Überfall auf Ehepaar: Das sagt die Polizei zu dem brutalen Vorgehen der Täter in Selm

mlzAltstadt Selm

Gefesselt und geknebelt in der eigenen Wohnung: Wer das einem Selmer Ehepaar angetan hat, weiß die Polizei noch nicht. Sie kann aber etwas zu der besonderen Masche der Täter sagen.

Selm

, 27.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund eineinhalb Stunden war das Ehepaar gefesselt und geknebelt gewesen, nachdem zwei bisher Unbekannte sie am 14. November in der eigenen Wohnung überfallen hatten. Zwei Männer hatten nach Auskunft der Polizei an der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Selmer Altstadt geklingelt und sich als Mitarbeiter der Post ausgegeben. Danach hatten sie das Paar gefesselt und geknebelt und die Wohnung durchsucht. Schmuck und Bargeld war die Beute, so die Polizei.

Die Männer waren geflüchtet. Und sind noch auf freiem Fuß. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir keinen neuen Sachstand mitteilen“, erklärte am Dienstag, 26. November, Christian Stein, Sprecher der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna, auf Anfrage der Redaktion. „Die Ermittlungen laufen aber auf Hochtouren“, versicherte Stein.

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Ins Detail ging der Polizeisprecher auf die Frage, ob die Masche der Täter der Polizei bekannt sei: „Diese Masche ist nicht neu. Die Vorgehensweise der Täter in Selm war aber besonders ausgeprägt.“ Stein spielt damit auf die Brutalität an, mit der die beiden Männer vorgegangen sind.

Masche kommt immer wieder vor

Immer wieder gebe es Fälle, in denen sich Unbekannte als Mitarbeiter der Post oder Telekom ausgeben, sagt Christian Stein. Das laufe dann so ab: „Die Täter klingeln in Mehrfamilienhäusern und rufen dann zum Beispiel, dass sie Post in einen Briefkasten im Flur einzuwerfen haben. Dann sind sie schon mal im Haus. Und das ist erstmal ein Ziel der Täter.“

Das Problem gerade in Mehrfamilienhäusern: „In der Regel kontrolliert niemand, ob tatsächlich Post eingeworfen wurde und ob derjenige dann das Haus wieder verlassen hat“, erklärt der Polizeisprecher. Und weil das so sei, könne man solche Fälle nach besagter Masche „nicht zu 100 Prozent ausschließen“.

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Jedoch hat der Polizeisprecher Tipps parat: „In manchen Häusern ist es so, dass die Postboten Schlüssel für die Haustür haben.“ Dann habe jeder im Haus Gewissheit, wer die Post bringt und wer nicht.

Hausinterne Whats-App-Gruppe verbessert Kommunikation

„Gerade in Mehrfamilienhäusern ist eine gute Nachbarschaft sehr wichtig“, erklärt Christian Stein zudem. „Man kann offen miteinander sprechen und gemeinsam darauf achten, wer sich im Haus aufhält.“ Zur Verbesserung der internen Kommunikation könne auch eine Whats-App-Gruppe innerhalb des Hauses dienen.

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