„Wir sind hier bei der Jugendfeuerwehr eine starke Truppe“

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Sorgen braucht sich die Jugendfeuerwehr in Selm nicht zu machen: Die Zahl der Mitglieder bleibt konstant. Jetzt haben sie eine Spende von 5000 Euro bekommen.

Selm

, 16.02.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Thomas Isermann freut sich: „So eine Spende bekommen wir nicht jedes Jahr. Das ist schon klasse.“ Er ist der Leiter der Feuerwehr in Selm und hat allen Grund, sich für sein Team zu freuen: Westlotto spendete ihre Weihnachtsspende in Höhe von 5000 Euro der Jugendfeuerwehr Selm.

„Wir hatten Vorschläge aus ganz Westfalen und bei der Jugendfeuerwehr hier ist es einfach schön zu sehen, dass vor allem junge Menschen sich ehrenamtlich engagieren“, erklärt Christiane Jansen, Geschäftsführerin von Westlotto.

Das Geld will die Jugendfeuerwehr vor allem in die Brandschutzerziehung und in die Öffentlichkeitsarbeit stecken. Konkret heißt das, dass die Jugendfeuerwehr zum einen Werbematerial und Flyer beschaffen will, um zum Beispiel mit einem Stand auf dem Stadtfest werben zu können. Zum anderen will die Jugendfeuerwehr auch ein Brandsimulationshaus kaufen.

„Damit kann man dann einen Brand in einer Wohnung simulieren und genau erkennen, wohin der Qualm zieht, wenn man Türen öffnet. Dann sieht man auch wie lange es wirklich dauert, bis der Rauch den Boden erreicht, sodass man nicht mehr entkommen kann“, erklärt Robin Sander, Jugendfeuerwehrwart in Selm.

Erinnerungen an eigene Zeit in der Jugendfeuerwehr

Auf die Jugendfeuerwehr Selm aufmerksam geworden ist Westlotto durch Thomas Adler, der dort arbeitet und die Feuerwehr für die Weihnachtsspende vorschlug. Er selbst ist als 16-jähriger Jugendlicher in die Feuerwehr Selm eingetreten und noch immer im aktiven Dienst. Er erinnert sich gerne an seine Zeit in der Jugendfeuerwehr zurück. „Wir waren damals eine richtig tolle Clique und haben uns jedes Wochenende getroffen“, erzählt er. „Auch heute kommen die Jungs noch ab und zu zu mir, wenn sie etwas wissen wollen.“

Die Jugendfeuerwehr in Selm hat in den letzten Jahren noch einmal einen Aufschwung erlebt. „Da haben wir sehr viel Glück, wir sind eine starke Truppe“, so Thomas Isermann.

Cappenberg hat keine eigene Jugendfeuerwehr. „Die Jugendlichen aus Cappenberg, Netteberge und Hassel kommen einfach zu der Borker Truppe dazu“, so Isermann. Doch die Konkurrenz zu anderen Sportvereinen oder Jugendgruppen ist hoch.

Jugendfeuerwehr stellt Übungseinsätze nach

Ganz und gar von der Jugendfeuerwehr begeistert sind Marian und Robin, 15 und 16 Jahre alt. „Ich finde toll, weil wir hier alle als Team arbeiten und viel über die Feuerwehr lernen“, erzählt Robin. Auch die Gewissheit, dass sie irgendwann damit mal Menschen helfen können, spornt die beiden an. „Am coolsten ist es, dass es so abwechslungsreich ist. Da haben wir auch schon mal einen Übungseinsatz nachgestellt oder waren selbst Statisten bei einer Übung“, erzählt Marian. Für die beiden ist eines jetzt schon klar: Wenn sie 18 sind wollen sie in die aktive Wehr gehen.

Denn bei allen, die in der Jugendfeuerwehr sind, ist das Interesse für Feuerwehr natürlich da. „Die Jugendlichen wollen Feuerwehr erleben und Leuten helfen, da machen wir natürlich auch in den Dienst- und Übungsabenden immer mal wieder Technikeinführungen oder andere feuerwehrbezogene Spiele.“ Beispielsweise seien Knoten eine der wichtigsten Grundlagen der Feuerwehrleute. „Dann üben wir zum Beispiel an kleinen Stationen, wie man etwas befestigt oder sichert.“

Gute Zusammenarbeit in allen Altersstufen

Doch nebenbei käme laut Isermann auch die Jugendarbeit in der Feuerwehr nicht zu kurz: Die Gruppen der Jugendfeuerwehr Selm und Bork fahren mit in das Kreiszeltlager, machen beim Badewannenrennen in Selm mit und nehmen an Orientierungsläufen teil. „Es geht vor allem darum, dass die Jungs und Mädels zusammen Aufgaben lösen“, so Isermann. Dabei sei es immer wieder toll zu sehen, wie gut alle zusammenarbeiten, egal wie alt sie sind.

Um später von der Jugendfeuerwehr wechseln zu können, gebe es keine speziellen Voraussetzungen. Natürlich müssen die jungen Erwachsenen fit sowie menschlich und geistig in der Lage sein, den Feuerwehrdienst zu absolvieren. Zudem muss jeder die Grundlehrgänge machen, um sich im Einsatz sicher bewegen zu können. „Aber ich muss sagen, ich wüsste nicht, wann wir damit mal Probleme gehabt hätten“, sagt Thomas Isermann.

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