Warum es für Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz manchmal eng wird

mlzNach Einsatz in Bork

Ein Feuerwehreinsatz am Donnerstag, 28. Februar, hat im Selmer Ortsteil Bork offenbar für Aufsehen gesorgt. Er verlief glimpflich, mag aber den Blick für ein besonderes Problem schärfen.

Bork

, 01.03.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Feuerwehr wurde laut Feuerwehrchef Thomas Isermann um 13.56 Uhr alarmiert. „Kaminbrand in der Didonstraße“, so lautet die Meldung. Die Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge rückten nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Isermann von zwei Seiten zur Einsatzstelle vor: von Süden und von Norden. Dort - eben im Norden, genauer: auf der Hauptstraße - konnten drei Feuerwehrfahrzeuge kurzzeitig nicht weiterfahren. Den Grund kennt Marktmeister Franz-Josef Raubuch: „Genau zu dem Zeitpunkt, als die Feuerwehrwagen durchfahren wollten, rangierte gerade ein Bäckerwagen in der Hauptstraße. Deshalb kam die Feuerwehr zunächst nicht durch.“ Die anderen Markthändler hätten umgehend die Auslagen ihrer Stände runtergeklappt, um der Feuerwehr die Weiterfahrt zu ermöglichen.

Der Wochenmarkt in Bork läuft donnerstags auf der für den Durchgangsverkehr gesperrten Hauptstraße.

Der Wochenmarkt in Bork läuft donnerstags auf der für den Durchgangsverkehr gesperrten Hauptstraße. © Arndt Brede (Archiv)

Nur eine kleine Verzögerung

Thomas Isermann bestätigt das: „Es gab nur eine kleine Verzögerung.“ Nachdem die Markthändler ihre Auslagen runtergeklappt hätten, seien die drei Feuerwehrfahrzeuge zur Didonstraße gefahren, wo sie dann mit anderen Feuerwehrkräften, die von Süden angerückt waren, den Kaminbrand in den Griff bekommen hätten. „Es gab eine Rauchentwicklung, aber nachdem der Kamin abgekehrt worden war, war der Einsatz beendet.“ Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

Nach Auskunft des Stadtbrandinspektors sei das der erste Vorfall dieser Art gewesen, seit der Markt wegen der künftigen Marktplatzbebauung auf die Hauptstraße verlegt wurde.

Unschöne Szenen auf der Hauptstraße

Dafür gebe es hin und wieder „unschöne Szenen“, weil Autofahrer während der Donnerstagsmarktzeit durch die eigentlich gesperrte Hauptstraße fahren wollen, sagt Norbert Wesselmann, Sprecher der Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB). Das sei einer der Gründe, warum die IGBB den Vorschlag gemacht habe, den Wochenmarkt aus der Hauptstraße zu nehmen und an anderer Stelle im Ort Platz für den Wochenmarkt zu schaffen.

Grundsätzlich sei die IGBB aber auch dafür, den Verkehr runterzubremsen, etwa durch Tempo 20 auf der Hauptstraße. Gleichzeitig solle zum Beispiel der Verkehr aus Richtung Vinnum über die Gutenberg- auf die Kreisstraße Richtung Süden Richtung LAFP geführt werden. Zum Thema Ortsentwicklung Bork werde die IGBB im März/April - ein genaues Datum stehe noch nicht fest - einen Workshop durchführen.

Oft ist nicht nur ein Einsatzfahrzeug beteiligt, sondern gleich mehrere, wie hier bei einem Schwelbrand in einem Haus auf der Ludgeristraße.

Oft ist nicht nur ein Einsatzfahrzeug beteiligt, sondern gleich mehrere, wie hier bei einem Schwelbrand in einem Haus auf der Ludgeristraße. © Thomas Aschwer (Archiv)

An manchen Stellen wird es eng

Wenn auch der Feuerwehreinsatz in Bork am Donnerstag nur kurzzeitig ins Stocken geriet, hat die Feuerwehr doch in anderen Bereichen Selms ab und an mal Probleme, durchzukommen. „An manchen Stellen in Selm, vor allem in Wohngebieten, wird es schon manchmal eng“, berichtet Stadtbrandinspektor Thomas Isermann. Autos, die auf der Straße parken, verengen die Durchfahrt für die breiten Feuerwehrfahrzeuge. Ganz so schlimm, dass die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen parkende Autos einfach wegschiebt, sei es in Selm zwar nicht. „Aber dass ein Feuerwehrfahrzeug ein Auto touchiert, kommt ab und zu vor“, führt Isermann aus. „Und dass Kameraden ein Auto wegruckeln, ist auch schon geschehen.“

Der Appell des Feuerwehrchefs an die Bürger: „Bitte parken Sie so, dass ein Großfahrzeug durchfahren kann.“ Vor allem sollten die Bürger auch berücksichtigen, dass ein Feuerwehrfahrzeug einen größeren Kurvenradius habe als ein Auto. „Deshalb sollte niemand gegenüber einer Einmündung in einem Wohngebiet parken.“

Dort, wo genügend Parkplätze vorhanden sind, hat die Feuerwehr kein Problem mit der Durchfahrt. Schon gar nicht, wie hier, bei einer Übung.

Dort, wo genügend Parkplätze vorhanden sind, hat die Feuerwehr kein Problem mit der Durchfahrt. Schon gar nicht, wie hier, bei einer Übung. © Beate Dorn (Archiv)

In den Abendstunden wird es kritisch

Probleme bei der Durchfahrt seien für die Feuerwehr tageszeitabhängig: „Tagsüber, wenn viele beruflich mit dem Auto unterwegs sind, ist es gut. In den Abendstunden, nach Feierabend, wird es da schon manchmal kritisch.“ Isermann hat aber eine gute Nachricht: „Mittlerweile haben viele Menschen zusätzliche Einstellplätze auf ihrem Grundstück geschaffen. Dadurch müssen weniger Autos auf der Straße geparkt werden.“ Und die Bürger seien sensibler für die Bedürfnisse der Feuerwehr in Einsätzen geworden.

Außerdem achte das Ordnungsamt verstärkt darauf, ob falsch geparkt werde. „Dadurch wird Falschparken reduziert. Das erleichtert unsere Aufgabe.“

Wo es Einstellplätze am Haus gibt, wie hier am Zehntweg, müssen Autos nicht auf der Straße parken. Die Feuerwehr hat es dann leichter, ihre Arbeit zu verrichten.

Wo es Einstellplätze am Haus gibt, wie hier am Zehntweg, müssen Autos nicht auf der Straße parken. Die Feuerwehr hat es dann leichter, ihre Arbeit zu verrichten. © Theo Wolters (Archiv)

Wie ist eigentlich die Sicht der Feuerwehr auf das Thema Stadtplanung? Werden die Bedürfnisse der Feuerwehr berücksichtigt? „Die Stadtplaner achten darauf, dass die Wege breit genug sind“, erklärt Thomas Isermann. Bei Bedarf könne die Feuerwehr auch ihre Stellungnahme abgeben.

Doch bei aller vorausschauender Stadtplanung: Die Realität sehe so aus: „Mittlerweile sind ja zwei Pkw pro Haus Standard. Wenn es dann noch mehr Autos pro Haushalt sind, parken die Fahrzeuge eben auf der Straße.“

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