Warum Graffiti-Sprayer auf ein Versprechen von Mario Löhr bauen

mlzGraffiti-Sprayen

Die einen nennen sie Kunst. Die anderen Schmierereien. Graffiti spalten die Meinungen. Jugendliche warten besonders gespannt darauf, dass Bürgermeister Mario Löhr ein Versprechen einlöst.

Selm

, 06.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war am Stadtfest-Samstag 2018, als Selms erster Bürger den Skatepark hinter dem Jugendzentrum Sunshine am Sandforter Weg offiziell eröffnete. Einige Sätze, die er im Verlauf der Feier sprach, waren damals Mahnung und Verpflichtung zugleich. Es ging um Graffiti. „Bitte achtet mit auf die Anlage“, sagte Löhr. Und: „Sprüht keine Graffiti. Dafür wird es eine Extrafläche geben.“

Die versprochenen Graffitifläche fehlt noch

Nun, der Skatepark ist gut besucht. Die Flächen sind noch ohne Farbzusätze, sprich: gesprayte Graffiti. Doch die Extrafläche ist weit und breit nicht zu sehen. Die Jugendlichen scheinen sich an die Bitte des Selmer Bürgermeisters zu halten. Jetzt ist eigentlich Mario Löhr am Zug beziehungsweise in der Bringschuld.

Stadtsprecher: „Das ist nicht vom Tisch“

Wie es mit dem Versprechen Löhrs und dessen Erfüllung aussieht, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion: „Das ist nicht vom Tisch, sondern wir realisieren das in Abstimmung mit dem Jugendzentrum Sunshine.“ Die Umsetzung geschehe dann, wenn das Jugendzentrum Sunshine wieder in seinen eigentlichen Standtort am Sandforter Weg gezogen sei. Angepeilt sei dafür der Herbst dieses Jahres.

Dass alles erst noch im Werden ist, sieht man ja am Jugendzentrum Sunshine in direkter Nachbarschaft zum Skatepark. Das Zentrum wird umgebaut. Immer wieder verzögerte sich der Umbau. Und damit verzögerte sich auch der Wiedereröffnungstermin des Sunshine. Dabei wären wohl gerade die Nutzer des Skateparks froh, wenn das Jugendzentrum geöffnet hätte. Getränke könnten sie sich im Sunshine holen. Und die Toiletten benutzen.

Graffiti und Sunshine: Diese Verbindung ist stilprägend. Nicht selten wurden lange Nächte der Jugendkultur durch Graffitiaktionen bereichert. Wände wurden legal besprüht. Einzelne Platten mit den gesprühten Sunshine-Buchstaben am Zaun des Jugendzentrums waren weithin sichtbare Botschafter des bunten Treibens im Sunshine.

Warum Graffiti-Sprayer auf ein Versprechen von Mario Löhr bauen

Diese Schilder entstanden einst bei einem Graffitiprojekt. Sie zierten lange den Eingangsbereich des alten Jugendzentrums Sunshine. © Arndt Brede (A)

Heimatverein und Graffiti? Das Passt!

Doch auch andere Einrichtungen profitieren von der Spraykunst von Selmer Jugendlichen aus dem Sunshine. So hat sich der Heimatverein Selm über dem Eingang seines Übergangsdomizils an der Kreisstraße von Selmer Jugendlichen den Schriftzug Heimatverein Selm mit dem dazu gehörigen Logo aufsprühen lassen. Der Lohn dürfte eine Spende an das Jugendzentrum sein.

Warum Graffiti-Sprayer auf ein Versprechen von Mario Löhr bauen

Jugendliche haben mit Graffiti das Heimathaus an der Kreisstraße verziert. Organisiert wurde die Aktion vom Jugendzentrum und dem Heimatverein. © Sophie Godelmann

Wird Graffiti-Sprayen also salonfähig? Wohl eher nicht. Aber kreativ. Der Graffitikünstler Dominik Hebestreit entwarf auch mit Hilfe von Sekundarschülern zwei Graffitikunstwerke für die Mensa der Sekundarschule. Seitdem zieren die Schriftzüge „Snack Attack“ (Attacke auf kleine Speisen) und „Cozy Corner“ (Gemütliche Ecke) die Wände der Mensa.

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