraum erfüllt und mit seinen Mofas vom Schwarzwald bis nach Rügen fährt. Im Schneckentempo.

Der Langsamste fährt gerade mal 20 km/h

Auch Lennart Wesselmann (20) hat den Film gesehen. Er und seine Freunde Johannes Kappenberg, Felix Schimmel, Alexander Kulms, Ludger Hülsbusch und Johann Hördemann aus Bork sind gerade im Nicht-so-Turbo-Tempo unterwegs. Die Freunde (alle 20) fahren mit ihren Mofas von Bork bis Hamburg.

Der Schnellste bringt es auf immerhin 35 km/h, der Langsamste muss mit 20 km/h die Nachhut bilden. Mehr als 340 Kilometer sind das – wenn man nicht über die Autobahn fährt. Am Samstag, 10. Juli, ging es los, am Mittwoch, 13. Juli, ist sie in Hamburg angekommen. Auf den Rückweg ging es dann abends mit dem Auto.

Mofa-Gang mit eigener Kutte

Eine Inspiration für den eigenen Trip sei der Film „25km/h“ zwar nicht gewesen, erzählt Lennart Wesselmann am Telefon, „aber es war auf jeden Fall ein Ansporn“. „Felix und ich sind mit 15 genau auf diesen Mofas gefahren“, erzählt er. Dann habe auch noch Kumpel Alex ein Mofa bekommen und die Frage stand im Raum, ob es nicht witzig sei, mit genau jenen Mofas auf Tour zu gehen. Die Gruppe wird größer und so planen sie schließlich zu sechst ihre Tour von Bork nach Hamburg.

Die Freunde haben sich eigene Kutten für ihren „Mofa-Club“ designt.
Die Freunde haben sich eigene Kutten für ihren „Mofa-Club“ designt. © Privat © Privat

Und, weil echte Motorrad-Gangs für gewöhnlich einen Namen und eine Kutte haben, legt sich auch die Borker Mofa-Gang so etwas zu. Der Name JohnFerroMc (ein Fantasiename) ziert nun das Logo der abgeschnittenen Jeans-Jacken, die die Freunde auf ihrer Tour tragen.

„Wir zaubern den Leuten ein Lächeln ins Gesicht“

Damit erregen sie in jedem Fall viel Aufmerksamkeit, berichtet Lennart Wesselmann – bisher auch nur positive: „Wir haben unglaublich viele Autofahrer, die hupen oder den nach oben gereckten Daumen rausstrecken“, erzählt er, „den Leuten zaubern wir ein Lächeln ins Gesicht.“ Dass sie selbst dabei nur langsam vorwärts kommen, stört die Gruppe nicht: „Man sieht halt viel und kann spontan anhalten“, sagt der Borker, der während des Telefongesprächs für diesen Text am Dienstagnachmittag an einem Baggersee in Niedersachsen steht. Noch 120 Kilometer von Hamburg entfernt.

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Während der fünftägigen Tour hat die Gruppe etwa 90 Kilometer am Tag zurückgelegt. Die Buchung für die Unterkunft erfolgt dann immer mehr oder weniger spontan. Einmal wurde es auch knapp, eines der Erlebnisse, die sie nicht vergessen werden, erzählen die Borker.

Nicht die letzte Tour

Bis 23 Uhr mussten sie bei einer Unterkunft sein. Es war schon 22.30 Uhr – zehn Kilometer vom Ziel entfernt. Allerdings hatten zwei Mofas technische Probleme. „Es ist alles in die Hose gegangen, was in die Hose gehen konnte“, fasst es Lennart Wesselmann zusammen. Ein Teil der Freunde fuhr vor, um schon mal den Schlüssel zu holen.

Die beiden Problem-Mofas konnten anschließend nur noch mit 15 km/h weiter zu Unterkunft fahren. Das dauerte. Am nächsten Tag gab es dann Hilfe bei einer Baggerwerkstatt. Dort gab es Hammer, Flex und Schweißgerät. „Wir sind schon gut ausgerüstet mit Werkzeug“, erzählt Felix Wesselmann, aber ein Schweißgerät, das hätten sie nun wirklich nicht dabei, sagt er und lacht. Wegen Problemen mit dem Mofa werden sie die Fahrt auch nur zu fünft vollenden. Johann musste frühzeitig abbrechen.

Doch die Tour mit dem Mofa, soll nicht die Letzte gewesen sein. „Das machen wir auf jeden Fall wieder, wenn alle Bock haben“, erzählt Lennart Wesselmann. Das macht so einen Spaß.“

Über die Autorin
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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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