Ungewisse Lage für Lünen und Selm: Was wird aus den Herbstferien?

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Der Kreis Unna verkündet die Alarmstufe rot. Doch das RKI hat noch nicht nachgezogen. Für Urlauber aus Lünen und Selm macht das die Entscheidung zu verreisen schwer.

Lünen, Selm

, 10.10.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona und Urlaub: Nach wie vor ist das eine schwierige Mischung. Die Herbstferien beginnen am Montag (12.10.) und das Bedürfnis nach Reisen ist groß. Die Unterkünfte und Flüge sind gebucht, die Koffer vielleicht schon gepackt.

Der ungeliebte Mitreisende: Covid-19. Alles steht und fällt mit der Sieben-Tage-Inzidenz der einzelnen Landkreise. Steigt diese über den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner, gilt für innerdeutsch Reisende ein Beherbergungsverbot.

Das heißt: Es muss ein negativer Corona-Test vorliegen, der nicht älter ist als 48 Stunden ist. Sonst wird die Beherbergung der Urlaubsgäste verweigert. Genaue Informationen sollte man vorab auf den Internetseiten der jeweiligen Bundesländer einholen.

Reisen ins Ausland sind nicht von Verbot betroffen

Reisen ins Ausland sind nicht vom Beherbergungsverbot betroffen. „Die jeweiligen Länder haben Bestimmungen erlassen, die im Regelfall auf ganz Deutschland zutreffen“, erklärt Joachim Horn, Mitglied im Vorstand des Deutschen Reise-Verbandes und Betreiber zweier Reisebüros in Lünen und Selm.

Entsprechend müssen Reisende ins Ausland sich in erster Linie mit den Bestimmungen des jeweiligen Landes vertraut machen. „Die Schweiz etwa erlaubt Einreisen generell, außer für Personen mit Wohnsitz in Berlin oder Hamburg“, so Horn. Die Informationen zu den jeweiligen Ländern findet man auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Was bedeutet das für Lünen und Selm?

Was bedeutet das für Reisende aus Lünen und Selm? Der Kreis Unna hat am Freitag (9.10.) gemeldet, dass die Inzidenzzahl überschritten wurde und bei 53,18 liegt. Auf einer einer Pressekonferenz am Freitag wurden entsprechende Maßnahmen angekündigt.

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Das RKI hingegen führt den Kreis Unna mit einer Inzidenzzahl von 40,8 an - womit der Kreis weit entfernt von einer kritischen Marke wäre. „Laut RKI wäre der Kreis noch deutlich unter der Grenze des Beherbergungsverbots“, bestätigt Horn. „Nach derzeitigem Stand können innerdeutsche Reisen angetreten werden.“

Die Lage ist also ungewiss. Eine Aktualisierung des RKI könnte in den kommenden Tagen noch folgen. „Neuanreisen könnten unter Umständen noch betroffen sein. Das muss man aber tagesaktuell prüfen“, rät Horn. Die aktuellen Zahlen kann man auf dem der interaktiven Covid-19-Karte des RKI finden. Und auch die Zahlen des Kreises Unna sollte man regelmäßig nachlesen.

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Für die kommenden Tage gilt also: Informiert bleiben und regelmäßig die Zahlen des RKIs prüfen. „Vor der Reise kann man Kontakt mit dem Reisebüro oder Vermieter aufnehmen und fragen: ist meine Buchung betroffen“, sagt Horn. Es sei wichtig, sich frühzeitig eine Auskunft der Unterkunft einzuholen.

Land NRW plant kostenlose Corona-Tests

Eine zusätzliche Absicherung wurde vom Land NRW am Samstag (10.10.) beschlossen. Demnach will das Land kostenlose Corona-Tests für betroffene Kreise mit Inzidenzzahlen über 50 zur Verfügung stellen.

„Es gibt mittlerweile auch Reiseversicherer, die eine Reiserücktrittversicherung mit Corona-Schutz haben“, erklärt Horn. Diese gewährleistet eine Rückerstattung im Ernstfall. Und ist auch für kommende Urlaube in Corona-Zeiten eine Option zur Absicherung.

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Wie gehen Urlauber aus Lünen und Selm mit dieser Lage um? Das würden wir von unseren Lesern gerne wissen und freuen uns auf Meinungen, die wir via Facebook sammeln.

Mit Material von dpa

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