Wie funktioniert ein Streufahrzeug? Selm ist bestens gerüstet für Eis und Schnee

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Bald könnte Schnee fallen, bald könnte es glatt werden. Für den Fall der Schneefälle sind die Stadtwerke Selm gut vorbereitet. Wir erklären, wie das größte Streufahrzeug funktioniert.

Selm

, 18.01.2019, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch ist es das große Warten. Während die Menschen im Süden Deutschlands den Schneemassen kaum Herr werden, ist es in Selm noch ruhig. Auch für Straßenglätte ist es bislang noch zu warm. Mitarbeiter der Stadtwerke, die für den Winterdienst zuständig sind, stehen dennoch in den Startlöchern – und das seit November. Bald kann es losgehen.

„Mit dem ersten Schneeregen rechnen wir noch in dieser Woche“, sagte Sven Hüser noch am Mittwoch. Er ist Fachbereichsleiter für die Straßenunterhaltung der Stadtwerke Selm. Gerade erst in dieser Woche ließ er eine Ladung Salz anliefern. „Das Liefern geht schnell. Im Normalfall dauert es drei Tage“, erklärt er.

Der Aufsatz, das FS30, auf dem größten Fahrzeug, dem Hakenlifter, besteht aus einem großen Salzbehälter, zwei kleineren Tanks und dem Streuteller.

Der Aufsatz, das FS30, auf dem größten Fahrzeug, dem Hakenlifter, besteht aus einem großen Salzbehälter, zwei kleineren Tanks und dem Streuteller. © Wilco Ruhland

In einem großen Silo auf dem Stadtwerkegelände besteht die Möglichkeit, bis zu 150 Kubikmeter Trockensalz zu lagern. Momentan ist das Silo mit etwa 83 Kubikmetern befüllt.

„Das Salz wird ja nicht besser“, sagt Hüser zunächst. Dann erklärt er weiter: „Salz ist nie zu 100 Prozent trocken. Damit es nicht verklumpt, ist es besser, das Salz pro Saison liefern zu lassen. Und innerhalb der Saison dann nach Bedarf.“

Sven Hüser erklärt, dass sich am Streuteller Trockensalz und Salzsohle vermischen, bevor das Gemisch über den Teller auf die Straße gelangt.

Sven Hüser erklärt, dass sich am Streuteller Trockensalz und Salzsohle vermischen, bevor das Gemisch über den Teller auf die Straße gelangt. © Wilco Ruhland

Die Stadtwerke Selm setzen NaCl-Salz ein. Das hat eine weniger starke Tauwirkung als andere Sorten. „Das reicht hier in der Region aber vollkommen aus“, sagt Hüser. Günstiger und schonender für die Umwelt ist es zudem.

Die Saison für den Winterdienst dauert regulär vom 1. November bis zum 31. März. Dann sind die Mitarbeiter der Stadtwerke, die Extra-Unterweisungen für den Winterdienst erhielten, in Rufbereitschaft. Es gibt zwei Teams mit maximal je 13 Personen, die im wöchentlichen Wechsel in Bereitschaft sind. Woche für Woche, seit Novemberanfang.

Der große Streusalzbehälter auf dem Fahrzeug fasst 6 Kubikmeter Trockensalz. Schon jetzt ist er gut befüllt – für den Fall der Schneefälle.

Der große Streusalzbehälter auf dem Fahrzeug fasst 6 Kubikmeter Trockensalz. Schon jetzt ist er gut befüllt – für den Fall der Schneefälle. © Wilco Ruhland

Eine Person pro Team ist für die morgendliche Kontrolle zuständig. Das heißt: früh morgens – beinahe noch nachts – aufstehen und kontrollieren, ob der Winterdienst erforderlich ist.

Pro Team gibt es sechs Fahrer. Sechs Streufahrzeuge in unterschiedlichen Größen und Formen stehen zur Verfügung. Zwei davon sind Großfahrzeuge, wie der sogenannte Hakenlifter. Dieser bewirtschaftet ansonsten den Recyclinghof, sprich: er transportiert Container. Im Winter ist er zuständig für Eis und Schnee auf den großen Straßen, wie etwa der Kreisstraße.

In den seitlichen Tanks befindet sich 22 prozentige Salzsole, ein Gemisch aus Salz und Wasser. Sole und Trockensalz bilden Feuchtsalz. Das bringt eine gute Tauwirkung.

In den seitlichen Tanks befindet sich 22 prozentige Salzsole, ein Gemisch aus Salz und Wasser. Sole und Trockensalz bilden Feuchtsalz. Das bringt eine gute Tauwirkung. © Wilco Ruhland

Alle im Winterdienst eingesetzten Fahrzeuge erfüllen eine Doppelfunktion, erklärt Hüser. Wie etwa ein kleineres Fahrzeug, das in wärmeren Monaten für Strauch- oder Grünflächenbeschneidung eingesetzt wird.

Das generelle Aufrüsten für den Kampf gegen den Winterniederschlag geht etwa ab Mitte Oktober los. Jederzeit lassen sich die Fahrzeuge umrüsten. Ob zum Winterdienst oder zu ihrer jeweiligen anderen Bestimmung. Dafür reicht eine Person, sagt Sven Hüser. Doch nach den langen Vorbereitungen hoffe man schon ein bisschen, dass sich die Arbeit jetzt auch lohnt und es noch schneit, sagt Hüser verschmitzt.

Über den kleinen Computer im Führerhaus lässt sich etwa die Streubreite nachjustieren.

Über den kleinen Computer im Führerhaus lässt sich etwa die Streubreite nachjustieren. © Wilco Ruhland

Zum Bestand an Winterdienstfahrzeugen kommen noch zwei Pritschenfahrzeuge hinzu. Das sind normale Kleintransporter mit offener Ladefläche. Zwei Personen kümmern sich dann an unmöglich zu befahrenen Stellen, wie Bushaltestellen, per Hand um den Winterdienst.

Sollten große Mengen Schnee anfallen, setzen die Stadtwerke zusätzlich einen Radlader als Schneeschieber ein. Von einer entsprechend großen Menge könne man dann sprechen, erklärt Hüser, wenn die großen Schneeschilder erforderlich sind. Diese Schilder schieben, ähnlich wie eine herkömmliche Schneeschaufel, das kalte Nass vor den Fahrzeugen her.

Große Schneemengen erfordern das große Schneeschild, das bedarfsweise vor das Fahrzeug installiert wird.

Große Schneemengen erfordern das große Schneeschild, das bedarfsweise vor das Fahrzeug installiert wird. © Wilco Ruhland

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