Seine Frau und seine drei Kinder geben Marcel Blank Kraft. © Blank
Schwere Krankheit

Weihnachten mit Immunkrankheit: Familienvater aus Selm bleibt optimistisch

Bereits seit eineinhalb Jahren lebt Marcel Blank mit einer seltenen Immunkrankheit. Trotz eines Rückschlags bleibt er optimistisch. Kraft schöpft er durch seine Familie und das Training.

Die aktuelle Situation ist für viele nicht ganz einfach – Kontakte einschränken, Maske tragen, zu Hause bleiben. Aber noch schwieriger ist es für diejenigen, die ohnehin schon schwer krank sind. Die noch mehr aufpassen müssen, sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren. So wie Marcel Blank. Der 38-Jährige aus Selm hat Riesenzellenmyokarditis. Eine Immunkrankheit, bei der das Immunsystem das eigene Herz als Fremdkörper erkennt und versucht, es abzustoßen. Durch Medikamente, die sein Immunsystem künstlich herunterfahren, ist er besonders anfällig für Infekte.

Auf dem Weg der Besserung

Die Diagnose kam im Sommer 2019. Es folgten mehrere Wochen auf der Intensivstation und in einer Spezialklinik, bis Blank schließlich wieder zu seiner Frau und seinen drei Kindern nach Hause durfte. Er hatte sich erholt, es ging ihm besser und auch seine Herzleistung schien wieder gestiegen zu sein. Auch heute sagt der Altenpfleger: „Ich fühle mich viel besser.“ Seit Oktober habe seine Wiedereingliederung auf der Arbeit begonnen, seit Februar geht er sogar ins Fitnessstudio.

Vor kurzem musste er nun erneut in die Spezialklinik, zur Kontrolluntersuchung. Dort wurde dann festgestellt: Marcel Blanks Herz ist doch nicht so stark, wie er dachte. Statt der bisher angenommenen über 40 Prozent, liegt seine Herzleistung nur bei 21 Prozent. Doch trotz dieses Rückschlags lässt Marcel Blank den Kopf nicht hängen: „Es ist auch wichtig wie ich mich fühle – und laut der Ärztin fühle ich mich besser als ich dürfte.“

Training und Arbeit geben neue Kraft

Kraft hat der Selmer dabei vor allem aus dem Training im Fitnessstudio geschöpft: „Das baut einen ja auch vom Kopf her auf, wenn man endlich mal wieder etwas geschafft hat“, so Blank. Für ihn sei es wichtig, wieder mehr Normalität in seinen Alltag zu bekommen, nachdem er nun fast ein Jahr lang zu Hause bleiben musste. So kann er endlich seiner Arbeit als Altenpfleger wieder nachgehen, wenn auch mit reduzierter Stundenzahl.

Angst vor einer Infektion auf der Arbeit habe er eigentlich nicht: „Da wird schon sehr darauf geachtet, dass ich mich nicht zu sehr gefährde und mir wird auch viel abgenommen“, sagt Blank. Generell herrsche dort großes Verständnis und viele seiner Kollegen habe er in dieser Zeit auch als Freunde schätzen gelernt.

Familie als wichtiger Antrieb

Doch auch seine Familie sei für Marcel Blank in dieser Zeit sehr wichtig gewesen: „Ohne meine Kinder wäre ich jetzt noch nicht so weit. Die waren für mich ein gutes Ausdauertraining in der Zeit zu Hause, aber auch Medizin für die Seele.“ All das habe ihn weiter noch vorne gebracht und helfe ihm, weiterhin optimistisch zu bleiben.

Gerade jetzt zu Weihnachten merke er besonders, wie wichtig die Familie ist: „Durch so eine Krankheit lernt man solche Feste mehr zu schätzen und die Zeit zusammen intensiver wahrzunehmen“, erzählt der 38-Jährige. Deshalb versuche er die Feiertage auch trotz der Einschränkungen „so normal wie möglich“ im engeren Familienkreis zu verbringen. „Wir feiern im erlaubten Rahmen, werden das aber nicht noch weiter herunterfahren. Denn wer weiß, wie viele Weihnachten ich noch erlebe“, sagt Blank.

Noch unklar wie es weitergeht

Nach seinem Krankenhausaufenthalt ist Marcel Blank im Moment noch krankgeschrieben. Wie es danach weitergeht, weiß auch er noch nicht. Eine Herztransplantation werde aber auf jeden Fall immer ein Thema bleiben. Denn wie lange er schon mit 21 Prozent Herzleistung lebt und wie lange er damit noch weiterleben kann, weiß leider niemand.

Über die Autorin
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Geboren und aufgewachsen im Sauerland, dort erste Erfahrungen im Lokaljournalismus gesammelt und für das Journalistik-Studium schließlich nach Dortmund gezogen. Dem Lokaljournalismus weiterhin treu geblieben, schreibe ich hier über alles, was in Lünen und Umgebung so los ist.
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Emilia Knebel

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