Die Villa Bolte steht unter Denkmalschutz. Aus dem früheren Kurzzeit-Pflegeheim ist ein Wohnhaus mit zehn Einheiten geworden. © Thomas Aschwer
Immobilie der Woche

Viel gewagt, viel gewonnen: Villa Bolte erstrahlt in neuem Glanz

Für die Villa Bolte in Cappenberg ist nach einer Sanierung und Modernisierung ein neues Zeitalter angebrochen. Nach Haus Füchteln und einem Weltkriegsbunker ist sie unsere Immobilie der Woche.

Klemens Nottenkemper ist zufrieden: „Die Bewohner identifizieren sich mit dem Haus“, das zwar über 10 Wohnungen verfügt, sich jedoch komplett von neueren Gebäuden in gleicher Größenordnung unterscheidet. Das fängt schon bei einem zentralen Element an – dem Eingang. „Cappenberger möchten kein Zehn-Famlienhaus“, ist der neue Eigentümer überzeugt.

Deshalb hat die Jugendstilvilla nach dem Umbau vier Eingänge. Sie unterteilen das Haus mit einer Gesamt-Wohnfläche von 1200 Quadratmetern in vier überschaubare Einheiten, die gleichzeitig individuell gestaltet sind und einer klaren Linie folgen. Die eindrucksvolle Fassade spiegelt sich in den Wohnungen wider. Großzügige Terrassen und Balkone unterstreichen den Anspruch.

Bis dahin war es selbst für einen Profi wie Klemens Nottenkemper kein leichter Weg. Der Lüner Eigentümer hat ein Leben lang beruflich mit Immobilien zu tun gehabt. Seit Beginn der 1970er-Jahre war er Chef der Wohnungsgenossenschaft Lünen, anschließend leitete er fast zwei Jahrzehnte das entsprechende städtische Unternehmen in Münster. Im „Unruhestand“ kam Nottenkemper „2018 auf die Idee, etwas baulich zu machen.“ Gesagt, getan. Er kaufte die Villa Bolte, die zuletzt als Kurzzeitpflegeheim genutzt worden war, zum Zeitpunkt des Verkaufes aber bereits einige Jahre leer stand.

Moderne Technik in denkmalgeschütztes Haus eingebaut

Im Rückblick spricht Klemens Nottenkemper von einem „hohen Wagnis“. Bei so alten Gebäuden wie der Villa Bolte sei nicht alles planbar. „Es gibt viel Unvorhergesehenes.“ Denkmalschutz, Brandschutz und der energetische Bereich hätten ihm einige schlaflose Nächte beschert. „Es ist so viel zu bedenken.“ Der Fachmann rät deshalb allen Menschen, die ein älteres Gebäude kaufen wollen, sich vor dem Umbau „intensiv mit dem Bauwerk zu beschäftigen“.

Die von Nottenkemper beauftragten Architekten Weiss, Wessel und Kirchner aus Lünen haben den Spagat geschafft: Drei Meter hohe Wohnräume mit alten, lediglich abgeschliffenen Holzböden bieten modernen Wohnkomfort. „Wir haben die alten Lampen auf LED umgestellt. Die Stellplätze unter den Carports sind ausnahmslos auf E-Autos vorbereitet. Auch das Fahrradhaus ist so konzipiert, dass die Mieter ihre E-Räder hier laden können.

In neuem Glanz erstrahlt die Villa Bolte. Im Zuge der Restaurierung sind auch zwei neue Carports errichtet worden. Sie verfügen über Stromanschlüsse für E-Autos.
In neuem Glanz erstrahlt die Villa Bolte. Im Zuge der Restaurierung sind auch zwei neue Carports errichtet worden. Sie verfügen über Stromanschlüsse für E-Autos. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Nicht in die Zukunft überführen konnte Nottenkemper allerdings den früheren Lastenaufzug. Hier ist ein neues Treppenhaus entstanden. Dem Interesse hat dieser Punkt keinen Abbruch getan. „Die Vermietung der Wohnungen war der leichteste Part“, sagt Nottenkemper. Die Mieter kommen überwiegend aus der Region oder sind nach einem „Abstecher“ nach Norddeutschland wieder zurückgekehrt. Das Interesse war so groß, dass Mieter nur anhand des Exposés einen Vertrag unterschrieben haben.

Optimale Lage in Cappenberg – gerade auch für Hundebesitzer

Alle Mieter genießen unschätzbare Vorteile. Die Lage ist außergewöhnlich gut. Straßenlärm ist ein Fremdwort. Stattdessen gibt es große Grünflächen rund ums Haus. Bis zum Wald sind es nur wenige Schritte. Nicht unwichtig für Hundebesitzer, für die Nottenkemper von seinem Grundsatz abgewichen ist. „Wir sind keine Hundefreunde“, räumt er ein. Allerdings habe er dem Wunsch der Mieter nachgegeben. So leben hier vier Hunde unter dem großen Dach.

In der Villa Bolte finden sich Elemente, die viel älter sind als das Haus selbst - so wie dieses besondere Fenster.
In der Villa Bolte finden sich Elemente, die viel älter sind als das Haus selbst – so wie dieses besondere Fenster. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Seit einigen Monaten sind alle Wohnungen der imposanten Jugendstilvilla vermietet. Ein nächster Schritt eines geschichtsträchtigen Gebäudes mit ganz unterschiedlichen Nutzungen. „Ein indischer Botschafter soll hier mal gewohnt haben“, berichtet Nottenkemper. Später hätten Soldaten die vielen Räume genutzt. Vielen Cappenberger ist die Villa Bolte noch als Kurzzeitpflege der Caritas mit knapp 30 Pflegebetten in Erinnerung. Eine frühere Caritas-Mitarbeiterin ist mittlerweile in das Haus zurückgekehrt – sie hat mit ihrem Mann eine Wohnung gemietet.

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Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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