Unverhofftes Wiedersehen war Thema des Erzählsalons

Familienbildungsstätte

SELM Zum ersten Erzählsalon in Selm begrüßten am Sonntagvormittag Doris Krug und Mathilde Mens ihre Gäste im Mehrgenerationenhaus der Familienbildungsstätte. Sie hatten an diesem Tag zum Erzählen und Zuhören eingeladen.

von Von Marie Rademacher

, 26.10.2009, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

An einem Tisch im vorderen Teil des Saales saßen so fünf Menschen verschiedenen Alters aus Selm und Umgebung und schauten einem Publikum entgegen, dass darauf brannte, ihre Geschichten zu hören.

Unter dem Oberthema "Ein unverhofftes Wiedersehen" nahmen die Erzähler und Erzählerinnen mit zu mal mehr und mal weniger entfernten Orten und Zeiten.

Den Beginn machte dabei Johannes Heitmann (25), der gebürtig aus Bork kommt. Anfang des Jahres hatte ihn seine Leidenschaft fürs Reisen nach Afrika geführt. Nur mit einem One-Way-Ticket in der Tasche machte er sich zunächst auf nach Südafrika - sein einziger Plan: keine großen Pläne. Ihn und seine Familie verbindet eine besondere Begebenheit mit dem afrikanischen Land. Vor 24 Jahren nämlich hatte die Familie dort für einige Zeit gelebt.

So lange ist es auch her, dass sein einstiges Kindermädchen Johannes Heitmann ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen ein letztes Mal in den Armen gehalten hatte. Er hatte daran keine Erinnerung mehr - das Kindermädchen Agnes aber schon. Seine Reise führte zu einem unverhofften Wiedersehen der beiden, an dem Johannes Heitmann an diesem Vormittag seine Zuhörer teilhaben ließ.Nicht ganz so fern spielte sich die Geschichte ab, die Christa Strauß preisgab. Sie sah - unverhofft - ihre schon seit 45 Jahren tote Großmutter wieder vor ihrem geistigen Auge, als sie die Stätten ihrer Kindheit nach Jahrzehnten der Abwesenheit mal wieder besuchte.Erinnerungen an die Kindheit

Ähnlich ging es da dem freischaffenden Künstler Rainer Blum - eine rostige Leiter in seiner Garage brachte ihn dazu, am Samstag von seiner Kindheit auf einem Bauernhof zu erzählen.

Auch am Erzähltisch saß Irmgard Rotte, die Großmutter von Johannes Heitmann. Sie erzählte von einer Reise, die sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in die niederschlesische Heimat unternommen hatte, aus der sie 1946 hatte fliehen müssen.

Schließlich zeichnete Gerd Sennekamp noch das Bild Afrikas in den 60er Jahren, als er in Malawi Entwicklungshelfer gewesen war, und mitten im Busch einen alten, faltigen Mann traf, der zu Sennekampf großer Überraschung ein perfektes Deutsch sprach.Nächster Salon geplant

Den musikalischen Rahmen der literarischen Geschichten schaffte Lukas Felderhoff zudem durch sein Saxophonspiel. Auch ein nächster Erzählsalon ist schon geplant. Er soll voraussichtlich am 14. März stattfinden.

 

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