Wie geht es mit den Selmer Spielhallen weiter?

Unklare Zukunft

Fünf Spielhallen stehen in Selm auf dem Prüfstand. Bis Ende des Jahres müssen die Städte den Glücksspielstaatsvertrag 2017 umsetzen. Für die Angestellten heißt es mitunter: Bangen um den Job. Wir haben mit einer Selmer Spielhallen-Mitarbeiterin gesprochen.

SELM

, 11.08.2017, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende des Jahres läuft die Übergangsfrist für den Vertrag ab, der am 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist. Zwei Spielhallen müssen dann einen Mindestabstand von 350 Meter Luftlinie zueinander haben. Auch zu öffentlichen Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe darf keine räumliche Nähe bestehen.

Während Ersteres in Selm nicht der Fall ist, befindet sich der Selmer Spieltreff an der Kreisstraße quasi direkt auf der anderen Straßenseite der Overbergschule. „Natürlich macht man sich Gedanken darüber, was passiert“, sagt Rosemarie Weber, die in der Spielhalle arbeitet und dort glücklich ist.

Wie es mit den Spielhallen weitergeht, ist unklar

35 Jahre lang habe sie zuvor in der Geriatrie gearbeitet, doch noch einem Herzinfarkt, weiteren Krankheiten und zwei Jahren in der Schmerzklinik musste sie dort aufhören, rutschte in die Arbeitslosigkeit und hält sich nun mit einem Minijob in der Spielhalle über Wasser. „Wenn das hier geschlossen wird“, sagt die 60-Jährige, „was für einen Job soll ich denn in meinem Altern und mit meinem Krankheitsverlauf noch bekommen?“

Wie es mit den Spielhallen in Selm weitergeht, ist noch nicht klar. Alle bräuchten eine zweite Konzession, um auch zukünftig öffnen zu dürfen, bestätigte Stadtsprecher Malte Woesmann. Die Anträge der glücksspielrechtlichen Erlaubnis mussten Betreiber bis zum 31. Juli einreichen. Nun prüfe und bearbeite die Stadt die Anträge, so Woesmann. Eine Entscheidung solle bis Dezember vorliegen. Bis dahin heißt es auch für Rosemarie Weber: zittern um den eigenen Job.

Um die Nähe zur Overbergschule müsse sich die Spielhalle laut Woesmann aber keine Sorgen machen. Nach einem Erlass des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW bestehe das Abstandsgebot zu Kinder- und Jugendeinrichtungen nur bei Spielhallen, die nach dem 1. Dezember 2012 eine Genehmigung bekommen haben.

Alle Selmer Spielhallen hätten ihre Genehmigung allerdings vor diesem Stichtag bekommen. Zu den Aussichten der Spielhallen und die möglichen Einbußen bei der Vergnügungssteuer für die Stadt konnte Woesmann noch nichts sagen.

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