Wie der Heimatverein Selm die Zukunft gestalten möchte

mlzHeimatverein Selm

Im Heimatverein Selm, ja, so kann man es durchaus sagen, ist jetzt eine Ära zu Ende gegangen. Eine andere Ära, so kann man es durchaus auch sagen, hat begonnen.

Selm

, 09.03.2019, 17:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach insgesamt neun Jahren ist Agnes Rothe als Vorsitzende zurückgetreten. Nachfolger ist Bernd-Hubert Baumeister (65), der bisherige zweite Vorsitzende. Dass er nun an der Spitze des Heimatvereins steht, ist eigentlich logisch: Schon ein Onkel und Baumeisters Großvater waren Vorsitzende. Baumeisters bisherige Position bekleidet nun Jens Althoff (39). So viel zu den Personalien. Jetzt zu den Inhalten. Und die hat die Redaktion mit dem Trio besprochen. Im Heimathaus, das derzeit übergangsweise in der Kreisstraße 72 ist, in den Räumen eines ehemaligen Bekleidungsgeschäftes.

Als 2010 der langjährige Vorsitzende Albert Kohl starb, übernahm Agnes Rothe, bis dato zweite Vorsitzende, den Vorsitz. „Zunächst mal kommissarisch für ein Jahr“, erzählt Agnes Rothe (71). Danach habe sie sich entschieden, den Vorsitz zu übernehmen. Was ihr die Arbeit damals erleichtert habe: „Der Heimatverein war gut aufgestellt, auch dank Albert Kohl.“ Nach und nach sei sie dann in die Rolle der Vorsitzenden rein gewachsen. „Ich habe aber auch einen guten Vorstand und Beirat gehabt.“ Unter anderem habe sie Christa Kohl, die Witwe von Albert Kohl, als zweite Vorsitzende gewinnen können.

Wie der Heimatverein Selm die Zukunft gestalten möchte

Rettungspunkte-Schilder an Bänken - hier Dieter Bohnenkemper bei der Arbeit - beweisen, dass das Engagement des Heimatvereins allen Bürgern in Selm zugute kommen. © Marie Rademacher

Vom Engagement profitieren viele

Die Arbeit des Heimatvereins, da mache man sich nichts vor, ist vielfältig. Kaffeenachmittage und Ein- bis Vier-Tagesfahrten gehören dazu. Doch auch die Öffentlichkeit profitiert vom Engagement des Heimatvereins Selm. Von der Schutzhütte für Radler und Wanderer in der Nähe des Ternscher Sees genau so wie von den Ruhebänken im Stadtgebiet, die mittlerweile auch mit Schildern ausgestattet sind, die die Bänke als Rettungspunkte ausweisen. Auch für deren Pflege zeigt sich der Heimatverein verantwortlich.

Wie der Heimatverein Selm die Zukunft gestalten möchte

Der HeimatvereinSelm pflegt auch die Femestätte in Selm. © Arndt Brede

Es war also gut zu tun für Agnes Rothe und ihr Team. Und es wird weiter gut zu tun sein. Nicht mehr mit Agnes Rothe als Vorsitzender. „Ich habe mich aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Internet, Computer, das kann der neue Vorstand viel besser als ich.“ Den Heimatverein medial noch weiter in die Öffentlichkeit zu rücken, das meint Agnes Rothe mit ihren Worten, ist eine der Aufgaben des neu zusammengesetzten Teams.

Die Zukunft entsteht Stück für Stück

Kam der Vorstandswechsel vor neun Jahren in einer Zeit, in der abzusehen war, dass das alte Heimathaus am alten Stadion irgendwann Vergangenheit sein würde, weil die Stadionfläche neu zu entwickeln war, erleben der neuen Vorsitzende Bernd-Hubert Baumeister und seine Herde, wie er die Mitglieder des Heimatvereins liebevoll nennt, die Zukunft ihres Domizils Stück für Stück wachsen. Denn ab 2020 soll der Heimatverein Selm ein festes Zuhause in der dann zum Bürgerzentrum umgebauten Burg Botzlar bekommen. „Wir bekommen Geschäftsräume und Raum für unser Archiv“, sagt Baumeister. Für Veranstaltungen wie das beliebte Kaffeetrinken soll der Heimatverein die Burg Botzlar aber auch nutzen können. .Dabei setzt Baumeister auch auf die Treue seiner Mitglieder: „Ich hoffe, dass die Leute auch in die Burg Botzlar kommen.“ Immerhin hat der Heimatverein Selm rund 430 Mitglieder.

Ein Ziel: Jüngere Leute gewinnen

Eine der großen Aufgaben des neuen Vorstands wird sein, jüngere Leute zu gewinnen. Bernd-Hubert Baumeister ist gut in Selm vernetzt, will seine Kontakte nutzen. Unterstützung bekommt er von Jens Althoff. Der junge Berufsfeuerwehrmann ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich auch jemand aus der jüngeren Generation für die Arbeit im Heimatverein begeistern kann. Der neue zweite Vorsitzende bezeichnet sich als „Ur-Selmer“. Er lebe gern im ländlichen Bereich und unterstütze die Anliegen des Heimatvereins gern, sagt er. Seit zehn Jahren gehört er dem Heimatverein an. Seit vier Jahren ist er im Beirat. „Das Schöne ist, im Heimatverein ist es egal, was man von Beruf ist. Hier steht der Mensch im Vordergrund.“ Insofern sei es auch für jüngere Leute interessant, Mitglied im Heimatverein zu werden. Ein probates Mittel könnte ja sein, den Heimatverein in den sozialen Medien zu etablieren, oder? „Aufgrund der Datenschutzverordnung müssen wir uns das erst mal schlau machen“, sagt Althoff. Jedoch biete der Westfälische Heimatbund Seminare dazu an.

Wie der Heimatverein Selm die Zukunft gestalten möchte

Durch intensive Archivarbeit - hier durch Hermann Kohl, Albert Katthöfer, Martin Altenkemper, Dieter Bohnenkemper und Jens Althoff - ist der Heimatverein so etwas wie das geschichtliche Gedächtnis Selms geworden. © Antje Pflips

Agnes Rothe packt weiter mit an

Diese Aufgaben muss Agnes Rothe nicht mehr anpacken. Ganz wird sie sich aber nicht zurückziehen. „Ich bleibe weiter im Beirat“, verspricht sie. Und auf eines können sich Baumeister und seine Leute verlassen: Dass Agnes Rothe die Fahrten weiter organisieren wird und bei den Veranstaltungen weiter mit anpackt.

Daten zum Heimatverein Selm
  • Am 20. Oktober 1925 wurde der Heimatverein Selm gegründet.
  • Für 2019 sind unter anderem folgende Veranstaltungen geplant: Der Spieleabend am Freitag, 15. März, um 18 Uhr im Heimathaus an der Kreisstraße 72. Das Doppelkopfturnier am 12. April um 17 Uhr im Heimathaus. Das Osterfeuer am 21. April um 19.30 Uhr an der Gaststätte Jakobsbrunnen, Südkirchener Straße. Der Maigang am 1. Mai ab 11 Uhr nach Netteberge zum Heim des Sauerländischen Gebirgsvereins. Das Sommerfest am 16. August ab 15 Uhr auf dem Hof Baumeister/Schulze-Weischer, Kreisstraße.
  • Kontakt: E-Mail: vorstand@heimatverein-selm.de
  • www.heimatverein-selm.de
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