Die Kindertagesstätten in Selm haben wieder für alle geöffnet. So normal wie vor der Corona-Pandemie läuft es nirgends, das zeigen vor allem die Öffnungszeiten. Die sind individuell.

Selm

, 08.06.2020, 17:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der Wiedereröffnung der Kindertagesstätten können unzählige Kinder in Selm wieder in die reguläre Betreuung in den 13 Selmer Einrichtungen gehen. Die fünf Träger versuchen dabei, den Bedürfnissen der Eltern entgegen zu kommen - und das führt zu unterschiedlichen Öffnungszeiten.

Die Kleinen Strolche werden von einer Freien Elterninitiative getragen - und 44 der insgesamt 55 dort betreuten Kinder waren am ersten Tag des eingeschränkten Regelbetriebs vor Ort. Da gab es natürlich ein großes Hallo und viele Plakate mit dem Schriftzug „Schön, dass ihr da seid“, damit sich die Kinder sofort wieder wohlfühlten. Die Elterninitiative will die Kinder zunächst in den beiden Zeitfenstern 7.30 bis 12.30 Uhr sowie von 7.30 bis 14.30 Uhr betreuen. Sieht der Bedarf einiger Eltern jedoch anders aus, sollen sich diese melden und dann werde gemeinsam geschaut, was möglich ist, heißt es in der Einrichtung an der Püttstraße. Nach Absprache werde man alles versuchen, was irgend möglich ist.

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Auch die Villa Kunterbunt im Grünen Winkel macht, was möglich ist. „Der Betreuungsbedarf der Eltern ist einfach da“, erklärt Leiterin Anja Löser. Deshalb hat man mit dem Jugendamt geklärt, zwar fünf Stunden Betreuungszeit weniger als normal anzubieten, aber doch fünf Stunden mehr als eigentlich vorgesehen. Die Kita öffnet daher täglich von 7 bis 15 Uhr und schaut, wie man damit klar kommt. Am ersten Tag waren 13 von 20 Kindern da - und damit fast genauso viele wie in der bisherigen Notbetreuung.

Die sechs Kindertagesstätten im Verbund der katholischen Kirche Selm haben sich im Vorfeld abgestimmt und die Betreuungsumfänge um zehn Stunden reduziert. Die Eltern haben je nach Einrichtung Betreuungsfenster mit Beginn zwischen 7 und 7.30 Uhr am Morgen und Ende zwischen 15 und 15.30 Uhr. Innerhalb dieser acht Stunden täglich, so erklärt Pia Althoff vom Träger, können die Eltern frei wählen, wie sie ihre jeweiligen 25 bis 35 Stunden Betreuungszeit einsetzen.

Die Einrichtungen haben montags bis freitags wie folgt geöffnet:

  • St. Fabian und Sebastian am Brink in Selm von 7.30 bis 15.30 Uhr.
  • St. Josef am Overbergweg von 7.15 bis 15.15 Uhr.
  • St. Ludger an der Madelstraße von 7 bis 15 Uhr
  • St. Marien an der Bahnhofstraße von 7 bis 15 Uhr
  • St. Martin an der Albert-Schweitzer-Straße von 7 bis 15 Uhr
  • St. Stephanus an der Weiherstraße von 7.30 bis 15.30 Uhr

Die St. Johannes in Cappenberg gehört nicht zum Verbund, sondern befindet sich in der Trägerschaft der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes - und die Einrichtung am Buschkamp geht auch hinsichtlich der Betreuungszeiten einen Sonderweg. Geöffnet ist die Kita von 7.15 bis 15 Uhr, aber die Betreuungszeit von 35 Stunden kann geteilt genutzt werden. Es ist also möglich, die Kinder am morgen zu bringen, über Mittag wieder abzuholen und am Nachmittag nochmals zu bringen. Alternativ können Kinder, die bis 9 Uhr gebracht werden, aber auch bis 15 Uhr durchgängig bleiben - je nach Buchungszeit, für die sich die Eltern entschieden hatten. Das Angebot insgesamt nutzen derzeit aber noch wenige Eltern, voll war es in der Einrichtung am Montag noch nicht.

Die von der Awo betriebene Einrichtung „Konfetti“ am Bockmühlenweg vermeldete am Montag ein volles Haus. Mit 78 Kindern waren fast alle da. Vorgabenkonform hatte aber auch die Einrichtung die Stundenzahl der Betreuung jeweils um zehn gesenkt, so dass die Eltern nun eine Wahl zwischen 15, 25 und 35 Stunden Betreuung pro Woche haben. Als Zeitfenster steht dafür die Zeit von 7.30 bis 15.30 Uhr zur Verfügung.

Schon am Eingangstor hängt ein Plakat, das die Kinder willkommen heißt.

Schon am Eingangstor hängt ein Plakat, das die Kinder willkommen heißt. © Jessica Hauck

Das Mittendrin, die Kindertageseinrichtung und das Familienzentrum in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes am Langen Acker bietet eine Betreuung von 7 bis 14 Uhr an - und das kam bei Eltern und Kindern gut an. Der erste Tag im Regelbetrieb in Corona-Zeiten war gut besucht, die Einrichtung war voll.

Auch in den Kindertagesstätten in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund gibt es unterschiedliche Betreuungszeiten. „Wir versuchen dabei einfach, uns nach den Bedürfnissen der Eltern vor Ort zu richten, und dadurch kommt es zu den Unterschieden“, erklärt Pressesprecher Wolfram Scharenberg.

Die Kita Siloah an der Teichstraße hat daher in dieser Woche von 7 bis 14 Uhr geöffnet. In der nächsten Woche könnte dies aber anders aussehen, denn das veränderte Betreuungsangebot muss sich bei den Familien erst einmal einspielen, und auch die Kita muss entsprechendes Personal einsetzen können. Die Vormittagsbetreuung in dieser Woche die Eltern jedoch schon gut in Anspruch. Etwa 70 Prozent der Kinder waren bereits am Morgen in den Kindergarten gekommen.

Bei aller Freude über das Wiedersehen mit Erzieherinnen und Kindern, dass auch Tränen flossen, gestand Holger Bott, Leiter der Einrichtung St. Trinitatis an der Humboldtstraße ein. „Aber nur bei einem Kind und die waren nach wenigen Minuten auch wieder getrocknet.“ Eltern haben hier die Wahl zwischen 25 und 35 Stunden Betreuung, in der Zeit von 7.30 bis 14.30 Uhr.

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