Veranstaltungsfirma „Szenenwerk“: Von heute auf morgen im vollen Lauf gestoppt

mlzCorona-Krise

Die Auftragsbücher waren voll. Dann kam Corona und Anfang März die Absage für alle Aufträge bis Jahresende. Dennis Neßler, Chef der Firma „Szenenwerk“ in Bork, und seine Mitarbeiter geben nicht auf.

Bork, Brambauer

, 10.11.2020, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn ihm das jemand Anfang des Jahres gesagt hätte, Dennis Neßler hätte nur den Kopf geschüttelt. Denn Januar und Februar bescherten ihm und seiner Firma „Szenenwerk“ den besten Jahresstart „aller Zeiten“.

Nach dem Umzug aus den gemieteten Firmenräumen in Brambauer ins eigene Domizil in Bork an der Lippestraße im September 2019 lief alles wieder in gewohnten erfolgreichen Bahnen. Doch Corona war für die Firma, die auf Veranstaltungs- und Messetechnik und -bau spezialisiert ist, mehr als nur ein herber Rückschlag.

Rückschlag begann mit Messe-Absage

„Es begann mit der Absage der Fitness-Messe Fibo in Köln Ende Februar und im März kam dann die komplette Absage für alle Aufträge des Jahres. Wir sind von heute auf morgen in vollem Lauf auf null gestoppt worden“, so der 43-Jährige.

Gerade hatten er und seine zehn Mitarbeiter sich gut in den neuen Räumen in Bork eingelebt. Dass er nach zehn Jahren in Brambauer ein neues Firmengebäude gekauft hat, lag daran, dass das Haus in Brambauer verkauft werden soll und Neßler nicht wusste, ob er nach einem Verkauf weiter dort Mieter bleiben konnte. „Deshalb haben wir länger gesucht und dann in Bork das passende Objekt gefunden.“

Dennis Neßler ist seit 1997 Chef des "Szenenwerks". Die Corona-Krise macht seiner Firma schwer zu schaffen.

Dennis Neßler ist seit 1997 Chef des "Szenenwerks". Die Corona-Krise macht seiner Firma schwer zu schaffen. © Neßler

Dass Corona alles durcheinander wirbeln würde, ahnte er nicht, als das Thema Anfang Februar schon mal aufploppte. „Einige unserer Aussteller präsentieren ihre Produkte auch auf Messen im Ausland, wo wir sie auch betreuen. Im Februar sollte eine Messe in Amsterdam stattfinden, zu der schon viele große Aussteller vor allem aus Asien nicht mehr anreisten.“ Aber mit den Auswirkungen hatte er dennoch nicht gerechnet.

Zu dem Zeitpunkt hatte er zehn Mitarbeiter. Und so ist es auch heute noch, trotz der Corona-Folgen. „Eine Mitarbeiterin hat uns verlassen, dafür ist eine andere dazugekommen.“ Das Team befindet sich seit März durchgehend in Kurzarbeit. Neßler: „Eine gelernte Fachkraft für Veranstaltungstechnik hat leider im Moment in diesem Beruf keine Alternativen.“ Er sei froh, dass es Kurzarbeitergeld gibt, dass es relativ problemlos bewilligt wurde, bei besonders betroffenen Branchen auf 24 Monate verlängert wurde und so die Mitarbeiter zumindest nicht in ihrer Existenz gefährdet sind.

Umsatz um 80 Prozent zurückgegangen

„Ich bin auch froh, dass alle dabei geblieben sind und sich nichts in anderen Branchen gesucht haben.“ Denn er fürchtet, dass sich auch in den nächsten Monaten nicht viel ändern wird.

Immerhin - ganz wenige Aufträge gab es doch fürs „Szenenwerk“, wenn auch der Umsatz um 80 Prozent zurückgegangen sei. Das Team kümmerte sich im Bereich „Festinstallationen“ um die technische Ausstattung eines Konferenzraumes, eine LED-Videowand in einem Sonnenstudio und ist auch aktuell mit der neuen Beschallungstechnik der Friedhofkapelle des evangelischen Friedhofs in Lünen beauftragt.

Tendenz zu Online-Veranstaltungen auch 2021

Neßler: „Im Sommer haben wir uns intensiv mit hybriden Veranstaltungen beschäftigt, also teilweise mit Publikum und parallel im Internet gestreamt. Oder auch mit voll-digitalen Veranstaltungen, bei denen auf gute Technik Wert gelegt wurde.“ Die Tendenz zu Online-Veranstaltungen sehe er auch für 2021.

Der Szenenwerk-Geschäftsführer rechnet „nicht ansatzweise mit einer großen Erholung der Branche vor dem zweiten Halbjahr 2021.“ Hofft aber, dass vielleicht ab April im zweiten Quartal doch die ein oder andere Messe unter Corona-Vorsichtsmaßnahmen stattfindet.

„Die Caravan-Messe war da für die Branche wichtig, wir waren auch da, und haben geschaut, ob und wie es geht.“ Derzeit ist das Büro des „Szenenwerks“ besetzt, viel wird aus dem Home Office gearbeitet, Anfragen werden beantwortet, auch wenn es leider nicht viele gibt.

Neßler freut sich darüber, dass er von vielen Seiten Zuspruch erfahren hat - vom Postboten über Lieferanten bis zu Kunden: „Das tut gut.“

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