Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

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Die 109 Jahre alte Villa Bolte in Cappenberg wird renoviert. Der neue Besitzer aus Lünen erklärt, wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden und was er mit dem ehemaligen Pflegeheim vorhat.

Cappenberg

, 29.10.2019, 04:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon am Eingang weist ein Schild darauf hin: Die Villa Bolte an der Straße Baltimora ist ein besonderes Gebäude. Denn die Villa, die 1910 fertiggestellt wurde, steht unter Denkmalschutz. Seit drei Jahren steht das barocke Herrenhaus leer. Das soll sich aber bald ändern, sagt der neue Besitzer.

„Im Moment ist das hier alles noch Baustelle“, sagt der Lüner Klemens Nottenkemper, während er das über 100 Jahre alte Haus betritt. Vor dem Haupthaus stehen einige Betonblöcke in der Erde, die restliche Fläche steht noch frei. Das Gebäude selbst ist umhüllt von Baugerüsten.

Klemens Nottenkemper hat viel Erfahrung mit der Renovierung alter Gebäude

Seit fünf Jahren ist Klemens Nottenkemper in Rente. Zuvor war er unter anderem in Münster bei einem Wohnungsunternehmen der Stadt Münster tätig. „Ich habe immer große Freude am Bauen gehabt“, sagt er.

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

Klemens und Elisabeth Nottenkemper haben die Villa Bolte 2018 gekauft. Seitdem sind sie mit der Planung und der Renovierung des ehemaligen Pflegeheims beschäftigt. © Pascal Albert

In Münster habe er „alles gebaut, was möglich ist“. Dazu zählen auch der Umbau alter Kasernen, einer ehemaligen Leprastation oder einer Kirche. Mit dem Umbau alter Gebäude kennt er sich also aus. „Es ist einfacher, neu zu bauen“, sagt er. Aber ein altes Gebäude umzubauen sei etwas, „worauf man besonders stolz ist“.

„Zwei bauliche Wünsche“ hätten er und seine Frau noch gehabt, erklärt er. Einen davon hätten die beiden sich bereits erfüllt: ein altengerechtes Einfamilienhaus für sich selbst. Als zweites wollten sie noch ein weiteres großes Projekt anpacken.

Dafür suchten sie „ein schönes Gebäude“. 2018 kauften sie dann die Villa Bolte. Bis 2016 war die Villa jahrelang das Zuhause des Pflegeheims St. Elisabeth. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde dieses aber geschlossen. Danach gehörte die Villa Wolfhard und Martina Schmidt von Boeselager.

Viele Wohnungen haben mehr als nur einen Balkon oder eine Terrasse

Auf fast 7000 Quadratmetern erstrecke sich das gesamte Grundstück, so Nottenkemper. Hinter dem Haus gibt es auch noch einen großen englischen Garten und einen Teich. Zehn Wohnungen wird es geben - mit ziemlich unterschiedlichen Größen. Die kleinste ist etwa 60 Quadratmeter groß, die größte Wohnung circa 200 Quadratmeter.

Großen Wert legte das Ehepaar auf den Außenbereich der einzelnen Wohnungen. „Alle sollen einen tollen Außenraum haben“, sagt er. Daher verfügt jede einzelne Wohnung über einen eigenen Bereich im Freien. Bei einem Balkon oder einer kleinen Terrasse beließ es das Lüner Ehepaar aber nicht.

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

Fast 7000 Quadratmeter ist das gesamte Grundstück, auf dem die Villa steht, groß. Der große englische Garten soll später für alle Bewohner zugänglich sein. © Pascal Albert

„Teilweise gibt es drei Außenräume für eine Wohnung“, erzählt Nottenkemper. Damit alle Bewohner auch die Natur rund um die Villa genießen können. Doch nicht nur einige Terrassen und Balkone sind neu, auch am Eingangsbereich hat sich einiges getan.

Früher gab es einen Eingang, jetzt sind es vier

„Ursprünglich sind alle durch einen Eingang gekommen“, erklärt der Lüner. „Das haben wir aber geändert.“ Die zehn Wohnungen werden über verschiedene Eingänge erreichbar sein, insgesamt wird es vier geben. Damit wolle er „das individuelle Wohnen unterstützen“.

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

So soll die Villa Bolte nach Beendigung der Bauarbeiten aussehen. Die obere Abbildung zeigt den Blick vom Garten auf das Haus, die untere den Blick von der Straße Baltimora auf die Vorderseite der Villa. © Weiss, Wessel, Kirchner Architekten

Umgebaut wird auch der Bereich vor der Villa. Dort, wo aktuell noch nur einige Betonblöcke im Boden stehen, sollen schon bald 15 Stellplätze für Autos entstehen. Zudem wird es auch ein Fahrradhaus geben. „Wir richten auch alles für E-Autos und E-Fahrräder her“, sagt Nottenkemper. „Uns ist Mobilität wichtig.“

Moderne und hohe Wohnungen mit viel natürlichem Licht

Ansonsten werde sich an der Vorderansicht des Hauses jedoch nicht viel ändern. Dafür wird aber im Inneren des Gebäudes umso mehr gearbeitet. „Vorher waren alles kleine Kämmerchen“, erklärt der Hausbesitzer. Jetzt gebe es aber deutlich modernere Grundrisse. „Es soll ja nicht dunkel, sondern modern sein.“

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

Die Arbeiten in den einzelnen Wohnungen der Villa Bolte sind noch in vollem Gange. Einige Wohnungen erstrecken sich über mehrere Etagen. © Pascal Albert

Die Räume selbst bestechen mit einer eindrucksvollen Höhe. „Das geht immer Richtung drei Meter.“ Dadurch gebe es „enorm viel Luft und Licht“ in den Wohnungen. Für helle Räume sorgen auch die größeren Fensterflächen, die eingebaut wurden.

Der Denkmalschutz war nicht mal die größte Herausforderung

Eine große Herausforderung habe es aber bei den bisherigen Arbeiten gegeben, verrät der Lüner. „Der Denkmalschutz war es aber nicht“, sagt er. Vielmehr habe der Brandschutz anfangs einige Probleme gemacht - das denkmalgeschützte Haupthaus spielte dabei dann aber doch eine Rolle.

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

Viele Fenster sorgen für reichlich Licht im Innern des Hauses an der Straße Baltimora 16. © Pascal Albert

„Man hatte Angst, dass ein Feuer vom Nebengebäude aufs Denkmal übergeht“, erklärt Nottenkemper die Problematik, die aber gelöst werden konnte. „Das war schon anstrengend“, gibt er zu. Neben dem denkmalgeschützten Haupthaus gibt es noch zwei Anbauten: Einer wurde 1987 gebaut, der andere 1992.

Bevor die Villa Bolte 1910 errichtet wurde, war der Besitzer Otto Bolte beruflich in den USA unterwegs. Der aus Dortmund stammende Nagelfabrikant habe sich von den Bauten dort inspirieren lassen, erzählt der heutige Hausbesitzer.

Die ersten Besichtigungen fanden bereits statt

Otto Bolte sei auch ein leidenschaftlicher Sammler gewesen. Das zeige sich teilweise noch heute in der Einrichtung des Haupthauses. So steht dort zum Beispiel ein großer Renaissance-Kamin, der etwa 250 Jahre alt ist. „Im ganzen Haus gibt es Sachen, die er gesammelt hat“, sagt Nottenkemper.

Villa Bolte: Das passiert mit dem ehemaligen Pflegeheim und so soll sie bald aussehen

Auf der linken Seite der Villa entsteht ein Fahrradhaus für alle Bewohner. © Pascal Albert

Noch sind alle Wohnungen in der Villa frei. Die ersten Besichtigungen fanden aber bereits am Samstag, 26. Oktober, statt. Anfang 2020 sollen die Wohnungen dann bezogen werden.

Wer Interesse an einer der Wohnungen hat, kann sich bei Klemens und Elisabeth Nottenkemper mit einer Mail an nottenkemper@gmx.de melden.

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