Stadtgeschichte

Virtuelles Museum für Selm: Virteum will Stadtgeschichte erlebbar machen

Ein Stadtmuseum für Selm gibt es nicht. Doch es gibt viele geschichtsträchtige Objekte und Orte. Um diese Lücke zu füllen, gibt es jetzt Planungen für ein virtuelles Museum.
Die Stadtgeschichte Selm soll bald in einem virtuellen Museum erlebbar gemacht werden. © Tim Speicher

Ein virtuelles Museum über die Stadtgeschichte Selms: Das soll es bald geben. Das hat jetzt die Virtuem gGmbH angekündigt – die sich extra für die Gründung und Etablierung des Projekts gegründet hat.

Die Stadt Selm ist der wichtigste Kooperationspartner und wird die Gesellschaft bei der Beantragung öffentlicher Mittel ebenso unterstützen wie auch bei deren Verwendung begleiten. Diese Initiative ist von öffentlichem Interesse. „Es wird eine Reihe weiterer namhafter Partner geben“, so die Virteum-Geschäftsführerin Gudrun Bayer-Kulla. Als Gründungsgesellschafter sind mit dem Selmer Unternehmen Saria und der Sparkasse an der Lippe nicht nur wichtige Wirtschaftsunternehmen an Bord, sondern mit fünf interessierten Bürgern auch die Akteure dabei, die schon bisher als Rotarier ihren Einsatz für das kulturhistorische Erbe Selms unter Beweis gestellt haben.

Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart

Sind sie doch allesamt Initiatoren der Vortragsreihe in der Stiftskirche und der im letzten Jahr in Selm ausgerichteten Tagung „Cappenberg: Der Kopf, das Kloster und seine Stifter“. Jetzt gilt es aber mit dem virtuellen Museum weit darüber hinaus die Geschichte Selms zu verbildlichen. Unter dem Motto „Die Zukunft der Vergangenheit in der Gegenwart“ wird Virteum neben Cappenberg auch die anderen Stadtteile sowie den verbindenden ländlichen Raum mit deren Historie abbilden, wenn es zum Beispiel um die Synagoge in Bork, die Burg Botzlar in Selm oder die hiesigen Naturschutzgebiete geht.

Auch der in Selm geborene Künstler Alfred Gockel ist begeistert und hat seine Skulptur „Drei Ringe“ spontan als Grundlage für das Logo des virtuellen Museums freigegeben.

Ursprünglich von ihm zur Symbolisierung der drei Ortsteile Selm, Bork und Cappenberg konzipiert, stehen diese drei Ringe als Logo für das VIRTEUM nun auch für das Motto: Die Zukunft der Vergangenheit in der Gegenwart.

Stadtinterne und stadtübergreifende Erinnerungskultur

Mit Hilfe von „Virtual Reality“-Projekten, wie zum Beispiel der digitalen Aufbereitung des historischen Jubiläums in 2022 mit der großen LWL Ausstellung (Eröffnung 15. September 2022), und des speziell auf Jugendliche zugeschnittenen Förderprogramms „Kulturbotschafter“ werden heimatkundliche junge Menschen begeistert. So können ältere Schüler ihr Wissen an Grundschüler weitergeben und im Rahmen von Stadtführungen die Inhalte des virtuellen Museums in die analoge Welt übersetzen. Anreiz soll die Vermittlung von Auslandsaufenthalten als Kulturbotschafter aber auch als friedenserhaltende Maßnahme sein.

„Die Jugend ist für uns der Motivationsschwerpunkt bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller anderen interessierten Gesellschaftsgruppen“, erklärt die Geschäftsführerin Bayer-Kulla. Ziel ist die Einrichtung eines virtuellen Museums mit stadtinterner und stadtübergreifender Erinnerungskultur, um die Stadt Selm mit ihren Ortsteilen in ihrem Selbstverständnis und in der Außenwahrnehmung zu stärken. In beiden Fällen werden herausragende historische Zeugnisse aber auch alltags- und sozialgeschichtliche Aspekte berücksichtigt.

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