Tränen der Freude: Amerikanerin aus Cappenberg zur Wahl in den USA

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Vor Freude geweint hat Jessica Lohmann, als sie vom Sieg Joe Bidens in den USA erfuhr. Seit Tagen hat die Amerikanerin aus Cappenberg die Wahl verfolgt: „Es war eine harte Woche für alle.“

Cappenberg

, 08.11.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als ihr Freund auf einmal laut aufschrie, hat Jessica Lohmann gerade in der Küche gestanden. „Ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen und dachte, der Hund hat etwas Falsches gefressen“, berichtet die 51-jährige Synchronsprecherin. Doch ihr Partner reagierte auf die Zählung in Pennsylvania, wo der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden mehr Stimmen erhielt als der republikanische Amtsinhaber Donald Trump. Letztlich konnte Biden die US-Wahl für sich entscheiden. „Ich habe geweint vor Freude“, beschreibt Jessica Lohmann diesen Moment. Sofort hat sie ihre Fenster mit der US-Flagge geschmückt. Empfunden habe sie vor allem Erleichterung und Freude. „Jetzt können wir ein bisschen aufatmen.“

Per Briefwahl die Stimme abgegeben

In den letzten Tagen erlebte sie ein Wechselbad der Gefühle. Jessica Lohmann lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Gewählt hat die Biden-Anhängerin per Briefwahl im Bundesstaat Georgia, weil sie dort zuletzt gewohnt hatte. Ursprünglich wurde sie in New York auf Long Island geboren, zog aber mit 14 mit ihrer Familie nach South Carolina. Nach dem Besuch der Uni lebte Jessica Lohmann in Georgia.

„Wenn der Staat Georgia für Biden stimmt, was vermutlich der Fall sein wird, wird es das allererste Mal sein, dass meine Stimme für eine Präsidentenwahl überhaupt zählt“, freut sich Jessica Lohmann. Sie spielt damit auf das System der Wahlmänner in den USA an. Das konservative Georgia sei überwiegend republikanisch, weiß Lohmann. Noch sei das Ergebnis dort nicht offiziell, „doch es sieht gut aus.“

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Ein gespaltenes Land einen

Schon vor sechs Wochen hat sie ihre Stimme als „Expat“ (expatriate) abgegeben. Vor zwei Wochen konnte sie sehen, dass sie akzeptiert und ausgezählt worden war. Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris hätten künftig die Aufgabe, „ein gespaltenes Land wieder zu heilen.“ Sie müssten auch „die verletzten Beziehungen mit dem Rest der Welt wieder in Ordnung bringen“, so Jessica Lohmann.

Mit US-Flaggen hat Jessica Lohmann ihre Fenster geschmückt.

Mit US-Flaggen hat Jessica Lohmann ihre Fenster geschmückt. © Lohmann

Die Situation sei für die Demokraten nicht einfach, zumal die Republikaner im Senat die Mehrheit hätten. Das sei auch für Obama damals schwierig gewesen. Er habe kaum etwas durchbringen können. Biden müsse zudem verstehen, warum viele Amerikaner für Trump sind und was sie unzufrieden macht.

Jessica Lohmann hat noch viele Kontakte nach Amerika. 2017 war sie zuletzt da. Eigentlich wollte sie in diesem Jahr über den großen Teich fliegen, doch dann kam Corona. Was in den USA passiert, verfolgt sie auch weiterhin sehr interessiert aus der Ferne.

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