Auf dieser grünen Wiese - der letzten in der Baltimora - soll bald gebaut werden. © Günther Goldstein
Meinung

Vorwurf der Kungelei: Selmer Politiker verspielen Vertrauen

Kungelei. Das Wort ist immer wieder zu hören, wenn es um den umstrittenen Hausbau im Biotop geht. Rat und Verwaltung müssen sich erklären, wenn ihnen das Vertrauen der Bürger nicht egal ist.

Politiker müssen sich eine Menge anhören: Vorwürfe, Unterstellungen und manchmal auch Beschimpfungen. In Pandemie-Zeiten, in denen Verschwörungstheorien genauso um sich greifen wie Viren, ist das noch schlimmer geworden. Das ist unfair gegenüber den nur ehrenamtlich Aktiven. Die Verärgerung, die zurzeit in Selm zu hören ist – insbesondere in den Ortsteilen Cappenberg und Bork – ist aber anderer Natur. Die sollten die Betroffenen ernst nehmen und nicht achselzuckend abtun wie bisher.

Da geht es nicht um die Äußerungen von einzelnen Spinnern, sondern um ein Gären an der Basis. Nicht wenige sehen das in Frage gestellt, was die Grundlage für alle Politik sein muss: das Vertrauen der Menschen, dass die Mandatsträger – ob nun von ihnen gewählt oder nicht – im Interesse der Allgemeinheit entscheiden und nicht über deren Köpfe hinweg.

In Cappenberg verbreitet sich wie ein Lauffeuer das Gerücht, die Politik habe gekungelt und sich Umwelt- und Baurecht zurechtgelegt, um einem einzelnen Bauherrn zu gefallen. Und in Bork sehen sich Bürgerinnen und Bürger angesichts des plötzlich viel Größer ausgefallenen Altenheimbaus auf dem Marktplatz ungefragt vor vollendete Tatsachen gestellt.

Sicher, das muss alles gar nicht stimmen. Aber warum legen die Verantwortlichen die Gründe ihrer Entscheidungen dann nicht offen? Ein gefährliches Versäumnis.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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