Waldbrandgefahr auf zweithöchster Stufe: Guido Vortmann schlägt Alarm

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Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. An diesem Hitzewochenende ist sie so groß wie selten. Feuerwehrmann Guido Vortmann aus Cappenberg appelliert an die Waldbesucher.

Cappenberg

, 09.08.2020, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Flammen, die gierig um sich greifen. Rauch, der drückend über der Stadt liegt. Einsatzkräfte, die bis zur Erschöpfung arbeiten. Diese Bilder aus Dormagen stehen Guido Vortmann vor Augen, als er sich an die Öffentlichkeit wendet. Am Donnerstag (6. 8.) brannten in der 115 Kilometer entfernten Stadt im Kreis Neuss sechs Hektar Wald: ein Szenario, das auch im Kreis Unna schnell möglich ist, wenn Menschen nicht Sicherheitshinweise befolgen.

Größter zusammenhängender Laubwald im Kreis Unna

Guido Vortmann ist nicht nur Hauptbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Cappenberg, sondern auch im Kreis Unna Vorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Der Cappenberger Wald vor seiner Haustür ist der größte zusammenhängende Laubwald im Kreis - und ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Guido Vortmann ruft zu besonderer Achtsamkeit im Wald auf.

Guido Vortmann ruft zu besonderer Achtsamkeit im Wald auf. © SDW

Das Risiko, dass dort etwas passieren könnte, ist entsprechend groß.

Vortmann hat sich beim Deutschen Wetterdienst informiert: „Hoch Detlev bestimmt noch bis mindestens Mitte der kommenden Woche das Wetter bei uns.“ Das bedeutet Sonne pur und immer größere Hitze, bis 37 Grad. Nachts kühle es in den Ballungsgebieten nicht mehr unter 20 Grad ab, Hitzegewitter seien nicht zu erwarten. „Wir haben jetzt die zweithöchste Warnstufe.“

Nur die Hälfte der üblichen Regenmenge ist gefallen

Schon für das Frühjahr 2020 wurden beim Niederschlag nur insgesamt 107 Millimeter registriert, wie Vortmann berichtet. Das entspreche der Hälfte der üblichen Regenmenge. Ein Großteil dieser Niederschlagsmenge gehe dabei auf den März zurück, seit April herrscht Trockenheit. Die Folgen bekommen nicht nur Landwirte, insbesondere auch Waldbauern, zu spüren, sondern auch Feuerwehrleute.

Bereits seit April hat es eine Reihe von Waldbränden in NRW gegeben: etwa den Großbrand bei Gummersbach, der über 50 Hektar Wald vernichtet hat. Jetzt das Feuer in Dormagen. Auch in Haltern hat Ende der Woche ein Wald gebrannt.

„Schon bei kleinsten Bränden im Wald 112 wählen“

Nicht nur Vortmann ruft zur Vorsicht auf „Überall zeigt sich, dass der Zeitfaktor bei der Waldbrandbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt. Daher appelliere ich an alle Waldbesucher, auch kleinste Brände umgehend der Feuerwehr unter 112 zu melden“, sagt die Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Wald, Marie-Luise Fasse.

„Achtlos aus dem Auto oder dem Zug geworfene Zigarettenkippen können verheerende Folgen haben.“ Im Wald selbst gelte absolutes Rauchverbot, und auch das Grillen oder Entzünden eines Feuers in einem Abstand von weniger als 100 Metern zum Wald sei ohne Genehmigung der Forstbehörde gesetzlich verboten. Fahrzeuge sollten unbedingt auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden, um die Zufahrten für Feuerwehrfahrzeuge nicht zu blockieren.

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