Was halten Selmer Schüler von späterem Unterrichtsbeginn?

SELM Um acht Uhr läutet die Klingel des Selmer Gymnasiums zur ersten Unterrichtsstunde. Zu früh, finden Schlafexperten, die in den letzten Jahren immer wieder gefordert haben, den Schulbeginn nach hinten zu verschieben. Doch das wäre in Selm gar nicht so einfach.

von Von Kathrin Strehle

, 28.03.2009, 07:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was halten Selmer Schüler von späterem Unterrichtsbeginn?

Valeria Balke und Carola Pentrup aus der 7. Klasse sind gegen einen späteren Schulbeginn.

Das Schulministerium hat nun bekannt gegeben, dass ein späterer Schulbeginn als 8.30 Uhr, was bislang die späteste Möglichkeit war, unter Umständen akzeptiert wird. Die Schulen in Selm werden aber so bald wohl nichts an den Unterrichtszeiten ändern. „Das ist schon allein deswegen schwierig, weil wir einen Schulbusverbund auch mit den Nachbargemeinden haben“, meint der stellvertretende Schulleiter des Selmer Gymnasiums, Raimund Happ. Würden sie als einzelne Schule die Zeiten ändern, hätten die Kinder ein Problem, zur Schule zu kommen.   Aber auch sonst hält er nicht viel von einem späteren Schulbeginn. „Wenn Schüler von weiter weg kommen, sind sie erst sehr spät zu Hause“, erklärt er. Für Freizeit bliebe dann nicht mehr viel Zeit.

Auch die Schüler sind überwiegend für die frühe Variante. „Nachmittagsaktivitäten wie Sport sind kaum noch möglich, wenn die Schule später anfängt und auch später endet“, findet Simon Märdemann aus der Jahrgangsstufe 11.   „In der Oberstufe hat man teilweise zehn Stunden am Tag“, sagt Schülersprecher Alexander Krusch. Die Schule endet dann um 16.45 Uhr. Finge die Schule statt um acht, um halb neun oder gar um neun an, wären viele Schüler erst zum Abendessen zu Hause. „Und dann müssen sie noch Hausaufgaben machen“, fügt der Schülersprecher hinzu. Von einer geringeren Leistungsfähigkeit in der ersten Schulstunde bemerken viele Schüler nichts. „Und eine halbe Stunde würde daran sowieso nichts ändern“, ist sich Nadine Wüllhorst sicher.   Nur vereinzelt sind Stimmen für einen späteren Schulbeginn zu hören. Zwei Schülerinnen aus der 10. Klasse fänden Ausschlafen „schon toll“. Sie glauben, dass sie sich dann auch besser konzentrieren könnten.

Dennoch wird es an den Selmer Schulen vorerst bei den gewohnten Unterrichtszeiten bleiben. Für eine Änderung müsste das Einverständnis der Schüler, Eltern, der Stadt und des Kollegiums vorliegen, erklärt Raimund Happ. Dann noch das Transportproblem – „das ist auf jeden Fall keine Sache, die von heute auf morgen geschehen kann.“

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