Waffelino-Prozess

Waffelino-Prozess: Hinweis der Richter lässt Plädoyers platzen

Kurz vor den geplanten Plädoyers im Waffelino-Prozess haben die Dortmunder Richter dem Angeklagten einen rechtlichen Hinweis erteilt. Die Schlussvorträge mussten danach vertagt werden.
Hamza K. muss nun noch einmal länger auf das Urteil des Dortmunder Landgerichts warten. © Werner von Braunschweig

Dass Hamza K. im Sommer 2017 das Café Waffelino in Brand gesetzt hat, steht für den Bundesgerichtshof fest. Unklar ist allerdings, wie die Tat rechtlich zu bewerten ist. In einem ersten Prozess hatte das Dortmunder Schwurgericht den Angeklagten wegen versuchten Mordes verurteilt. Schließlich hielten sich zum Zeitpunkt des Feuers zahlreiche Bewohner in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Kreisstraße auf.

Versuchte Brandstiftung mit Todesfolge?

Anstelle eines versuchten Mordes brachten die Richter im jetzigen zweiten Prozess eine andere rechtliche Bewertung ins Gespräch. Sie wiesen Hamza K. darauf hin, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter Brandstiftung mit Todesfolge in Betracht komme.

Die Mindeststrafe für eine vollendete solche Straftat wären zehn Jahre Haft. Für den Versuch könnte diese dann noch einmal gemildert werden.

Verteidiger Ralph Bleicher reagierte auf den rechtlichen Hinweis dennoch gereizt. Am insgesamt 24. Verhandlungstag – 14 im ersten Prozess und nun auch schon wieder zehn – komme das doch reichlich überraschend, sagte er. „Ich sehe mich jedenfalls nicht in der Lage, jetzt sofort zu plädieren. Ich muss mir das erst einmal durch den Kopf gehen lassen.“

Die Schlussvorträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurden deshalb auf die kommende Woche verschoben.

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