Wenig Interesse für Auftritt von Henning Schmidtke

Leere Stuhlreihen

Henning Schmidtke war umwerfend komisch, musikalisch, unterhaltsam. Doch sein aktuelles Bühnenprogramm „no wumme, no cry“ wollten nur 30 Gäste sehen. Da musste auch der Kabarettist und Comedian schlucken, als er nicht nur vor einer leeren ersten Reihe stand.

Selm

von Von Antje Pflips

, 02.10.2011, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Comedian Henning Schmidtke entdeckte viel Gewalt in Kinderliedern.

Der Comedian Henning Schmidtke entdeckte viel Gewalt in Kinderliedern.

Nach seinem letzten Programm „Musikpolizei“ war es Schmidtke wichtig zu sagen, dass er keine Gewalt und keine Waffen mag, außer den Verstand, denn der „kann eine Waffe sein“. Doch leider begegnen ihm in Deutschland selbst in den Kinderliedern die gewalttätigsten Beschreibungen. „Kinder werden heute gewaltfrei erzogen, doch in den Kinderliedern passieren die gefährlichsten Dinge“, erzählte Schmidtke.

Das absolute „Horror-Splatter-Lied“ sei „Ein Mops kam in die Küche...“ Er rät Kindern, doch einmal nachzufragen, was der Text in für sie bestimmte Lieder bedeute. Das habe er auch immer getan und wollte immer wissen warum drei Chinesen mit dem Kontrabass ein Fall für die Polizei sind? Die Polizei in Deutschland kommt bei ihm sehr gut weg. „Die hat noch Humor“, sagte er. Und schon lenkte er das Thema auf Autofahren, Autobahnen und Drängler. „Die Lichthupenmafia will immer vorbei“, behauptete der Comedian. Selbst deren Nachwuchs wolle bereits im Kettenkarussell überholen.

Viel Applaus erhielten auch seine musikalischen Nummern als Lehrer, der Schülern das Gedicht vom Erlkönig mit beatbox näher bringt oder vom Rapper, der sich Gedanken über das wahre Butterbrot macht. Für ein „battle“ mit Gangsterrapper schockt Schmidtke mit dem Lied vom Zahnarzt. „Er wird bohr’n und dann tut es weh“, performte er auf „born in the USA“ von Bruce Springsteen. Die Grönemeyer-Parodie war umwerfend komisch. Die Besucher, die nicht kamen, haben an diesem Abend wirklich was verpasst.

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