Weihwasser und Händeschütteln - Kirchen in Selm und Olfen reagieren auf Coronavirus

mlzSchutz vor Coronavirus

Das Coronavirus macht auch vor Gotteshäusern nicht Halt. Die Kirchen haben reagiert, wie Pfarrer aus Selm und Olfen berichten. Vor den Sonntags-Gottesdiensten geben sie neue Verhaltenstipps.

von Carina Strauß, Marie Rademacher

Selm, Olfen

, 07.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus ist mittlerweile in der direkten Nachbarschaft von Selm und Olfen angekommen. Im Kreis Coesfeld haben sich nachweislich 15 Personen mit dem Virus infiziert. Aber wie reagiert die Kirche?

Das Bistum Münster schließt sich den Empfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz an. Demnach sollten sich Priester und Kommunionhelfer die Hände waschen und Desinfektionsmittel verwenden. Zudem sei wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos die Handkommunion zu empfehlen, Kelchkommunion und Mundkommunion verlangten besondere Vorsicht.

Kein Weihwasser mehr in katholischen Kirchen

Pfarrer Ulrich Franke aus Olfen hält sich an die Richtlinien des Bistums Münster. „Die Ansteckungsgefahr soll gemindert werden“, so der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus. „Zum Beispiel soll beim Friedensgruß nicht mehr die Hand gegeben werden.“ Der Friedensgruß folgt in der heiligen Messe auf das Vaterunser und endet mit einem Händeschütteln mit dem Sitznachbarn. An dieser Stelle solle nur noch „Friede sei mit dir“ gesagt werden, so Franke.

Außerdem sei auch in den Olfener Kirchen das Weihwasser an den Eingangstüren entfernt worden. „Dass man gemeinsam aus einem Kelch trinkt, gibt es derzeit nicht mehr“, sagt Pfarrer Franke. Zudem stünden auch Desinfektionsmittel in Pfarrheimen und Kirchen bereit. „Aber die Kirche und das Pfarrheim sind ein öffentlicher Raum, und gewisse Risiken können da nicht ganz ausgeschlossen werden.“

In Selm gibt es ähnliche Regelungen. Auch hier wird auf die Kelchkommunion verzichtet und das Weihwasser wurde entfernt, erklärt Pater Paulose Pozzampuzha von der katholischen Pfarrgemeinde St. Ludger. Zudem solle möglichst ein Meter Abstand gehalten werden. Und auch in Selm gäbe es in den Kirchen Desinfektionsmittel und es sollten regelmäßig die Hände gewaschen werden.

Auch die evangelische Kirche reagiert

Richtig große Auswirkungen hat das Coronavirus auf das evangelische Kirchleben nicht, sagt Pfarrer Lothar Sonntag aus Selm. Aber kleine schon. So habe er zum Beispiel beim Abendmahl-Gottesdienst im Altenheim am Mittwoch entschieden, nicht wie sonst jedem einzelnen Teilnehmer vorher die Hand zu geben. „Das habe ich dann aber auch entsprechend erklärt“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Außerdem, so Pfarrer Sonntag, gebe es die Empfehlung von der Landeskirche, den „Gemeinschaftskelch sein zu lassen“ und die Hostien lieber in den Traubensaft einzutunken. Ansonsten, so sagte es Lothar Sonntag am Freitagnachmittag, habe der sich immer weiter verbreitende Virus keine Auswirkungen auf das Gemeindeleben.

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