Wachsende Verunsicherung: Sind i-Männchen-Fotos überhaupt noch erlaubt?

mlzErster Schultag

206 i-Männchen haben am Donnerstag, 29. August, ihren ersten Schultag in Selm. Erinnerungsbilder gehören dazu, meint man. Inzwischen gibt es aber Schulen, die Fotografierverbote erteilen.

Selm, Nordkirchen, Olfen

, 28.08.2019, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schultüte und Tornister: Für i-Männchen gehört das am Einschulungstag zur unverzichtbaren Grundausstattung. Für Eltern und Großeltern sind das Handykamera und Fotoapparat.

Die vor einem Jahr in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung setzt dem Wunsch nach möglichst vielen Erinnerungsfotos aber klare Grenzen. Daran haben die Bezirksregierungen Münster und Arnsberg mit Rundschreiben an alle Grundschulen erinnert. Die Schlussfolgerungen, die die Schulen daraus ziehen, sind aber unterschiedlich.

Drei Grundschulen in der Stadt Haltern und zwei Schulen in Dorsten haben das Fotografieren am Einschulungstag verboten. Die Schulleiterinnen in Selm, Olfen und Nordkirchen sehen es etwas gelassener - mit Einschränkungen.

Kein grundsätzliches Fotografierverbot in Selm

„Grundsätzlich entscheidet die Schulleitung, ob sie das Fotografieren (und Filmen) auf dem Schulgelände grundsätzlich untersagt oder aber mit entsprechenden Hinweisen und Einschränkungen erlaubt“, heißt es in einem Schreiben der Bezirksregierung Münster an die Schulen. Die Bezirksregierung Arnsberg hat eine Mail mit ähnlichem Wortlaut verschickt.

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Ein Verbot geht Anja Knipping, Leiterin der Schule „Auf den Äckern“ in Bork und Cappenberg, zu weit. Jeder müsse damit rechnen, an einem solchen Tag auf ein Foto zu kommen. Christine Jücker, Leiterin der Overbergschule, meint auch: „Einschulung ist Einschulung“ - ein ganz besonderes Ereignis. Da seien Verbote fehl am Platz. Sie werde bei Bedarf aber schon an die Eltern appellieren, nicht das Augenmaß zu verlieren.

„Sensibilisieren, aber nicht verbieten“: Das ist auch das Motto von Andrea Dabrowski, stellvertretende Leiterin der Ludgerischule. Alle sollten „gut überlegen, ob und wo sie Fotos veröffentlichen, auch von den eigenen Kindern“. Eines ist am Donnerstag allerdings verboten: das Fotografieren der Viertklässler, die eine Aufführung machen. Da liege nämlich nicht von alle Eltern die Zustimmung vor.

So hält es die Olfener Grundschule

An der Olfener Wieschhof-Grundschule hat bereits vor den Sommerferien ein erstes Treffen mit den Eltern zum Thema Fotografieren gegeben. Gleichwohl werde sie das Thema am Einschulungstag erneut ansprechen, sagte Schulleiterin Petra Deuker. Sie werde darum bitten, die Persönlichkeitsrechte zu achten und darauf hinweisen, dass die Bilder nur für den persönlichen genutzt werden dürfen. „Sie dürfen nicht für soziale Netzwerke verwendet werden.“

Allerdings möchte die Wieschhof-Grundschule Eltern die Möglichkeit eröffnen, Fotos von der Begrüßungsfeier zu machen. „Alle Kinder, die beim Theaterstück auf der Bühne stehen, dürfen fotografiert werden.“ Dabei werden die Eltern darum gebeten, „die Persönlichkeitsrechte der anderen Familien zu beachten“.

Das ist die Regelung in Nordkirchen

An den Nordkirchener Grundschulen – also der Mauritiusschule in Nordkirchen und dem Grundschulverbund Südkirchen und Capelle – gibt es seit über einem Jahr eine aktualisierte Regelung. Fotos von der Einschulung ihrer Kinder oder Enkel sind erlaubt, wie Angela Tönnis, Leiterin der Mauritiusschule, erklärt. Aber: Diese Fotos dürfen ausschließlich ins private Fotoalbum wandern und nicht veröffentlicht werden, zum Beispiel über soziale Medien.

„Diese Hinweise hängen überall in den Schulen aus“, sagt Angela Tönnis und sie weise am Einschulungstag der i-Männchen auch noch einmal deutlich darauf hin. Bereits vor dem Schulstart müssen die Eltern außerdem ihre schriftliche Einverständnis geben, ob Fotos ihrer Kinder veröffentlicht werden dürfen, oder nicht. „Diese Erklärung können sie jederzeit widerrufen“, sagt Tönnis.

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